
Beim möglichen Noah Atubolu Transfer kommt offenbar Bewegung in die seit Wochen offene Zukunft des Freiburger Torhüters. Nach Informationen des kicker hätten Olympique Marseille, die SSC Neapel und der AFC Bournemouth der Spielerseite konkrete Angebote vorgelegt. Bei Marseille und Neapel sei der 24-Jährige jeweils für die Rolle als Nummer eins vorgesehen. Bournemouth biete demnach einen offenen Konkurrenzkampf im Tor an. Eine Einigung mit einem der drei Klubs oder ein Transferangebot an den SC Freiburg war zunächst nicht bestätigt.
Dass Atubolu eine Veränderung anstrebt, ist dagegen keine reine Transferspekulation mehr. Der SC Freiburg hatte bereits im Juli bestätigt, dass der Torwart nicht mit ins Trainingslager nach Schruns reiste. Sportvorstand Jochen Saier erklärte damals, Verein und Spieler hätten gemeinsam entschieden, dass Atubolu sein Trainingsprogramm in Freiburg fortsetze. Gespräche mit interessierten Vereinen ließen sich von dort besser koordinieren.
Damit ist die Ausgangslage ungewöhnlich klar. Atubolu besitzt beim Bundesligisten zwar weiterhin einen Vertrag, seine Zukunft soll aber außerhalb Freiburgs liegen. Die derzeit geführte Vertragslaufzeit reicht bis zum 30. Juni 2027. Sein Marktwert wird aktuell auf 25 Millionen Euro taxiert. Eine konkrete Ablöseforderung des SC Freiburg ist nicht offiziell bekannt.
Nach den kicker-Informationen hätten sich nun drei mögliche sportliche Perspektiven ergeben. Marseille und der italienische Meister SSC Neapel würden Atubolu demnach eine klare Stammplatzperspektive anbieten. Beim AFC Bournemouth unter dem neuen deutschen Trainer Marco Rose solle er dagegen mit Djordje Petrovic um den Platz im Tor konkurrieren. Von den beteiligten Klubs gab es zunächst keine Bestätigung dieser Darstellung.
Atubolu stammt aus Freiburg und gehört seit 2015 zum SC. Er wechselte damals in die Freiburger Fußballschule und durchlief ab der U14 die Nachwuchsmannschaften des Vereins. Im Sommer 2020 wurde er Stammtorwart der zweiten Mannschaft und stieg mit ihr als Meister der Regionalliga Südwest in die 3. Liga auf. Dort absolvierte er insgesamt 56 Partien.
Sein Pflichtspieldebüt für die Profimannschaft gab Atubolu im Oktober 2022 im DFB-Pokal gegen den FC St. Pauli. Nach dem Abgang von Mark Flekken übernahm er zur Saison 2023/24 dauerhaft den Platz im Freiburger Tor. Seitdem entwickelte sich das Eigengewächs zu einem der auffälligsten jungen deutschen Torhüter.
In der Bundesliga-Saison 2025/26 stand Atubolu in allen 34 Spielen zwischen den Pfosten und blieb sechsmal ohne Gegentor. Hinzu kamen 15 Einsätze in der Europa League, in der Freiburg bis ins Finale vorstieß. Dort verbuchte er fünf Spiele ohne Gegentreffer. Im DFB-Pokal kam er einmal zum Einsatz, weil Freiburg in diesem Wettbewerb wiederholt Florian Müller den Vorzug gab.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt Atubolu durch seine Bilanz bei Strafstößen. Im September 2025 hielt er den fünften Bundesliga-Elfmeter in Serie und stellte damit einen neuen Ligarekord auf.
Auch beim Deutschen Fußball-Bund durchlief Atubolu mehrere Nachwuchsauswahlen. Bei der U21 entwickelte er sich zur Stammkraft und stand 2025 mit Deutschland im Finale der Europameisterschaft gegen England. Im Halbfinale hatte er bereits Manuel Neuer als deutschen U21-Torhüter mit den meisten Einsätzen überholt. Am Ende seiner U21-Zeit standen 22 Länderspiele.
Im Oktober 2025 berief Bundestrainer Julian Nagelsmann Atubolu erstmals in den Kader der A-Nationalmannschaft. Der Freiburger rückte nachträglich ins Aufgebot. Zu einem Einsatz für die deutsche A-Auswahl kam es bislang allerdings nicht. Damit gehört Atubolu zum erweiterten Kreis deutscher Torhüter, hat sich im Nationalteam aber noch keinen festen Platz erarbeitet.
Unabhängig von einem möglichen Abschluss des Atubolu-Transfers hat der SC Freiburg seine Torwartposition bereits neu aufgestellt. Ende Mai verpflichtete der Verein Mio Backhaus von Werder Bremen. Der deutsch-japanische U21-Nationaltorhüter gehört seit dem 1. Juli zum Freiburger Kader.
Neben Backhaus stehen aktuell Florian Müller und Jannik Huth im Profikader. Atubolu wird auf der offiziellen Mannschaftsseite ebenfalls weiterhin geführt, solange kein Transfer vollzogen ist. Die Verpflichtung von Backhaus und Atubolus getrennte Vorbereitung zeigen jedoch, dass Freiburg bereits auf eine Zukunft ohne seinen bisherigen Stammtorwart vorbereitet ist.
Ob Marseille, Neapel oder Bournemouth nun tatsächlich den nächsten Schritt machen, war am Freitag noch offen. Der kicker berichtet zunächst von Angeboten an die Spielerseite. Ein bereits ausgehandelter Wechsel oder eine Einigung zwischen dem SC Freiburg und einem der drei Interessenten war nicht bestätigt.






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