
Münster. Mit dem Beginn der Leitungsarbeiten an der Osttorbrücke rückt der Abriss der alten Prinzbrücke in Münster-Hiltrup näher. Die Stadtnetze Münster wollen die Baustelle am 27. Juli 2026 einrichten. Unterhalb der Straßenbrücke werden neue Träger für Versorgungsleitungen montiert. Während der bis zum Jahresende geplanten Arbeiten bleibt der Föhrenweg mit Einschränkungen befahrbar.
Die alten Gas- und Wasserleitungen verlaufen bislang über die historische Prinzbrücke. Solange sie dort in Betrieb sind, kann die nicht mehr genutzte Brücke nicht entfernt werden. Die Verlagerung an die benachbarte Osttorbrücke bildet deshalb einen entscheidenden Schritt innerhalb des gesamten Brückenprojekts.
Der Leitungsumbau hatte sich zuvor verzögert. Bei Vermessungen waren kleinere Höhenunterschiede an den Stahlträgern der Osttorbrücke festgestellt worden. Für die waagerechte Montage der Rohre mussten deshalb passende Abstandshalter geplant und angefertigt werden. Eine Unterquerung des Dortmund-Ems-Kanals oder der Bau einer eigenständigen Rohrbrücke waren nach damaligen Angaben keine umsetzbaren Alternativen.
Für die Arbeiten wird unterhalb der Osttorbrücke ein Teil des Föhrenweges beansprucht. Fahrräder und Kraftfahrzeuge mit einer Höhe von maximal drei Metern sollen den Abschnitt weiterhin passieren können. Wegen der schmaleren Durchfahrt wird im Baustellenbereich Tempo 30 angeordnet.
An beiden Zufahrten sollen mobile Höhenbegrenzer aufgestellt werden. Fahrzeuge, die höher als drei Meter sind, müssen auf die Ringstraße ausweichen. Damit betrifft die Umleitung insbesondere größere Liefer- und Lastwagen. Eine vollständige Sperrung des Föhrenweges ist nach dem bislang bekannten Stand nicht vorgesehen.
Unterhalb der Osttorbrücke errichten die Stadtnetze zunächst ein Arbeitsgerüst über den Kanal. Anschließend werden Stahlkonstruktionen montiert, auf denen die neuen Leitungen geführt werden. Der Abschluss ist für Ende November oder Anfang Dezember vorgesehen.
Das Planfeststellungsverfahren für den Ersatz der Prinzbrücke wurde 2022 abgeschlossen. Die genehmigte Gesamtmaßnahme umfasst neben dem Neubau und dem Abriss der bisherigen Brücke auch die Anpassung der Straßen, Rampen, Fuß- und Radwege, Entwässerungsanlagen sowie der Versorgungsleitungen.
Die neue Prinzbrücke wurde Ende Oktober 2024 freigegeben. Seitdem ist die alte Stahlkonstruktion für den Verkehr gesperrt. Sie steht jedoch weiterhin neben dem Neubau, weil die dort befestigten Leitungen zunächst anderweitig untergebracht werden müssen.
Mit dem nun angekündigten Baustart wird diese technische Voraussetzung geschaffen. Wann der eigentliche Abriss beginnt, geht aus den bislang bekannten Angaben noch nicht hervor. Fest steht lediglich, dass die alte Brücke erst nach dem erfolgreichen Umschluss der Versorgungsnetze zurückgebaut werden kann.
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