Neuer Bischof unter Druck: Wilmer soll Missbrauchsvorwurf zu spät nachgegangen sein

Heiner Wilmer wird neuer Bischof von Münster
Foto: Bistum Münster

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Münster. Gegen den neuen Bischof von Münster, Heiner Wilmer, stehen Vorwürfe im Raum. Der Betroffenenrat Nord wirft ihm vor, einem Hinweis auf sexualisierte Gewalt in seinem früheren Bistum Hildesheim zu spät nachgegangen zu sein. Das Gremium hat sich nach Medienangaben an die Päpstliche Kinderschutzkommission in Rom gewandt und bittet dort um eine fachliche und kirchenrechtliche Einschätzung. Das Bistum Hildesheim weist die Kritik zurück.

Vorwürfe gegen Heiner Wilmer betreffen früheres Bistum Hildesheim

Im Kern geht es um Vorwürfe gegen den verstorbenen Jesuitenpater Joseph C., der von 1965 bis 1972 als Pfarrverwalter in Heiningen im Landkreis Wolfenbüttel tätig war. Nach Angaben des Bistums Hildesheim suchen die Pfarrei St. Petrus in Wolfenbüttel und das Bistum inzwischen Zeitzeugen und mögliche weitere Betroffene. Als weitere mögliche Einsatzorte des Paters nennt das Bistum Cremlingen, Oker, Schulenburg und Münchehagen.

Betroffenenrat kritisiert Umgang mit anonymem Hinweis

Der Betroffenenrat Nord wirft Wilmer vor, 2021 über den Fall informiert worden zu sein, aber nicht sofort eine umfassende Untersuchung veranlasst zu haben. Kritisch sieht das Gremium vor allem die zeitliche Verzögerung, weil mögliche Betroffene und Zeitzeugen inzwischen hochbetagt sein könnten. Das Bistum Hildesheim hält dagegen, dass anonyme Beschuldigungen zunächst nicht für eine formale Untersuchung ausgereicht hätten.

Bistum Hildesheim verweist auf spätere konkrete Angaben

Nach Darstellung des Bistums lag im April 2022 eine konkrete Meldung einer betroffenen Person vor. Danach sei der Fall weiterbearbeitet worden. Im Februar 2025 habe sich eine weitere betroffene Person gemeldet, im Juni 2025 sei schließlich der ehemalige Berufsrichter Wolfgang Rosenbusch mit Nachforschungen beauftragt worden.

Warum der Fall für Münster relevant ist

Heiner Wilmer wurde am 21. Juni 2026 als neuer Bischof von Münster eingeführt. Bereits im Februar 2026 war er zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Zuvor war Wilmer seit 2018 Bischof von Hildesheim. Damit betrifft die Debatte nicht nur sein früheres Bistum, sondern auch seine neue Rolle an der Spitze der mitgliederstarken Diözese Münster und innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland.

Weiterer Fall ebenfalls nach Rom gegeben

Nach Angaben des Betroffenenrats Nord wurde zudem ein zweiter Fall zur Prüfung nach Rom gegeben. Dabei soll es um einen mutmaßlichen tätlichen Übergriff gehen, über den Wilmer im Jahr 2020 per Brief informiert worden sein soll. Das Bistum Hildesheim erklärte nach Medienangaben, dem Sprecher sei dazu nichts bekannt. Eine unabhängige Bewertung der Vorwürfe liegt zunächst nicht vor.

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