Diebstähle, Gewalttaten und Großeinsatz: So verlief Wacken aus Sicht der Polizei

Diebstähle, Gewalttaten und Großeinsatz: So verlief Wacken aus Sicht der Polizei
Symbolbild Björn Wolter

Teilen:

Die Polizeieinsätze beim Wacken Open Air 2026 blieben gemessen an der Größe des Festivals insgesamt überschaubar. Die Polizeidirektion Itzehoe bewertete die Lage während der Anreise und an den Festivaltagen wiederholt als ruhig oder moderat. Dennoch beschäftigten Diebstähle, mehrere Körperverletzungen, ein Exhibitionist und ein Widerstand gegen Polizeibeamte die Einsatzkräfte. Der aufsehenerregendste Vorfall ereignete sich am Donnerstagabend, als die Polizei nach einer angedeuteten Schadensaktion zwei Männer außerhalb des Geländes stoppte. Eine tatsächliche Gefahr für das Festival bestand nach Abschluss der Überprüfung nicht.

Anreise nach Wacken verlief weitgehend ohne größere Störungen

Bereits die Anreise ab Sonntag, 26. Juli, verlief nach Angaben der Polizei weitgehend reibungslos. Trotz zeitweiligen Regens blieben die Zufahrten und Wege befahrbar. Die Besucher hielten sich überwiegend an die ausgeschilderten Anreiserouten, sodass es zunächst keine nennenswerten Verkehrsbehinderungen gab. Auch am zweiten Anreisetag registrierte die Polizei keine besonderen Vorkommnisse. Am Dienstag kam es lediglich zu den erwarteten Wartezeiten rund um das Festivalgelände. Die Polizei war während der gesamten Veranstaltung mit einer eigenen Festivalwache präsent und diente Besuchern als Anlaufstelle.

Am dritten Anreisetag meldeten die Beamten die ersten Straftaten. Registriert wurden drei Diebstähle aus Zelten und Fahrzeugen sowie drei Körperverletzungen. Zwei Männer im Alter von 30 und 63 Jahren erhielten nach Körperverletzungsdelikten ein Hausverbot und mussten sowohl das Festivalgelände als auch die Stellflächen mit ihren Fahrzeugen verlassen. Zusätzlich erlitt ein Mitarbeiter der Veranstaltung einen medizinischen Notfall. Trotz dieser Vorfälle bezeichnete die Polizei die Gesamtlage angesichts der großen Besucherzahl weiterhin als ruhig.

Polizeibilanz Wacken 2026: Zehn Eigentumsdelikte am ersten Festivaltag

Mit der Öffnung der Hauptbühnen stieg auch die Zahl der Anzeigen. Seit Mittwochmorgen nahm die Polizei zehn Eigentumsdelikte auf. Dazu gehörten Taschendiebstähle sowie Diebstähle von Bargeld aus Zelten und geparkten Fahrzeugen. Nach einem versuchten Diebstahl aus einem unverschlossenen Wohnwagen nahmen Beamte einen 59-jährigen slowakischen Staatsangehörigen vorläufig fest. Der Eigentümer hatte den Mann entdeckt und die Polizei verständigt. Ein mutmaßlicher Komplize konnte fliehen. Gegen den 59-Jährigen wird wegen versuchten Diebstahls und Hausfriedensbruchs ermittelt. Er erhielt ein Hausverbot und einen Platzverweis.

Außerdem fanden Festivalbesucher eine verletzte Person am Boden. Nach Einschätzung der Ermittler deuteten die Verletzungen auf Gewalteinwirkung hin. Rettungskräfte brachten die Person in ein Krankenhaus, Hinweise auf den Täter gab es zunächst nicht. In einem weiteren Fall fertigte die Polizei eine Anzeige gegen einen 19-jährigen Bulgaren wegen exhibitionistischer Handlungen. Er musste das Gelände verlassen. Zweimal beschlagnahmten Beamte zudem private Drohnen, deren Betrieb über dem Festivalgelände nicht genehmigt war.

Verdächtige Chatnachricht löst Polizeieinsatz in Wacken aus

Am Donnerstagabend führte eine Chatnachricht zu einem größeren Polizeieinsatz in Wacken. Darin war abstrakt eine Schadensaktion gegen das Festival angedeutet worden. Im Verlauf der Ermittlungen gerieten zwei Männer in den Fokus, die mit einem Auto im Umfeld des Festivalgeländes unterwegs waren. Einsatzkräfte stoppten den Wagen gegen 19.50 Uhr und brachten beide Personen für weitere Ermittlungen auf eine Dienststelle. Da sich im Kofferraum möglicherweise ein verdächtiger Gegenstand befand, untersuchte der Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamtes das Fahrzeug.

Die Spezialisten konnten eine Gefahr durch den Gegenstand ausschließen. Auch für das Wacken Open Air und seine Besucher bestand laut Polizei zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Bedrohung. Der laufende Festivalbetrieb wurde durch die Maßnahmen nicht beeinträchtigt. Die Polizei erklärte später, die schnelle Überprüfung habe ergeben, dass kein tatsächlicher Gefahrentatbestand vorgelegen habe. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Nachricht und gegen die beiden zunächst festgenommenen Männer dauerten jedoch an.

Gefährliche Körperverletzung und Widerstand gegen Beamte

Am Freitagabend kam es in der Schenefelder Straße zu einer gefährlichen Körperverletzung. Nach bisherigen Erkenntnissen griffen zwei unbekannte Männer einen ebenfalls unbekannten Mann an. Als dieser am Boden lag, sollen die Täter weiter auf ihn eingetreten haben. Zwei Festivalbesucher versuchten einzugreifen und wurden daraufhin ebenfalls geschlagen. Die beiden Helfer erlitten leichte Verletzungen, einer von ihnen musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Angreifer flüchteten. Auch das zuerst angegriffene Opfer war beim Eintreffen der Polizei nicht mehr vor Ort.

Fast zeitgleich fiel ein 19 Jahre alter Mann aus dem Kreis Steinburg durch aggressives Verhalten gegenüber Festivalbesuchern auf. Nachdem er einen Platzverweis ignoriert hatte, nahmen ihn Polizeibeamte in Gewahrsam. Dabei leistete er Widerstand. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet. Zusätzlich registrierte die Polizei seit Freitagmorgen zwei weitere Diebstähle und eine Sachbeschädigung an einem VW Touran. Ein unbekannter Täter hatte vermutlich mit einem Stein die Heckscheibe des Fahrzeugs eingeschlagen.

Polizei kontrolliert Abreise vom Wacken Open Air

Zum Ende des Festivals richtete sich der Blick der Einsatzkräfte auf die Abreise. Bereits in der Nacht zum Sonntag verließen erste Besucher das Gelände. Die Polizei kündigte punktuelle Verkehrskontrollen an und warnte davor, unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln zu fahren. Rettungswege mussten durchgehend frei bleiben. Fahrzeuge, die Zufahrten für Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst blockierten, sollten kostenpflichtig abgeschleppt werden.

Update der Polizei 11:52 Uhr:
Polizeibilanz Wacken 2026: Weniger Straftaten als im Vorjahr

Aus polizeilicher Sicht verlief das Wacken Open Air 2026 überwiegend ruhig. Zwar lag die Zahl der Einsätze leicht über dem Niveau des Vorjahres. Nach Angaben der Polizei war das unter anderem auf mehrere Unterstützungseinsätze zurückzuführen, beispielsweise zugunsten des Rettungsdienstes. Gleichzeitig registrierten die Beamten einen leichten Rückgang der Straftaten, die während des Veranstaltungszeitraums mit dem Festival in Verbindung standen. Konkrete Gesamtzahlen zu Anzeigen, Körperverletzungen, Diebstählen oder Verkehrskontrollen nannte die Polizeidirektion Itzehoe in ihrem vorläufigen Fazit zunächst nicht.

Damit fällt die vorläufige Bilanz trotz einzelner Diebstähle, Körperverletzungen, Festnahmen und des größeren Einsatzes wegen einer verdächtigen Nachricht positiv aus. Der Leiter der Polizeidirektion Itzehoe, Frank Matthiesen, hob insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Rettungsdiensten, weiteren Organisationen und dem Veranstalter hervor.

Hohe Verkehrsbelastung bei der Abreise aus Wacken

Nach dem Ende des Festivals setzte der Abreiseverkehr bereits in der Nacht zum Sonntag ein. Rund um das Gelände herrschte am Vormittag ein hohes Verkehrsaufkommen. Vor allem an den Ausfahrten der Campingflächen mussten Besucher mit Wartezeiten rechnen. Größere Beeinträchtigungen registrierte die Polizei zunächst jedoch nicht. Die vom Veranstalter vorgegebenen Abreiserouten wurden nach Angaben der Polizeidirektion Itzehoe konsequent genutzt. Die Einsatzkräfte begleiteten den Verkehr weiterhin und kündigten an, bei Bedarf steuernd einzugreifen. Die wegen des Besucheraufkommens eingerichtete Sperrung der Hauptstraße in Wacken konnte bereits um 1.15 Uhr aufgehoben werden.

Während der Abreise führte die Polizei punktuelle Verkehrskontrollen durch. Sie appellierte an die Besucher, die Heimfahrt nur in uneingeschränkt fahrtüchtigem Zustand anzutreten. Insbesondere Alkohol oder andere berauschende Mittel standen dabei im Fokus. Die Polizei bat die Abreisenden außerdem, den Anweisungen vor Ort zu folgen und wegen möglicher Wartezeiten Geduld mitzubringen.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu