
Das Hardstyle-Festival Defqon.1 in Biddinghuizen ist wegen der extremen Hitze in den Niederlanden vorzeitig beendet worden. Der Veranstalter Q-dance teilte mit, dass die restlichen Festivaltage nicht mehr stattfinden. Hintergrund ist die höchste Wetterwarnstufe des niederländischen Wetterdienstes KNMI. Auch die Gemeinde Dronten bestätigte die Entscheidung. Sie sei mit Blick auf die Sicherheit, Gesundheit und das Wohl von Besuchern und Mitarbeitern getroffen worden. Defqon.1 war ursprünglich vom 25. bis 28. Juni 2026 auf dem Gelände bei Walibi Holland geplant.
Zunächst hatte Q-dance versucht, das Festival mit Einschränkungen fortzusetzen. Für Freitag und Samstag sollten nur noch Wochenendticket-Inhaber Zugang erhalten. Tagesgäste waren bereits ausgeladen worden, um die Besucherzahl zu senken. Nach der Ausgabe von Code Rot änderte sich die Bewertung. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass die verbleibenden Tage des Festivals abgesagt wurden und Besucher das Gelände am Freitag verlassen sollen. Die Gemeinde Dronten erklärte, die Entscheidung sei auf Empfehlung der beteiligten Hilfsdienste gefallen.
Für Besucher auf dem Campinggelände bedeutet die Entscheidung eine geordnete Abreise. Q-dance kündigte an, Teile des Geländes am Freitag ohne Musikprogramm, aber mit wichtigen Einrichtungen geöffnet zu halten, damit Gäste ihre Heimreise vorbereiten können. Nach Angaben der Gemeinde Dronten war das Campinggelände auf rund 55.000 Wochenendticket-Inhaber ausgelegt. Ziel sei, dass die Campingflächen im Laufe des Freitags geräumt werden. Für Gäste ohne eigene Transportmöglichkeit sollten nach Angaben der Behörden Pendelverbindungen zu umliegenden Bahnhöfen organisiert werden.
Der niederländische Wetterdienst KNMI warnte am Freitag vor extremer Hitze in großen Teilen des Landes. Für Flevoland, wo Biddinghuizen liegt, galt Code Rot. Erwartet wurden im Landesinneren Temperaturen bis nahe 40 Grad. Das KNMI verwies zudem auf hohe Luftfeuchtigkeit, sehr warme Nächte und gesundheitliche Risiken wie Dehydrierung, Überhitzung und Hitzschlag. Das Nationale Hitzeschutzprogramm des RIVM war ebenfalls aktiv. Damit wurde aus einer Festivalentscheidung auch ein Beispiel für den wachsenden Druck auf große Open-Air-Veranstaltungen bei Extremwetter.
Q-dance kündigte an, Tickets zu erstatten. Weitere Informationen zum genauen Verfahren und zu möglichen zusätzlichen Regelungen sollen nach dem Wochenende folgen. Für Besucher, die bereits unterwegs waren oder Unterkünfte außerhalb des Festivalgeländes gebucht hatten, blieben zunächst praktische Fragen offen. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass Personen ohne Zugang nicht mehr anreisen sollen und dass Menschen auf dem Gelände zur Abreise aufgefordert werden. Eine unabhängige Bestätigung für darüber hinausgehende Entschädigungen lag zunächst nicht vor.
Defqon.1 zählt zu den bekanntesten Festivals der Hardstyle- und Hard-Dance-Szene. Die Veranstaltung zieht jedes Jahr Besucher aus mehreren Ländern in die Niederlande. Die Absage trifft daher nicht nur ein regionales Event, sondern eine international sichtbare Großveranstaltung. Die Gemeinde Dronten sprach von rund 100.000 Gästen, die sich auf das Festival gefreut hätten. Der Fall zeigt, wie schnell Wetterwarnungen den Betrieb von Großveranstaltungen verändern können. Für Veranstalter wird die Planung von Schattenflächen, Wasserstellen, medizinischer Versorgung und Evakuierung künftig noch wichtiger.
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