
In Münster sind während der Grippesaison 2025/2026 insgesamt 903 Influenza-Fälle registriert worden. Obwohl die Zahl unter dem Wert der vorherigen Saison lag, blieb das Infektionsgeschehen nach Einschätzung der AOK NordWest auf einem hohen Niveau. Besonders stark verbreitete sich die Grippe zu Beginn des Jahres 2026.
Der Höhepunkt der Grippesaison wurde in Münster im Februar erreicht. Allein in diesem Monat wurden 300 Infektionen gemeldet. Damit entfiel etwa ein Drittel aller registrierten Saisonfälle auf den Februar. Die genaue Zahl aus der vorherigen Grippesaison wurde für Münster nicht genannt, weshalb sich der Rückgang im Stadtgebiet nicht prozentual beziffern lässt.
Der Münsteraner Verlauf entspricht der Entwicklung in ganz Westfalen-Lippe. Dort konzentrierten sich 76 Prozent der gemeldeten Influenza-Fälle auf die Kalenderwochen zwei bis neun. Dieser Zeitraum reicht von Anfang Januar bis Ende Februar 2026.
Zwischen Anfang Oktober 2025 und Ende April 2026 wurden in Westfalen-Lippe insgesamt 18.582 laborbestätigte Influenza-Infektionen gemeldet. In der außergewöhnlich starken Vorsaison waren es noch 34.229 Fälle. Dies entspricht einem Rückgang von rund 46 Prozent.
Trotz der deutlichen Abnahme lag die Zahl weiterhin über dem Niveau der Grippesaison 2023/2024. Damals wurden in Westfalen-Lippe 13.790 Fälle registriert. Die aktuellen Daten zeigen damit, dass die Influenza auch nach dem Ende der besonders starken Vorsaison weiterhin weit verbreitet war.
Bezogen auf die Ende 2025 in Münster gemeldeten 320.728 Einwohner entsprechen die 903 Influenza-Fälle rechnerisch rund 282 Fällen je 100.000 Einwohner. Diese Zahl dient allerdings nur als grobe Einordnung, da die Bevölkerungsstatistik und die Meldedaten nicht vollständig deckungsgleich sein müssen.
Zudem bilden die gemeldeten Fälle nicht zwangsläufig das gesamte Infektionsgeschehen ab. Erfasst werden nur Erkrankungen, die diagnostiziert und anschließend an die zuständigen Behörden übermittelt wurden.
Die AOK NordWest warnt insbesondere bei Menschen ab 60 Jahren vor einer weiterhin zu geringen Impfbereitschaft. Gerade für ältere Menschen sowie für Personen mit Vorerkrankungen kann eine Influenza schwere gesundheitliche Folgen haben.
Zu einer Grippeschutzimpfung wird neben Menschen ab 60 Jahren vor allem chronisch Kranken, Schwangeren sowie Beschäftigten in medizinischen und pflegerischen Berufen geraten. Auch Menschen mit einem erhöhten gesundheitlichen oder beruflichen Infektionsrisiko sollten ihren Impfschutz prüfen. Die Impfung sollte möglichst rechtzeitig im Herbst vor Beginn der nächsten Grippewelle erfolgen.
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