
Münster. Mit einer Flaggenhissung vor dem Stadthaus 1 beginnen am Samstag, 1. August 2026, die Pride Weeks Münster. Der Auftakt steht zugleich im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Anschlags im Umfeld des Berliner Christopher Street Days. Bis zum 16. August sind in Münster insgesamt 42 Veranstaltungen geplant. Den Höhepunkt bildet der große CSD-Tag am Samstag, 15. August.
Die barrierefreie Auftaktveranstaltung beginnt um 12 Uhr vor dem Stadthaus 1 an der Klemensstraße und dauert voraussichtlich bis 14 Uhr. Organisiert wird sie gemeinsam vom KCM e.V. und dem CSD Münster. Nach der Begrüßung ist eine Gedenkminute vorgesehen. Anschließend sprechen Oberbürgermeister Tilman Fuchs sowie Vertreter des CSD Münster, des KCM und der Aidshilfe Münster. Auch die Improvisationstheatergruppe Rosa Pfeffer ist Teil des Programms. Gegen 13.10 Uhr soll die Flagge zu Livemusik gehisst werden, danach sind Gespräche und ein gemeinsamer Ausklang geplant. Bereits am 28. Juli hatten rund 500 Menschen bei einer Gedenkveranstaltung im Rathausinnenhof an die Opfer erinnert. Am Stadtweinhaus wurde zudem eine Inter-Progress-Pride-Flagge mit Trauerflor gehisst.
Das Programm reicht von Filmabenden, Lesungen und Workshops bis zu Sportangeboten, Community-Treffen und Partys. Bereits am ersten Wochenende gibt es unter anderem einen FLINTA-Stricktreff, eine Board Game Night, queeres Karaoke, ein Doppelkopfturnier und ein Boule-Angebot. Zu den größeren Terminen zählt der Dyke March am 8. August, der um 16 Uhr an der Stubengasse beginnt. Am selben Tag findet außerdem ein Fach- und Informationstag zu transgeschlechtlichen, intergeschlechtlichen und nicht-binären Themen statt. Weitere Veranstaltungen beschäftigen sich unter anderem mit Selbstverteidigung, queerer Literatur, Kleidungstausch, Drag, Musik und dem Austausch verschiedener Generationen.
Konzerte, Märkte, Partys, Familienangebote und weitere Termine für Münster und Umgebung.
Der große CSD-Tag beginnt am 15. August um 12 Uhr mit einem Ständefest auf dem Prinzipalmarkt. Ab 13 Uhr stellt sich die Demonstration an der Himmelreichallee am Aasee auf. Die Abschlusskundgebung und das Bühnenprogramm vor der Lambertikirche sind ab etwa 15 Uhr geplant, bevor um 22 Uhr die offizielle Abschlussparty im Jovel beginnt. Der CSD steht 2026 unter dem Motto „Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Queeres Leben schützen“. Die Organisatoren fordern unter anderem einen stärkeren Schutz queerer Menschen, die Aufnahme der sexuellen Identität in Artikel 3 des Grundgesetzes und einen sicheren Aufenthalt für Menschen, denen wegen ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität Verfolgung droht.
Trotz des Anschlags in Berlin soll der CSD in Münster wie geplant stattfinden. Die Veranstalter überprüfen das Sicherheitskonzept gemeinsam mit der Polizei und weiteren Beteiligten. Die Polizei Münster will die Demonstration mit verstärkten Kräften schützen. Welche zusätzlichen Sperren, Kontrollen oder Zufahrtssicherungen vorgesehen sind, wurde bislang nicht öffentlich mitgeteilt. Die Veranstalter betonen, dass sie sich durch Gewalt und Einschüchterung nicht aus dem öffentlichen Raum verdrängen lassen wollen. Gleichzeitig zeigen sie Verständnis für Menschen, die sich derzeit bei größeren Veranstaltungen unsicher fühlen.
Am Sonntag, 16. August, enden die Pride Weeks mit der Schifffahrt „Queer Waves“ auf der MS Günther und einem ökumenischen CSD-Gottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche. Münster besitzt zudem eine besondere Bedeutung für die Geschichte der queeren Bewegung: Am 29. April 1972 demonstrierten hier rund 200 Menschen bei der ersten Homosexuellendemonstration in der Bundesrepublik Deutschland.
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