
Der taiwanische Chipauftragsfertiger TSMC hat im zweiten Quartal 2026 einen neuen Gewinnrekord erreicht. Die Nachfrage nach leistungsfähigen Prozessoren für Rechenzentren und künstliche Intelligenz sorgte für eine hohe Auslastung der modernsten Fertigungslinien. Zugleich erhöhte der Konzern seine Prognosen für das Gesamtjahr und kündigte deutlich höhere Investitionen an.
TSMC erzielte zwischen April und Juni einen Umsatz von 1,270 Billionen Neuen Taiwan-Dollar. Das waren 36 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. In US-Dollar gerechnet stiegen die Erlöse um 33,7 Prozent auf 40,20 Milliarden Dollar. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 legte der Umsatz um zwölf Prozent zu.
Der Nettogewinn erhöhte sich im Jahresvergleich um 77,4 Prozent auf 706,56 Milliarden Taiwan-Dollar, umgerechnet knapp 22 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut Reuters im Durchschnitt mit rund 632,6 Milliarden Taiwan-Dollar gerechnet. Der Gewinn je Aktie erreichte 27,25 Taiwan-Dollar beziehungsweise 4,31 Dollar je US-Hinterlegungsschein.
Ein Teil des besonders kräftigen Gewinnanstiegs entstand außerhalb des operativen Geschäfts. TSMC verbuchte einen Ertrag von 63,2 Milliarden Taiwan-Dollar aus dem Verkauf und der Neubewertung von Anteilen am Chiphersteller Vanguard International Semiconductor. Gleichzeitig verbesserte sich jedoch auch das Kerngeschäft deutlich. Die Bruttomarge stieg auf 67,7 Prozent, die operative Marge auf 60,3 Prozent.
Das Geschäft mit Hochleistungsrechnern, zu dem Chips für KI-Systeme und Rechenzentren gehören, machte im zweiten Quartal 66 Prozent des Konzernumsatzes aus. Gegenüber dem Vorquartal legte dieser Bereich weiter zu und untermauerte damit die zentrale Rolle von TSMC für den weltweiten Ausbau der KI-Infrastruktur.
Für das dritte Quartal 2026 rechnet TSMC mit einem Umsatz zwischen 31,8 und 33,0 Milliarden US-Dollar. Für die operative Marge stellt der Konzern eine Spanne von 56 bis 58 Prozent in Aussicht. Unterstützt werden soll das Geschäft durch die weiterhin hohe Nachfrage nach modernen Fertigungsverfahren und den schnellen Ausbau der 2-Nanometer-Produktion.
Auch für das Gesamtjahr wird TSMC optimistischer. Der Umsatz soll in US-Dollar nun um etwas mehr als 40 Prozent wachsen. Zuvor hatte das Unternehmen einen Zuwachs von mehr als 30 Prozent erwartet. Das Investitionsbudget für 2026 wurde von bisher 52 bis 56 Milliarden Dollar auf 60 bis 64 Milliarden Dollar angehoben. Die zusätzlichen Mittel sollen unter anderem in moderne Fertigungskapazitäten und Chipverpackungstechnologien fließen.
TSMC produziert als Auftragsfertiger Chips nach den Entwürfen seiner Kunden. Zu den wichtigsten Abnehmern gehören Nvidia und Apple. Nvidia benötigt TSMCs modernste Prozesse und Verpackungskapazitäten für KI-Beschleuniger, während Apple große Mengen hochentwickelte Prozessoren für iPhones und Macs bezieht. Auch AMD zählt zu den zentralen Kunden.
Für diese Unternehmen bestätigen die Zahlen, dass die Nachfrage nach fortschrittlichen Prozessoren weiterhin schneller wächst als viele andere Halbleiterbereiche. TSMCs höhere Investitionen sind zugleich ein positives Signal für Zulieferer von Fertigungsanlagen und Materialien. Hohe Erwartungen und bereits stark gestiegene Bewertungen bleiben jedoch ein Risiko für die Aktienkurse der Branche.
Die TSMC-Aktie beendete den Handel in Taiwan am Donnerstag 0,6 Prozent höher bei 2.455 Taiwan-Dollar. Da die vollständigen Zahlen und der Ausblick erst nach dem Ende des regulären Handels vorgestellt wurden, spiegelte dieser Schlusskurs die neuen Prognosen noch nicht vollständig wider. Die in den USA gehandelten Hinterlegungsscheine hatten vor der Veröffentlichung noch keine belastbare Reaktion auf die Ergebnisse gezeigt.
Seit Jahresbeginn hatte die TSMC-Aktie laut Reuters bereits rund 59 Prozent gewonnen. Ein großer Teil der starken Nachfrage nach KI-Chips war damit schon vor den Quartalszahlen in den Kurs eingepreist.
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