
Münster. Nach zehn Festivaltagen ist das LITFILMS Festival am Sonntag, 27. September, mit der Preisverleihung im Schloßtheater Münster zu Ende gegangen. Den mit 5.000 Euro dotierten Preis im Wettbewerb „Literaturadaption“ erhielt der walisische Spielfilm „Effi o Blaenau“ von Regisseur Marc Evans. Im erstmals ausgetragenen Kurzfilmwettbewerb LIT.shorts entschied dagegen das Publikum über die Auszeichnung.
Der Film von Marc Evans basiert auf dem Theaterstück „Iphigenia in Splott“ des walisischen Dramatikers Gary Owen und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, deren Leben von Hoffnung, Verlust und den Grenzen gesellschaftlicher Fürsorge geprägt ist. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Stiftung der Sparda-Bank West ermöglicht. Über den Gewinner entschied eine Fachjury aus der Schauspielerin und Autorin Anna Brüggemann, dem Filmemacher Fränz Hausemer sowie der Autorin und Verlegerin Elte Rauch.
Die Jury hob besonders hervor, wie der Film aus einer sehr persönlichen Geschichte universelle Themen entwickelt. Gewürdigt wurde auch die Darstellung von Hauptdarstellerin Leisa Gwenllian. Nach Einschätzung der Jury gelingt es Regisseur Marc Evans und seiner Hauptdarstellerin, Verletzlichkeit, Widerstandskraft und schwierige Lebensentscheidungen miteinander zu verbinden. Eine wichtige Rolle für die Atmosphäre spielen zudem die Landschaft Nordwales und die walisische Sprache.
Eine Premiere gab es beim Kurzfilmprogramm des Festivals. Nachdem LITFILMS bereits 2024 ein eigenes Kurzfilmformat eingeführt hatte, wurde 2026 erstmals ein Wettbewerb unter dem Namen LIT.shorts veranstaltet. Gewonnen hat „Die Unvorzeigbarkeit dessen, was nie hätte geschehen sollen“ von Silke Schönfeld. Anders als beim Hauptwettbewerb entschied hier keine Fachjury, sondern das Publikum per Voting.
Der Film beschäftigt sich mit den langfristigen und teilweise unsichtbaren Spuren nationalsozialistischer Erziehung im Leben zweier Schwestern. Die Auszeichnung umfasst ein Preisgeld von 500 Euro sowie die Untertitelung eines Folgeprojekts. Gestiftet wurde der Preis von der Untertitel-Werkstatt Münster.
Zehn Tage lang brachte LITFILMS Film, Literatur und unterschiedliche Veranstaltungsformate in Münster zusammen. Neben Filmvorführungen gehörten Lesungen, Workshops, Gespräche und Live-Performances zum Programm. Nach Angaben der Veranstalter verzeichnete die vierte Festivalausgabe einen deutlichen Publikumszuwachs gegenüber den Vorjahren, zahlreiche Veranstaltungen seien ausverkauft gewesen.
Zu den Gästen aus der Literatur gehörten unter anderem Anja Rützel, Annika Brockschmidt, Constantin Lieb, David Vajda, Lütfiye Güzel und Son Lewandowski. Auch Filmschaffende wie Regina Schilling, Bayan Layla, Josef Brandl, Janina Sara Hennemann und Koxi kamen nach Münster und diskutierten mit dem Publikum über ihre Produktionen und Arbeitsweisen.
Neu war neben LIT.shorts auch ein eigener Branchentag. Damit möchte das Festival insbesondere Nachwuchsfilmschaffenden Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung bieten. Festivalleiter Carsten Happe erklärte zum Abschluss, LITFILMS wolle nicht nur internationale Filme nach Westfalen holen, sondern zugleich die regionale Filmszene sichtbarer machen. Festivalleiterin Risna Olthuis verwies auf die starke Resonanz beim Publikum und zahlreiche ausverkaufte Veranstaltungen.
Auf die nächste Ausgabe von LITFILMS müssen Besucherinnen und Besucher zwei Jahre warten. Das Literatur Film Festival Münster soll im Herbst 2028 zurückkehren. Bereits vom 17. bis 26. September 2027 findet jedoch wieder das Filmfestival Münster statt.
LITFILMS widmet sich der Verbindung von Literatur und Film und setzt dabei sowohl auf klassische Literaturadaptionen als auch auf experimentelle Formate und den direkten Austausch zwischen beiden Kunstformen. Veranstaltet wird das Festival von der Filmwerkstatt Münster. Gefördert wird es unter anderem von der Kunststiftung NRW, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Münster, der Stiftung der Sparda-Bank West, der Berkenkamp Stiftung und der Stiftung Westfalen-Initiative.
Konzerte, Märkte, Partys, Familienangebote und weitere Termine für Münster und Umgebung.






Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu