Tim Mälzer gegen René Frank: Vier Länder, vier Kochaufgaben

Badwirtschaft Malleichen Gestratz neue Pächterin
Symbolbild

Teilen:

Am Sonntagabend läuft bei VOX „Kitchen Impossible mit Tim Mälzer und René Frank“. Ab 20:15 Uhr treffen der Hamburger Fernsehkoch und der Berliner Spitzenpatissier in einem Duell aufeinander, das sie nach Italien, Spanien, Belgien und Portugal führt. Neu ist die Ausgabe allerdings nicht. VOX wiederholt am 9. August 2026 die zweite Folge der achten Staffel, deren Erstausstrahlung bereits am 19. Februar 2023 erfolgte. Im Mittelpunkt stehen vier sehr unterschiedliche Aufgaben, bei denen Mälzer und Frank Gerichte allein durch Probieren, Riechen und ihre kulinarische Erfahrung entschlüsseln müssen.

Anzeige

Tim Mälzer muss nach Italien und San Sebastián

René Frank schickt Tim Mälzer zunächst an die italienische Amalfiküste. In Maiori und dem benachbarten Minori begegnet Mälzer einer Küche, zu der er über seinen langjährigen kulinarischen Wegbegleiter Gennaro Contaldo eine besondere Verbindung hat. Seine Aufgabe orientiert sich an einer regionalen Kombination aus Parmigiana und „Melanzane al cioccolato“, also Aubergine mit Schokolade. Gerade diese Verbindung ist für das Duell mit Frank passend: In dessen Berliner Küche spielen ungewöhnliche Kombinationen aus vermeintlich süßen und herzhaften Zutaten eine zentrale Rolle.

Die zweite Reise führt Mälzer nach San Sebastián im spanischen Baskenland, einer der international bekanntesten Gourmetregionen Europas. Dort soll er ein anspruchsvolles Tintenfischgericht rekonstruieren. Hinter dem Original steht Andoni Luis Aduriz, der mit seinem Restaurant Mugaritz seit Jahren zu den international bekannten Vertretern der modernen spanischen Küche zählt. Damit bekommt Mälzer eine Aufgabe, die deutlich stärker von technischer Präzision und moderner Spitzenküche geprägt ist als die zuvor servierte Spezialität von der Amalfiküste.

René Frank bekommt Milchreistarte und Francesinha

Für René Frank beginnt das Duell in Verviers in Belgien. Dort wartet mit der „Tarte au riz“ eine Spezialität, die vor allem in der Region um Verviers verbreitet ist. Die belgische Reistarte besteht im Kern aus einem Hefeteig und einer Milchreisfüllung. Damit stellt Tim Mälzer seinen Gegner bewusst vor eine Aufgabe, deren Wirkung weniger aus aufwendiger Sterneküchentechnik als aus der möglichst genauen Reproduktion eines regionalen Klassikers entsteht. Für einen hoch spezialisierten Patissier ist das keineswegs automatisch ein Vorteil.

Anzeige

Anschließend reist Frank nach Porto. In der portugiesischen Metropole muss er sich an einer Francesinha versuchen. Das üppige Sandwich gehört zu den bekanntesten Gerichten Portos und wird typischerweise mit verschiedenen Fleischkomponenten, Käse und einer kräftigen Sauce serviert. Die Aufgabe bildet damit einen starken Gegensatz zu Franks eigener Küche in Berlin. Statt fein austarierter Patisserie-Techniken geht es um eine bodenständige Spezialität, deren Geschmack und Aufbau der Berliner Koch möglichst genau erkennen und reproduzieren muss.

René Frank gehört zu den ungewöhnlichsten Gegnern Mälzers

René Frank ist nicht nur klassischer Patissier. Gemeinsam mit seinem Team betreibt er das CODA in Berlin-Neukölln, dessen Küche auf Techniken der Patisserie aufbaut, dabei aber die klassische Trennung zwischen herzhaften Gerichten und Desserts weitgehend auflöst. Das Restaurant wird im Michelin Guide Deutschland 2026 weiterhin mit zwei Sternen ausgezeichnet. Nach Angaben des Michelin Guide entstand das CODA 2016 zunächst als Dessertbar. Den ersten Michelin-Stern erhielt das Restaurant später, der zweite folgte 2020.

Frank arbeitet dabei mit einer ungewöhnlichen kulinarischen Handschrift. Im CODA kommen Patisserie-Techniken auch bei Zutaten zum Einsatz, die traditionell nicht mit Dessertküche verbunden werden. Raffinierter weißer Zucker spielt in seiner Küche keine zentrale Rolle. Frank wurde 2022 von „The World’s 50 Best Restaurants“ als „World’s Best Pastry Chef“ ausgezeichnet. Gerade diese Spezialisierung machte ihn für „Kitchen Impossible“ zu einem interessanten Gegner: Das Format belohnt nicht die perfekte Umsetzung der eigenen Küchenphilosophie, sondern die Fähigkeit, sich kurzfristig auf völlig fremde Geschmäcker und Techniken einzustellen.

So funktioniert Kitchen Impossible

Das Grundprinzip der Sendung ist seit Jahren weitgehend unverändert. Die Duellanten schicken sich gegenseitig an unterschiedliche Orte. Dort bekommen sie in der bekannten schwarzen Box ein Gericht serviert, ohne Rezept oder vollständige Zutatenliste. Durch Sehen, Riechen und Schmecken müssen sie herausfinden, welche Zutaten und Techniken der Originalkoch verwendet hat. Anschließend kaufen sie die notwendigen Produkte ein und versuchen, das Gericht möglichst originalgetreu zuzubereiten.

Bewertet wird das Ergebnis von Menschen, die das Originalgericht kennen. Die Bewertungen der einzelnen Aufgaben fließen in das Gesamtergebnis des Duells ein. Dadurch können auch hochdekorierte Köche Schwierigkeiten bekommen, wenn ihnen regionale Alltagsgerichte, ungewohnte Garverfahren oder Küchenstile begegnen, mit denen sie normalerweise kaum arbeiten. Der Reiz des Formats liegt deshalb weniger darin, wer grundsätzlich der technisch bessere Koch ist, sondern wer sich am schnellsten in eine fremde kulinarische Welt einarbeiten kann.

Heute mehr als drei Stunden Kitchen Impossible bei VOX

VOX beginnt die Wiederholung am Sonntag, 9. August 2026, um 20:15 Uhr. Im aktuellen Programm ist das anschließende Format ab 23:35 beziehungsweise in einzelnen Programmübersichten ab 23:40 Uhr vorgesehen. Damit belegt „Kitchen Impossible“ erneut praktisch den gesamten Sonntagabend. Die ursprüngliche Fassung der Folge wird mit einer Nettolaufzeit von rund 167 Minuten geführt, im linearen Fernsehen verlängern Werbeunterbrechungen die Ausstrahlung entsprechend.

Wer die Folge nicht im linearen Fernsehen sehen möchte, findet ältere Ausgaben der Kochshow weiterhin bei RTL+. Dort wird „Tim Mälzer vs. René Frank“ innerhalb von Staffel 8 geführt. RTL weist für das Format ausdrücklich darauf hin, dass ältere Folgen auf der Streamingplattform verfügbar sind. Einen zusätzlichen kurzfristigen VOX-Wiederholungstermin unmittelbar nach dem heutigen Sonntag weist das veröffentlichte Programm zunächst nicht aus. Am folgenden Sonntag setzt VOX seine sommerlichen Wiederholungen mit einer anderen Ausgabe fort.

Staffel 11 blieb 2026 unter früheren Quotenwerten

Die aktuellste reguläre Staffel von „Kitchen Impossible“ lief vom 12. April bis zum 7. Juni 2026 bei VOX. Sie brachte acht neue Folgen und eine Besonderheit: Weil Tim Mälzer eine längere Drehpause eingelegt hatte, übernahm Roland Trettl in drei Ausgaben. Hinzu kam erstmals eine Team-Edition mit Cornelia Poletto, Elif Oskan und Viktoria Fuchs. In den Mälzer-Folgen gehörten unter anderem Alexander Herrmann, Salt & Silver sowie Helmut und Philip Rachinger zu den Gegnern.

Bei den Einschaltquoten verlief Staffel 11 schwächer als einige ihrer Vorgänger. Im Durchschnitt wurden rund 0,74 Millionen Zuschauer erreicht. In der klassischen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag der durchschnittliche Marktanteil bei etwa 8,2 Prozent. Einzelne Folgen schwankten erheblich. Eine Ausgabe ohne Mälzer kam Anfang Mai nur auf rund 640.000 Zuschauer und 6,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Das Staffelfinale mit Mälzer, Anton Schmaus und Matthias Diether erreichte dagegen wieder einen zweistelligen Marktanteil in der jungen Zielgruppe.

Vom TV-Experiment zum langjährigen VOX-Format

Die Geschichte von „Kitchen Impossible“ reicht noch etwas weiter zurück als die regulären Staffeln. Eine Pilotfolge mit Tim Mälzer und Tim Raue lief bereits im Dezember 2014. Nach einer erneuten Ausstrahlung folgte die erste reguläre Staffel ab Februar 2016. Seitdem entwickelte sich das Format zu einem der bekanntesten Kochformate von VOX. Das Konzept wurde über die Jahre mit Weihnachtsausgaben, Best-Friends-Editionen, Länder-Specials und Teamvarianten erweitert, während die schwarze Box und das Nachkochen unbekannter Originalgerichte den Kern der Sendung bilden.

Mit inzwischen elf regulären Staffeln hat sich „Kitchen Impossible“ deutlich von klassischen Studio-Kochshows abgesetzt. Die Reisen gehören fest zur Idee der Sendung: Regionale Küche wird dort gezeigt, wo sie entstanden ist oder besonders gepflegt wird. Das Duell zwischen Mälzer und René Frank steht exemplarisch dafür. Von einer traditionsreichen Reistarte in Belgien über die Francesinha aus Porto bis zur modernen baskischen Spitzenküche treffen in einer einzigen Ausgabe sehr unterschiedliche Vorstellungen davon aufeinander, was gutes Essen ausmacht.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu