
Münster. Der neue Unfallatlas für Nordrhein-Westfalen zeigt eine auffällige Entwicklung: 2025 gab es in NRW 65.232 Unfälle mit Personenschaden. Das waren 4,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders im Fokus steht Münster. Der Ludgeriplatz war laut IT.NRW der Punkt mit der höchsten Unfalldichte im Land. Dort wurden 20 Unfälle mit Personenschaden registriert.
Der Ludgeriplatz in Münster war 2025 laut IT.NRW der NRW-weit auffälligste Punkt im Unfallatlas. Mit 20 Unfällen mit Personenschaden wurde dort die höchste Unfalldichte festgestellt. Wichtig ist dabei die genaue Einordnung: Die ebenfalls genannten 14 Unfälle beziehen sich offiziell auf Unfälle mit Fahrradbeteiligung. Es handelt sich also nicht um eine Zahl zur Pkw-Beteiligung.
Damit zählt der Ludgeriplatz zugleich zu den größten Radverkehrs-Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen. Unfallschwerpunkte mit Fahrradbeteiligung lagen laut IT.NRW unter anderem in Köln im Bereich Subbelrather Straße/Ehrenfeldgürtel und am Ludgeriplatz in Münster mit jeweils 14 Unfällen.
Von den 65.232 Unfällen mit Personenschaden in NRW ereigneten sich 48.224 innerorts. Das entspricht 73,9 Prozent aller entsprechenden Unfälle im Land. Außerorts ohne Autobahnen wurden 12.508 Unfälle gezählt, auf Autobahnen 4.500.
Auch die Art der Unfallstellen ist auffällig. 16,4 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden passierten an Kreuzungen, weitere 15,8 Prozent an Einmündungen. An Kreisverkehren wurden 3,0 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden registriert. Gerade innerorts zeigt sich damit, wie stark Verkehrssicherheit von übersichtlichen Knotenpunkten, klarer Verkehrsführung und sicherer Radwegeführung abhängt.
In NRW waren innerorts Fahrräder einschließlich Pedelecs an 39,0 Prozent der Unfälle mit Personenschaden beteiligt. Fußgänger waren innerorts an 15,1 Prozent dieser Unfälle beteiligt. Für Münster ist dieser Zusammenhang besonders relevant, weil die Stadt einen sehr hohen Radverkehrsanteil hat. Nach Angaben der Stadt werden rund 40 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Radfahrer machen zugleich etwa 60 Prozent aller Verunglückten aus.
Das erklärt, warum Unfallschwerpunkte wie der Ludgeriplatz politisch und verkehrsplanerisch besonders sensibel sind. Wo viele Radfahrer, Autos, Busse und Fußgänger auf engem Raum zusammentreffen, steigt das Risiko schwer überschaubarer Verkehrssituationen.
Neben dem Ludgeriplatz steht in Münster auch der Kreisverkehr an der Von-Esmarch-Straße im Fokus. Die Stadt bezeichnet den Bereich zwischen Von-Esmarch-Straße, Busso-Peus-Straße und Roxeler Straße seit 2018 durchgehend als Unfallhäufungsstelle. Von 2018 bis 2025 registrierte die Polizei dort laut Stadt über 73 Unfälle mit 42 verletzten Verkehrsteilnehmenden. Alle Verletzten waren mit einem Zweirad unterwegs, 86 Prozent davon mit dem Fahrrad.
Der Rat der Stadt Münster hatte am 20. Mai 2026 mehrheitlich beschlossen, die Planung für einen Umbau des Kreisverkehrs zu einer Ampelkreuzung wieder aufzunehmen. Dagegen richtet sich ein Bürgerbegehren der Initiative „Kreisel statt Ampel“. Dafür sind nach Angaben der Stadt 10.013 Unterschriften von Wahlberechtigten aus Münster erforderlich. Die Abgabefrist endet am 25. September 2026.
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