
Münster. Bei einem groß angelegten Polizeieinsatz in Münster sind erhebliche Mengen Drogen, mehrere Waffen und rund 100.000 Euro Bargeld sichergestellt worden. Die Kriminalpolizei durchsuchte am frühen Mittwochmorgen Wohnungen in Kinderhaus, Handorf und Gievenbeck. Zwei Männer wurden aufgrund bestehender Haftbefehle festgenommen, ein weiterer Mann kam zunächst vorläufig in Gewahrsam.
Hintergrund der Durchsuchungen ist laut Polizei der dringende Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Die Ermittlungen richten sich gegen eine mutmaßliche Gruppierung, die nach Einschätzung der Ermittler eine wichtige Rolle im Drogenhandel in Münster gespielt haben soll. Einen besonderen Schwerpunkt sehen die Beamten dabei im Stadtteil Kinderhaus.
Unterstützt von Kräften der Einsatzhundertschaft durchsuchten Teams der Kriminalpolizei die Wohnungen von insgesamt sieben Personen. Die Maßnahmen fanden in Kinderhaus, Handorf und Gievenbeck statt. Dabei vollstreckten die Einsatzkräfte zwei Haftbefehle, die auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom Amtsgericht Münster erlassen worden waren.
Festgenommen wurden ein 22 Jahre alter Mann und ein 31-Jähriger. Zusätzlich nahm die Polizei einen 57 Jahre alten Mann vorläufig fest. Dieser sollte am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Ob gegen ihn anschließend Untersuchungshaft angeordnet wurde, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Für alle Betroffenen gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Bei den Durchsuchungen fanden die Beamten Kokain in einer Menge von mehreren Hundert Gramm. Außerdem wurden mehrere Kilogramm Marihuana beschlagnahmt. Hinzu kamen eine scharfe Schusswaffe, weitere Hieb- und Stoßwaffen sowie Bargeld in Höhe von ungefähr 100.000 Euro. Wo genau die einzelnen Gegenstände gefunden wurden und wem sie zugeordnet werden, ist bislang nicht bekannt.
Nach Angaben von Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf konnten bei dem Einsatz umfangreiche Beweismittel gegen die mutmaßliche Gruppierung gesichert werden. Die Ermittlungen deuteten darauf hin, dass das Netzwerk insbesondere für den Rauschgifthandel in Kinderhaus von Bedeutung gewesen sein könnte.
Die Durchsuchungen bedeuten jedoch noch nicht, dass die Ermittlungen abgeschlossen sind. Die Polizei will nun die sichergestellten Drogen, Waffen, Datenträger und weiteren Beweismittel auswerten. Dabei soll unter anderem geklärt werden, welche Rollen die einzelnen Verdächtigen innerhalb der Gruppe gespielt haben und ob weitere Personen beteiligt sind.
Auch die Herkunft des sichergestellten Bargeldes und der Schusswaffe ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Weitere Einzelheiten zu möglichen Lieferwegen, Verkaufsstrukturen oder dem Zeitraum des mutmaßlichen Drogenhandels machte die Polizei zunächst nicht öffentlich. Die Behörde kündigte an, das Netzwerk und seine Hintergründe weiter zu untersuchen.
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