
Lengerich. Knapp fünf Wochen nach dem Großeinsatz im Lengericher Rathaus ist der 47-jährige Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß. Der Mann soll sich am 23. Juni 2026 im Sozialamt mit einer mutmaßlich brennbaren Flüssigkeit übergossen und damit gedroht haben, sich in den Diensträumen anzuzünden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte er die psychiatrische Einrichtung bereits am 7. Juli verlassen.
Die Polizei ermittelt weiterhin wegen des Anfangsverdachts des Hausfriedensbruchs, der versuchten Nötigung und der versuchten schweren Brandstiftung. Eine abschließende strafrechtliche Bewertung liegt bislang nicht vor. Nach ersten Vernehmungen könnten zuvor abgelehnte Sozialleistungen der Hintergrund des Vorfalls gewesen sein.
Warum der Mann aus der psychiatrischen Unterbringung entlassen wurde und ob Auflagen bestehen, ist nicht bekannt. Seine Entlassung bedeutet nicht, dass die Ermittlungen abgeschlossen oder die Vorwürfe ausgeräumt sind.
Der Einsatz hatte am 23. Juni gegen 12.45 Uhr im Rathaus an der Tecklenburger Straße begonnen. Der 47-Jährige soll sich mit zwei männlichen Mitarbeitern der Stadt in einem Büro verschanzt haben. Nach Darstellung der Polizei befanden sich die Beschäftigten zeitweise in seiner unmittelbaren Gewalt.
Das Rathaus wurde geräumt, umliegende Straßen wurden gesperrt. Polizei und Feuerwehr waren mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Für die Bevölkerung bestand nach Behördenangaben keine Gefahr. Spezialeinheiten überwältigten den Mann gegen 14.20 Uhr. Die beiden Mitarbeiter blieben unverletzt.
Der Tatverdächtige erlitt durch die Flüssigkeit leichte Verletzungen und wurde zunächst in ein Krankenhaus gebracht. Anschließend erfolgte die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.
Bei einer späteren Durchsuchung seiner Wohnung stellten Ermittler mehrere Datenträger und eine Softair-Waffe sicher. Ob die Gegenstände mit dem Vorfall im Lengericher Sozialamt in Verbindung stehen, wurde bislang nicht öffentlich mitgeteilt.
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