
Ein Großbrand in Wellesweiler hat am Mittwoch, 29. Juli 2026, einen stundenlangen Einsatz mit rund 150 Kräften ausgelöst. In einem Recyclingbetrieb für Druckbehälter im Gewerbegebiet Im Langenthal gerieten zahlreiche Spraydosen und Behälter in Brand. Einige zerbarsten durch die Hitze und wurden über das Betriebsgelände hinausgeschleudert. Drei Einsatzkräfte sowie ein Mitarbeiter des Unternehmens mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Rund 35 Anwohner verließen vorsorglich ihre Häuser.
Die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen wurde gegen 13.30 Uhr zu dem Betrieb alarmiert. Schon auf der Anfahrt war eine große Rauchsäule über dem Gewerbegebiet zu erkennen, wie der Kreisfeuerwehrverband Neunkirchen mitteilt. Am Einsatzort trafen die Feuerwehrleute auf offene Flammen und zahlreiche durch die Hitze gefährdete Druckbehälter.
Weil Spraydosen und andere Behälter explosionsartig zerbarsten und Teile weit durch die Luft flogen, konnten die Einsatzkräfte zunächst nicht unmittelbar an das Feuer herangehen. Der Löschangriff musste aus größerer Entfernung und aus geschützten Positionen erfolgen. Ein Stickstofftank auf dem Gelände sowie eine benachbarte Metzgerei wurden vor den Flammen geschützt.
Der Industriebrand im Langenthal griff auch auf trockene Wiesen und Baumreihen hinter dem Betriebsgelände über. Die Flammen breiteten sich einen steilen Hang hinauf in Richtung der Wohnhäuser am Distelfeld und an der Homburger Straße aus. Die Feuerwehr konnte das Vegetationsfeuer stoppen, bevor es die Wohnbebauung erreichte.
Dennoch wurden etwa zwölf Häuser mit insgesamt rund 35 Bewohnern vorsorglich geräumt. Zunächst bestand die Gefahr, dass sich das Feuer weiter ausbreiten könnte. Später war vor allem die starke Rauchentwicklung ausschlaggebend. Die Bewohner wurden in einem nahe gelegenen Gemeindezentrum betreut und durften erst am späten Abend in ihre Häuser zurückkehren.
Wegen der weithin sichtbaren Rauchwolke wurde eine Warnung für die Bevölkerung ausgelöst. Diese konnte im Verlauf des Einsatzes schrittweise auf ein kleineres Gebiet begrenzt und in der Nacht zu Donnerstag vollständig aufgehoben werden.
Spezialfahrzeuge führten im Umfeld des Brandortes Messungen auf chemische Stoffe durch. Gesundheitsgefährdende Schadstoffkonzentrationen wurden dabei laut Feuerwehr nicht festgestellt. In Teilen Neunkirchens und im benachbarten Bexbach war jedoch eine deutliche Geruchsbelästigung wahrnehmbar. Die Messungen begleiteten den Einsatz über einen längeren Zeitraum, während die Löscharbeiten auf dem weitläufigen Betriebsgelände fortgesetzt wurden.
Zur Brandbekämpfung setzte die Feuerwehr mehrere Spezialfahrzeuge und technische Geräte ein. Ein Löschroboter des Katastrophenschutzes aus dem Landkreis Sankt Wendel wurde in Bereiche geschickt, die Feuerwehrleute wegen des Feuers und der Einsturzgefahr nicht betreten konnten. Die Bosch-Werkfeuerwehr aus Homburg bekämpfte die Flammen mit dem Wasserwerfer eines Teleskopmastfahrzeugs von oben.
Ein Radbagger des Technischen Hilfswerks entfernte Gebäudeteile und legte verdeckte Glutnester frei. Mehrere Drohnen, teilweise mit Wärmebildkameras, lieferten der Einsatzleitung Bilder aus der Luft. Am frühen Abend konnte der Großbrand in Wellesweiler unter Kontrolle gebracht werden. Die Nachlöscharbeiten dauerten jedoch durch die gesamte Nacht bis in den Donnerstagnachmittag.
Die Temperaturen von mehr als 30 Grad erschwerten die Löscharbeiten. In Verbindung mit der schweren Schutzkleidung und der hohen körperlichen Belastung kam es bei mehreren Feuerwehrleuten zu hitzebedingten Ausfällen. Drei Einsatzkräfte wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht. Auch ein Beschäftigter des Recyclingbetriebs musste stationär behandelt werden.
Der Rettungs- und Betreuungsdienst richtete an der Einsatzstelle einen Behandlungsplatz ein. Außerdem wurden die Einsatzkräfte mit Getränken, Snacks und einer warmen Mahlzeit versorgt. Insgesamt beteiligten sich rund 150 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Deutschem Roten Kreuz, THW, Polizei und Energieversorgern aus mehreren saarländischen Landkreisen an dem Einsatz.
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