
Münster. Die Handwerkskammer Münster verzeichnet bis Ende Juli 2026 insgesamt 3.884 neue Ausbildungsverträge. Besonders im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr leicht. Dennoch konnten zahlreiche Betriebe ihre angebotenen Lehrstellen bisher nicht besetzen.
Im Münsterland wurden bis zum Stichtag am 30. Juli insgesamt 2.865 neue Ausbildungsverträge eingetragen. Das entspricht einem leichten Anstieg von 0,3 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. In der Emscher-Lippe-Region registrierte die Handwerkskammer 1.019 Verträge. Dort lag das Plus bei 1,4 Prozent.
Weitere 146 Verträge waren bereits abgeschlossen worden, wurden bis zum Stichtag jedoch wieder aufgehoben. Die Handwerkskammer weist deshalb darauf hin, dass es sich bei den aktuellen Angaben lediglich um eine Momentaufnahme handelt. Die Zahlen spiegeln den derzeitigen Bearbeitungsstand der eingereichten Verträge wider.
Da Betriebe auch in den kommenden Monaten weitere Ausbildungsverträge melden können, steht das endgültige Ergebnis noch nicht fest. Eine abschließende Bilanz will die Kammer erst nach dem Ende des Jahres ziehen. Die bisherige Entwicklung bewertet sie jedoch als stabil.
In Münster beginnen nach dem derzeitigen Stand 421 junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk. Die höchste Zahl innerhalb des Kammerbezirks meldet der Kreis Steinfurt mit 819 Nachwuchskräften. Es folgen der Kreis Borken mit 797 sowie der Kreis Recklinghausen mit 630 neuen Auszubildenden.
Im Kreis Coesfeld starten 442 junge Menschen in die Berufsausbildung. Für den Kreis Warendorf wurden 386 Verträge registriert. In Gelsenkirchen sind es 287 und in Bottrop 102. Insgesamt verteilen sich die Verträge auf 88 verschiedene Handwerksberufe.
Trotz der stabilen Zahlen suchen zahlreiche Handwerksbetriebe weiterhin Auszubildende. Das zeigt eine nicht repräsentative Kurzumfrage der Handwerkskammer Münster, an der 879 Unternehmen teilnahmen. Rund 60 Prozent der befragten Betriebe boten demnach in diesem Jahr Ausbildungsplätze an.
Insgesamt meldeten die Unternehmen sogar mehr Lehrstellen als im Vorjahr. Fast die Hälfte der Betriebe konnte jedoch noch nicht alle angebotenen Plätze besetzen. Bei zwei Dritteln der Unternehmen mit freien Stellen war bis zum Zeitpunkt der Befragung keine einzige Bewerbung eingegangen.
Kammerpräsident Jürgen Kroos ermuntert Jugendliche deshalb, ihre Suche nach einem Ausbildungsplatz fortzusetzen. Nach Einschätzung der HWK bestehen im regionalen Handwerk weiterhin gute Einstiegschancen. Dabei komme es nicht allein auf den Schulabschluss an.
Betriebe, die Bewerberinnen oder Bewerber ablehnten, nannten vor allem den persönlichen Eindruck als Grund. Außerdem spielten fehlende Deutschkenntnisse und die Leistungen beim Probearbeiten eine Rolle. Ein nicht ausreichender Schulabschluss wurde dagegen vergleichsweise selten genannt.
Die Handwerkskammer verweist auf rund 130 anerkannte Ausbildungsberufe im Handwerk. Jugendliche sollten sich deshalb umfassend über die unterschiedlichen Tätigkeiten informieren. Die große Auswahl ermögliche es, einen Beruf zu finden, der zu den eigenen Fähigkeiten passe.
Aktuell sind im Ausbildungsportal der HWK Münster 234 freie Lehrstellen für 2026 eingetragen. Die Angebote stammen aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region. Interessierte können sich außerdem telefonisch an die Ausbildungsvermittlung der Kammer wenden.
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