
Die Stadt Münster hat ihren Preis für Internationale Poesie an die serbische Dichterin Milena Marković sowie an Mirjana und Klaus Wittmann vergeben. Die Auszeichnung wurde am Sonntag, 5. Juli, im Erbdrostenhof im Rahmen des Lyriktreffens Münster verliehen, wie die Stadt mitteilt.
Milena Marković wurde für ihren Gedichtband „Kinder“ ausgezeichnet. Es ist ihr siebter Gedichtband und der zweite, der in deutscher Übersetzung erschienen ist. Die Jury hob nach Angaben der Stadt besonders den formalen und inhaltlichen Aufbau des Werks hervor. Das Langgedicht könne auch als Roman in Versen gelesen werden, weil es erzählerische Elemente mit lyrischer Form verbindet.
Die Übersetzung wurde ebenfalls ausgezeichnet. Mirjana Wittmann nahm den Preis auch für ihren Ehemann Klaus Wittmann entgegen, der 2023 gestorben ist und posthum geehrt wurde. Damit macht der Poesiepreis Münster deutlich, dass nicht nur das Originalwerk, sondern auch die sprachliche Übertragung in die deutsche Sprache als eigenständige künstlerische Leistung verstanden wird.
Verliehen wurde der Preis von Bürgermeisterin Maria Winkel. Die Preissumme beträgt 15.500 Euro und wird zu gleichen Teilen an Marković und Wittmann vergeben. Die Stadt Münster vergibt den Preis alle zwei Jahre an einen international wahrgenommenen Gedichtband und dessen Übersetzung.
Die Preisverleihung fand im Erbdrostenhof statt und war Teil des Lyriktreffens Münster. Die Laudatio hielt die Autorin und Übersetzerin Esther Kinsky. Sie beschrieb das Werk laut Mitteilung als vielschichtige Lektüre, in der verschiedene Zeiten, Orte und Erfahrungen ineinandergreifen. Dabei gehe es unter anderem um Kindheit, Gegenwart, Widerstand, Verletzlichkeit, Liebe und Tod.
Der Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie gehört zu den etablierten Auszeichnungen für Lyrik und Übersetzung. Unter den bisherigen Preisträgern sind nach Angaben der Stadt international bekannte Namen wie Inger Christensen, Peter Urban und Nobelpreisträger Jon Fosse. Zuletzt wurden 2024 die US-amerikanische Dichterin Diane Seuss und ihr deutscher Übersetzer Franz Hofner geehrt.
Mit der aktuellen Auszeichnung rückt Münster erneut die Verbindung von internationaler Literatur und Übersetzungsarbeit in den Mittelpunkt. Gerade bei Lyrik ist diese Arbeit entscheidend, weil Rhythmus, Klang und Bedeutung in eine andere Sprache übertragen werden müssen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu