Unwetterwarnung für Münster: Böen bis 100 km/h

Unwetter Ostwestfalen, Hagel Paderborn
Foto: Džoko Stach

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Münster. Der Deutsche Wetterdienst warnt am Donnerstagnachmittag im gesamten Stadtgebiet von Münster vor schweren Sturmböen. Erwartet werden Windgeschwindigkeiten zwischen 75 und 100 Kilometern pro Stunde. Die amtliche Warnung gilt nach aktuellem Stand bis 19 Uhr.

Im Mittelpunkt steht dabei zunächst der Sturm und nicht eine flächendeckende Gewitterlage. Nur für den Süden Münsters galt zeitweise zusätzlich eine Warnung vor einem starken Gewitter. Auch eine Hitzewarnung besteht weiterhin, für die unmittelbare Gefahrenlage sind jedoch vor allem die kräftigen Böen entscheidend.

Sturmwarnung gilt für das gesamte Stadtgebiet Münster

Für Münster-Nord und Münster-Süd gilt seit 14 Uhr eine Warnung vor schweren Sturmböen aus westlicher Richtung. Windgeschwindigkeiten zwischen 75 und 100 Kilometern pro Stunde entsprechen den Stärken neun und zehn auf der Beaufortskala. Dadurch können größere Äste abbrechen, einzelne Bäume umstürzen sowie Dachziegel und andere Gegenstände herabfallen oder durch die Luft geschleudert werden. Die Böen können auch ohne Gewitter auftreten und innerhalb kurzer Zeit deutlich zunehmen, selbst wenn es zunächst trocken bleibt oder lediglich bewölkt ist.

Der DWD empfiehlt, Gartenmöbel, Sonnenschirme, Gerüste, Zelte und andere lose Gegenstände zu sichern. Wer draußen unterwegs ist, sollte Abstand zu Bäumen, Gebäuden und Baustellen halten. Besondere Vorsicht gilt auf der Promenade, in Parks und Waldgebieten. Auch Radfahrer können durch seitliche Böen erheblich gefährdet werden. Autofahrer müssen mit Ästen auf den Straßen und möglichen kurzfristigen Sperrungen rechnen. Bis zum frühen Donnerstagnachmittag lagen noch keine bestätigten Meldungen über größere Schäden in Münster vor.

Gewitterwarnung betraf nur den Süden Münsters

Für Münster-Süd galt zusätzlich eine bis 15.30 Uhr befristete Warnung vor einem starken Gewitter. Dabei waren schwere Sturmböen zwischen 80 und 95 Kilometern pro Stunde, kleinkörniger Hagel und Blitzschläge möglich. Der DWD rät bei Gewitter dazu, den Aufenthalt im Freien zu vermeiden und Schutz in einem festen Gebäude zu suchen.

Die Gewitter- und Sturmwarnung müssen jedoch getrennt betrachtet werden. Während die Gewitterwarnung nur den südlichen Teil der Stadt und ein begrenztes Zeitfenster betraf, gilt die Warnung vor schweren Sturmböen für ganz Münster. Damit können auch Stadtteile von gefährlichen Böen getroffen werden, in denen weder Starkregen noch Hagel oder Blitzschläge auftreten.

Hitze verliert mit dem Wetterwechsel an Bedeutung

Gleichzeitig besteht in Münster weiterhin eine Hitzewarnung. Am frühen Nachmittag lagen die Temperaturen bei rund 35 Grad. Mit dem Durchzug kühlerer Luft können die Werte im weiteren Verlauf jedoch deutlich sinken. Für die aktuelle Gefahrenlage spielen die hohen Temperaturen deshalb eine geringere Rolle als die erwarteten Windgeschwindigkeiten.

Auch für Osnabrück gilt bis 19 Uhr eine Warnung vor schweren Sturmböen zwischen 75 und 100 Kilometern pro Stunde. Eine zusätzliche Gewitterwarnung bestand dort zunächst nicht. Die Warnlage entspricht damit weitgehend der Situation im Münsteraner Stadtgebiet.

Paderborn unterbricht Libori wegen stärkerer Warnlage

Deutlich weitergehende Warnungen gelten am Donnerstagnachmittag für Paderborn. Dort liegt neben der Sturmwarnung eine Vorabinformation vor schweren Gewittern vor. Lokal können Orkanböen bis 120 Kilometer pro Stunde, Starkregen mit bis zu 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit und Hagelkörner mit einem Durchmesser von rund zwei Zentimetern auftreten. Der DWD weist allerdings darauf hin, dass solche schweren Begleiterscheinungen meist nur einzelne Orte treffen.

Die Stadt Paderborn reagierte vorsorglich auf die Warnlage und unterbrach das Libori-Fest am Nachmittag zeitweise. Betroffen waren die Kirmes und weitere Veranstaltungsflächen. Auch der geplante Tag des Handwerks wurde abgesagt. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch auf eine vergleichbare Entwicklung in Münster schließen. Hier bleibt bis zum Abend vor allem die Gefahr durch schwere Sturmböen, umstürzende Bäume und herumfliegende Gegenstände bestehen.

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