
Münster. Beim Lyriktreffen Münster 2026 treffen internationale Poesie, gesellschaftliche Debatten und das Medium Comic aufeinander. Vom 3. bis 5. Juli steht das biennale Festival unter dem Motto „Poesie und Sprechblase“. Veranstaltet wird es vom städtischen Kulturamt in Kooperation mit dem Literaturverein. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr nicht nur Gedichte, sondern auch die Frage, wie Sprache in einer medial geprägten Gegenwart wirkt. Formeln, Floskeln und verkürzte Botschaften werden dabei ebenso Thema wie poetische Gegenentwürfe.
Bei den Abendlesungen im Theater Münster treten Dichter aus dem In- und Ausland auf. Am ersten Festivalabend liest unter anderem die ukrainisch-amerikanische Dichterin und Übersetzerin Oksana Maksymchuk. Ihr 2025 erschienenes Werk „Tagebuch einer Invasion“ setzt sich mit der Kriegswirklichkeit in der Ukraine auseinander. Ebenfalls dabei sind die serbische Poesiepreisträgerin Milena Marković und ihre Übersetzerin Mirjana Wittmann. Begleitet wird der Abend von Schnellzeichnerin Leefje Roy, die das Gesprochene live zeichnerisch aufgreift.
Der zweite Festivalabend bringt bekannte Namen auf die Bühne des Kleinen Hauses. Zu den Gästen gehören Büchnerpreisträgerin Ursula Krechel, Poesiepreisträgerin Monika Rinck und der aus Haiti stammende Lyriker James Noël. Noël wurde für seinen Roman „Was für ein Wunder“ mit dem Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt ausgezeichnet. In seinen Texten richtet er den Blick unter anderem auf seine Heimat Haiti und verarbeitet Themen wie das Erdbeben von 2010. Die Abendlesungen beginnen jeweils um 20 Uhr.
Am Samstagnachmittag steht im Theatertreff die Podiumsdiskussion „Sprache, Macht, Poesie“ auf dem Programm. Literaturwissenschaftlerin Dr. Maren Jäger spricht mit Milena Marković, Mirjana Wittmann, Oksana Maksymchuk und Monika Rinck über Schreiben und Übersetzen in einer Gegenwart, die von Gewalt, Unterdrückung und gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist. Dabei geht es auch um die Frage, welche Kraft Poesie in aktuellen Debatten entfalten kann und wie Literatur auf politische Wirklichkeiten reagiert.
Ein zentrales Projekt des Lyriktreffens Münster 2026 ist die Ausstellung „PoesieComic. Eine Begegnung“. Sie wird am Freitag um 18 Uhr in der Stadthausgalerie eröffnet und ist dort bis zum 24. Juli zu sehen. Vier Dichter und vier Comic-Künstler haben dafür gemeinsam neue Werke entwickelt. Ausgangspunkt war das Gedicht „Reklame“ von Ingeborg Bachmann, die in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Die Ausstellung zeigt, wie sich Lyrik und Comic zu einer eigenen künstlerischen Form verbinden können.
Neu im Programm sind die „Lesezimmer“ am Samstagvormittag in der Stadtbücherei. In kleinen Gruppen lesen Gäste gemeinsam Gedichte der beim Festival vertretenen Autoren. Begleitet werden die Lesungen unter anderem von Luca Kieser, Jan Kuhlbrodt und Kinga Tóth. Anschließend können Teilnehmende und Künstler bei einer Kaffeetafel ins Gespräch kommen. Ebenfalls neu ist Dirk Hülstrunks „Büro für überflüssige Worte“. Der Multimedia-Künstler sammelt an wechselnden Orten Wörter, die Gäste für entbehrlich halten, und verarbeitet sie später in einer poetischen Performance.
Die Teilnahme an den „Lesezimmern“ ist kostenlos. Wegen begrenzter Plätze ist eine Anmeldung bis zum 24. Juni per E-Mail an lesezimmer@lyriktreffen.de erforderlich. Karten für die übrigen Veranstaltungen sind an der Theaterkasse, online über das Theater Münster sowie telefonisch erhältlich. Unterstützt wird das Lyriktreffen von der Kunststiftung NRW. Ein kostenloses Programmheft liegt in der Münster-Information im Stadthaus 1 und im Theater Münster aus. Das vollständige Programm ist außerdem digital über das Kulturamt der Stadt Münster abrufbar.
Die Stadtverwaltung und die Polizei werden die Entwicklung am Servatiiplatz eng begleiten und, wenn nötig, im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten eingreifen. Die Stadt wird immer dann als Ordnungsbehörde tätig, wenn geltende Regeln verletzt und die öffentliche Sicherheit durch konkrete Verhaltensweisen von Personen gefährdet wird.
Am Servatiiplatz kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Erst kürzlich gerieten dort zwei Männer in einen Streit, der in einer körperlichen Auseinandersetzung endete. Die Polizei konnte die Kontrahenten trennen und hat ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 17-jährigen Tatverdächtigen eingeleitet.
Eine spezielle Ermittlungskommission der Polizei kümmert sich um den Servatiiplatz. In den vergangenen acht Wochen hat diese bereits 25 Strafverfahren eingeleitet. Zudem wurde ein 22-jähriger Tatverdächtiger festgenommen, der im Verdacht steht, über einen längeren Zeitraum am Servatiiplatz mit Marihuana und Kokain gehandelt zu haben.
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