Angebliche Geiselnahme löst Großeinsatz in Osnabrück aus

Angebliche Geiselnahme löst Großeinsatz in Osnabrück aus
Foto: Caroline Muffert

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Osnabrück. Eine mutmaßlich vorgetäuschte Geiselnahme hat am Sonntag einen größeren Polizeieinsatz im Osnabrücker Stadtteil Westerberg ausgelöst. Zahlreiche Einsatzkräfte umstellten ein Wohnhaus, nachdem ein Anrufer mit einer Schusswaffe gedroht und behauptet hatte, seine Mutter festzuhalten.

Nach Angaben der Polizeiinspektion Osnabrück ging der Anruf gegen 12.50 Uhr direkt bei der Polizei ein. Inzwischen ermitteln die Beamten wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch das Androhen einer Geiselnahme. Die Polizei spricht in diesem Zusammenhang von einem möglichen Fall von Swatting.

Anrufer fordert Bargeld und Betäubungsmittel

Der unbekannte Anrufer erklärte gegenüber der Polizei, er befinde sich im Haus seiner Mutter und halte sie dort als Geisel fest. Außerdem gab er an, eine Schusswaffe zu besitzen. Als Forderungen nannte er eine größere Menge Bargeld sowie Betäubungsmittel.

Während des Gesprächs nahmen die Beamten zeitweise auch die Stimme einer Frau wahr. Deshalb mussten die Einsatzkräfte zunächst davon ausgehen, dass tatsächlich eine Person in Gefahr sein könnte. Zahlreiche Streifenwagen fuhren daraufhin zum Westerberg. Die Polizisten sicherten die Umgebung und umstellten das betroffene Wohnhaus.

Nach einiger Zeit kam eine Frau aus dem Gebäude. Die Einsatzkräfte stellten fest, dass es sich um die 57 Jahre alte Mutter des vermeintlichen Anrufers handelte. Etwa zur selben Zeit brach der Anrufer das Telefonat mit der Polizei ab.

Die Frau erklärte anschließend, sie sei während des gesamten Vorfalls allein in dem Wohnhaus gewesen. Ihren 17 Jahre alten Sohn habe sie bereits seit mehreren Tagen nicht mehr gesehen. Damit bestätigte sich der zunächst gemeldete Sachverhalt nicht. Dennoch musste die Polizei klären, wo sich der Jugendliche aufhielt und ob er an dem Anruf beteiligt war.

Jugendlicher meldet sich bei Polizei in Ibbenbüren

Über den Vater des Jugendlichen, der in Ibbenbüren lebt, gelang es der 57-Jährigen schließlich, ihren Sohn telefonisch zu erreichen. Der 17-Jährige begab sich daraufhin zur Polizeidienststelle in Ibbenbüren.

Dort bestritt er nach Angaben der Polizei jede Beteiligung an dem Vorfall. Stattdessen beschuldigte er seine 18-jährige ehemalige Freundin, die Aktion veranlasst zu haben. Ob diese Darstellung zutrifft und wer tatsächlich hinter dem Anruf steckt, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.

Kurz vor 15 Uhr beendeten die Einsatzkräfte den Polizeieinsatz am Westerberg. Zu einer tatsächlichen Geiselnahme war es nach den bisherigen Erkenntnissen nicht gekommen. Verletzt wurde laut Mitteilung niemand.

Bei einem sogenannten Swatting werden Polizei oder Rettungskräfte mit erfundenen Angaben zu einer angeblich schweren Straftat an einen bestimmten Ort geschickt. Solche Falschmeldungen können umfangreiche und gefährliche Einsätze auslösen, weil die Beamten zunächst von einer realen Bedrohung ausgehen müssen.

Die Polizeiinspektion Osnabrück ermittelt nun zu den Hintergründen des Anrufs und zur Identität der verantwortlichen Person. Weitere Angaben zum Stand des Verfahrens machte die Behörde zunächst nicht.

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