
Die Waldbrände in Friaul-Julisch Venetien beschäftigen die Einsatzkräfte im Nordosten Italiens weiter. Die für Urlauber wichtige Nachricht am Mittwochmorgen lautet jedoch: Die Autobahn A4 zwischen Venedig und Triest ist nach den vorübergehenden Einschränkungen vom Wochenende wieder ohne brandbedingte Sperrung gemeldet. Während der große Brand zwischen Monfalcone und San Giovanni di Duino inzwischen unter Kontrolle ist und dort Nachlöscharbeiten laufen, sind in den Bergregionen bei Tramonti di Sopra, Tolmezzo und Amaro weiterhin Feuer aktiv.
Der seit Samstagnachmittag, 8. August, brennende Karst zwischen Monfalcone und San Giovanni di Duino hatte zeitweise die kritischste Lage verursacht. Besonders betroffen war der Colle della Moschenizza nahe dem Lisert. Bis Montag waren dort knapp zehn Hektar Vegetation verbrannt. Am Dienstag konzentrierten sich Forstverwaltung, Zivilschutz und Feuerwehr auf die Bonifizierung und Überwachung verbliebener Glutnester. Die staatliche Feuerwehr hatte ihren vorgeschobenen Gefechtsstand inzwischen wieder geschlossen.
Bei den Löscharbeiten waren zeitweise mehrere Hubschrauber sowie ein Canadair eingesetzt. Dazu gehörten ein Hubschrauber des regionalen Flugdienstes, ein Militärhubschrauber aus Casarsa della Delizia und der Canadair CAN 31 der staatlichen Löschflotte. Zuvor waren auch der Feuerwehrhubschrauber „Drago“ und weitere Luftfahrzeuge im Einsatz. Die Arbeiten am Boden wurden zusätzlich dadurch erschwert, dass sich in dem Karstgebiet noch Kampfmittel aus früheren Kriegen befinden. Ein verdächtiger Gegenstand wurde während des Einsatzes von Spezialisten gesichert.
Während sich die Situation nahe Monfalcone deutlich entspannt hat, konzentrieren sich die Einsatzkräfte weiterhin auf mehrere Feuer im gebirgigen Landesinneren. In Tramonti di Sopra in der Provinz Pordenone waren am Dienstag im Bereich Canal Piccolo di Meduna erneut Rauchentwicklung und Glutnester festgestellt worden. Für die Bekämpfung war erneut der Einsatz eines regionalen Löschhubschraubers vorgesehen.
Auch in der Karnischen Region waren zuletzt zwei Feuer aktiv. Eines befindet sich am Monte Palavierte zwischen Illegio und Tolmezzo, ein weiteres am Monte Amariana im Gebiet Cuel Feltron bei Amaro. Dort setzten regionale Hubschrauber ihre Wasserabwürfe fort. Die jeweiligen Löscheinsätze werden von den zuständigen Forststationen koordiniert. Für die genannten großen Brandstellen lagen bis Mittwochmorgen keine bestätigten Angaben über Verletzte oder Evakuierungen von Bewohnern vor.
Ein weiteres Feuer im Karstgebiet zwischen San Martino del Carso und Poggio Terza Armata in der Gemeinde Sagrado ist inzwischen gelöscht. Der Brand hatte eine Fläche von rund 10.000 Quadratmetern, also etwa einem Hektar, erfasst. Am Montagabend um 19.10 Uhr erklärte die zuständige Einsatzleitung der Forstverwaltung den Brand für gelöscht.
Auch dort waren zuvor Kräfte des Zivilschutzes sowie Luftfahrzeuge eingesetzt worden. Bei den Löscharbeiten kamen ein Canadair und ein Hubschrauber zum Einsatz. Kleinere Vegetationsbrände beschäftigten die Einsatzkräfte darüber hinaus an weiteren Stellen, darunter bei San Canzian d’Isonzo. Die Vielzahl der Einsatzorte zeigt, dass die Waldbrandgefahr in der Region trotz der Entspannung an der Küste weiterhin hoch ist.
Für Reisende besonders relevant waren die Auswirkungen auf die Autobahn A4. Am Samstagnachmittag mussten wegen des Feuers bei Selz und der Nähe der Flammen zur Fahrbahn mehrere Verkehrsmaßnahmen getroffen werden. Ab etwa 17.30 Uhr wurde am Kilometer 509 in Richtung Redipuglia beziehungsweise Venedig die rechte Fahrspur gesperrt. In der Gegenrichtung wurde die Überholspur geschlossen. Zusätzlich wurden die Auffahrten Redipuglia und Villesse in Richtung Triest vorübergehend gesperrt.
Bereits gegen 18.15 Uhr konnten diese Sperrungen wieder aufgehoben werden. Auch die Einfahrt an der Mautstelle Trieste Lisert wurde wieder vollständig freigegeben. Am Mittwochmorgen führte das Echtzeit-Verkehrsportal der zuständigen Autobahngesellschaft keine brandbedingte Sperrung dieses Abschnitts mehr. Die häufig weiterverbreitete Aussage, die A4 sei wegen der Brände aktuell teilweise gesperrt, beschreibt damit nicht mehr den Stand vom 12. August.
Deutlich länger betroffen war die Staatsstraße SS14 zwischen Monfalcone und San Giovanni di Duino. Sie wurde während der Löscharbeiten gesperrt, weil sich der Brand unmittelbar entlang des Verkehrswegs ausgebreitet hatte und Einsatzfahrzeuge Platz benötigten. Am Dienstagvormittag wurde die Straße nach einer Lagebesprechung wieder für den Verkehr freigegeben.
An der Entscheidung waren unter anderem Vertreter der Präfektur Gorizia, der Feuerwehr, der Verkehrspolizei und der Forstverwaltung beteiligt. Die Einsatzleitung entschied gleichzeitig, die Nachlöscharbeiten fortzuführen und den Stützpunkt des Zivilschutzes zu verlegen. In dem betroffenen Gebiet wird weiterhin kontrolliert, ob sich versteckte Glutnester erneut entzünden.
Am Samstag wurde während der besonders kritischen Phase auch über eine vorübergehende Unterbrechung des Bahnverkehrs zwischen Monfalcone und Triest beziehungsweise auf der Verbindung Venedig-Triest berichtet. Rauch und Feuer lagen in unmittelbarer Nähe mehrerer wichtiger Verkehrsachsen. Eine weiterhin bestehende Sperrung lässt sich am Mittwochmorgen jedoch nicht bestätigen.
Die aktuellen Verkehrshinweise von Trenitalia für Friaul-Julisch Venetien führen zwar mehrere Einschränkungen aufgrund planmäßiger Bauarbeiten auf, jedoch keine aktuelle Streckensperrung wegen der Waldbrände. Reisende sollten deshalb zwischen den ohnehin laufenden Bauarbeiten auf regionalen Bahnstrecken und möglichen kurzfristigen Einschränkungen durch einen erneuten Brandausbruch unterscheiden.
Friaul-Julisch Venetien befindet sich bereits seit dem 13. Juli in einer offiziell ausgerufenen Phase höchster Waldbrandgefahr. Die Regionalverwaltung begründete die Maßnahme unter anderem mit einer steigenden Zahl von Bränden und besonders ungünstigen Bedingungen auf stark besonnten Hängen mit Böden, die nur wenig Wasser speichern können. Offenes Feuer und andere Tätigkeiten, die Funken oder Brände auslösen können, unterliegen deshalb erheblichen Einschränkungen.
Auch die Wetterbedingungen bleiben ungünstig. Für Mittwoch erwartet der regionale Wetterdienst überwiegend stabiles, sonniges Wetter und trockene Hitze. An der Küste und im Osten der Region ist am Morgen mäßige Bora möglich, später setzt sich überwiegend ein typisches Windsystem mit lokalen Brisen durch. Regen, der die Löscharbeiten großflächig unterstützen könnte, ist damit zunächst nicht zu erwarten.
Für Reisende aus Deutschland und Österreich Richtung Lignano, Bibione oder westliche Teile der oberen Adria ergeben sich derzeit keine brandbedingten Änderungen der üblichen Route über die österreichische A2 beziehungsweise A10, die A23 ab Tarvisio und anschließend die A4. Wer nach Lignano fährt, verlässt die A4 ohnehin deutlich westlich des zuletzt besonders betroffenen Gebietes um Monfalcone und Lisert.
Wer weiter nach Triest, Slowenien oder Kroatien fährt, sollte die Verkehrslage unmittelbar vor der Fahrt kontrollieren. Für den Fall größerer Störungen am Lisert sieht die Autobahngesellschaft eine Umleitung von Pkw über die A34 bei Villesse Richtung Gorizia vor. Allerdings laufen gleichzeitig umfangreiche Bauarbeiten auf der slowenischen Schnellstraße H4 zwischen dem Raum Vipava und Razdrto. Dadurch kann auch die Ausweichroute über Gorizia stärker belastet sein.
Für Autofahrer ist das Echtzeitportal InfoViaggiando der Autostrade Alto Adriatico die wichtigste Quelle für den Abschnitt der A4 zwischen Venedig und Triest. Für die Weiterfahrt durch Slowenien bietet das staatliche Verkehrsinformationszentrum Promet.si aktuelle Angaben zu Sperrungen, Baustellen und Verkehrsbehinderungen. Bahnreisende können aktuelle Zugbewegungen über ViaggiaTreno beziehungsweise die Infomobilità von Trenitalia kontrollieren.
Für die Brandlage selbst veröffentlicht der Zivilschutz von Friaul-Julisch Venetien Warnungen und Lageinformationen. Die Region hat wegen der hohen Waldbrandgefahr besondere Schutzmaßnahmen in Kraft. Wer Rauch oder Feuer entdeckt, soll den europäischen Notruf 112 verständigen, Abstand von der Brandstelle halten und Zufahrtswege für Feuerwehr und Zivilschutz freihalten.






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