Stahlträger stürzt auf A81: Autobahn bei Bad Dürrheim komplett gesperrt

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Ein Unfall auf der A81 bei Bad Dürrheim hat am Mittwochmorgen zu erheblichen Verkehrsbehinderungen im Süden Baden-Württembergs geführt. Bei Arbeiten an einer Brücke bei Oberbaldingen stürzte gegen 4.45 Uhr ein mehrere Meter langer Stahlträger ab. Das tonnenschwere Bauteil traf zunächst ein Arbeitsgerüst und gelangte anschließend auf die Fahrbahn der Autobahn. Ein 60 Jahre alter Arbeiter wurde verletzt. Die A81 blieb zwischen dem Autobahndreieck Bad Dürrheim und Geisingen in beiden Richtungen voll gesperrt.

Stahlträger trifft Gerüst mit Arbeiter

Der Unfall ereignete sich an der Brücke bei Oberbaldingen, über die die Kreisstraße K5749 führt. Die Autobahn GmbH hatte dort bereits im März mit einer umfangreichen Instandsetzung begonnen. Die Brücke liegt auf dem A81-Abschnitt zwischen dem Autobahndreieck Bad Dürrheim und der Anschlussstelle Geisingen. Nach den bisherigen Angaben war der abgestürzte Stahlträger Bestandteil der Brückenkonstruktion.

Beim Absturz traf der Träger ein an der Brücke aufgebautes Gerüst. Die Konstruktion brach zusammen. Auf dem Gerüst befand sich zu diesem Zeitpunkt ein 60 Jahre alter Arbeiter. Weitere Verletzte waren zunächst nicht bekannt. Fahrzeuge wurden nach den bisherigen Erkenntnissen nicht von dem herabstürzenden Bauteil getroffen. Der Vorfall ereignete sich über der Richtungsfahrbahn nach Singen.

Angaben zur Verletzung unterscheiden sich

Zur Schwere der Verletzung gab es am Mittwochmorgen unterschiedliche Angaben. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz bezeichnete die Verletzung gegenüber dem Südkurier als leichte Verletzung am Fuß. In einer weiteren, ebenfalls auf einen Polizeisprecher gestützten Darstellung war von einem gebrochenen Fuß die Rede. Der Mann wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Gesichert war damit zunächst, dass genau ein Beschäftigter verletzt wurde. Eine darüber hinausgehende amtliche Einstufung als schwer verletzt lag zunächst nicht vor. Auch zu weiteren medizinischen Einzelheiten gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

A81 und A864 von Sperrung betroffen

Die Polizei sperrte die A81 in beiden Fahrtrichtungen zwischen dem Autobahndreieck Bad Dürrheim und Geisingen. Auch die A864 zwischen Donaueschingen und dem Autobahndreieck Bad Dürrheim war am Vormittag von der Verkehrsmaßnahme betroffen. Damit ist eine wichtige Verbindung zwischen dem Schwarzwald-Baar-Kreis, dem Raum Tuttlingen und dem Bodensee unterbrochen.

Die offizielle Umleitung führt über die B27. Bereits auf der Autobahn aufgestaute Fahrzeuge wurden zeitweise unter Polizeibegleitung rückwärts aus dem gesperrten Bereich geführt. Autofahrer sollten den Abschnitt möglichst weiträumig meiden und zusätzliche Fahrzeit einplanen. Eigenmächtiges Wenden oder Rückwärtsfahren auf der Autobahn ist nicht zulässig.

Statiker muss Brücke bei Oberbaldingen überprüfen

Vor einer Freigabe der A81 muss insbesondere geklärt werden, ob die verbliebenen Stahlträger und die Brückenkonstruktion sicher sind. Dazu wurde eine statische Untersuchung veranlasst. Nach Angaben der Polizei war am Vormittag noch offen, ob die weiteren Träger nach dem Unfall ausreichend Halt haben.

Erst danach kann entschieden werden, unter welchen Bedingungen der abgestürzte Träger und beschädigte Gerüstteile geborgen werden können und wann Verkehr wieder unter der Brücke hindurchfahren darf. Eine belastbare Uhrzeit für die Freigabe der Autobahn war am Mittwochvormittag zunächst nicht bekannt. Entsprechend lässt sich die Dauer der Vollsperrung derzeit nicht seriös eingrenzen.

Brücke wird bereits seit März umfangreich saniert

Die Autobahn GmbH hatte am 9. März 2026 mit der Instandsetzung der Brücke bei Oberbaldingen begonnen. Ursprünglich sollten während der Arbeiten alle vier Fahrstreifen der A81 grundsätzlich erhalten bleiben. Lediglich bei Arbeiten unmittelbar über der Fahrbahnmitte waren zeitweise Einschränkungen auf einen Fahrstreifen vorgesehen.

Über dieselbe Brücke verläuft die Kreisstraße K5749 zwischen den Bad Dürrheimer Ortsteilen Oberbaldingen und Öfingen. Zusätzlich zu den Arbeiten an der Brückenkonstruktion waren weitere Maßnahmen an der Kreisstraße vorgesehen. Welche Auswirkungen der Unfall auf den weiteren Bauzeitplan hat, war am Mittwochmorgen noch nicht bekannt.

Unfallursache bislang offen

Warum sich der Stahlträger löste und abstürzte, war zunächst nicht geklärt. Zu möglichen technischen Fehlern, zum Ablauf der Arbeiten oder zur Verantwortung einzelner Beteiligter lagen keine gesicherten Angaben vor. Die Umstände des Arbeitsunfalls müssen daher zunächst untersucht werden.

Ob neben Polizei und den für die Baustelle verantwortlichen Stellen auch die Gewerbeaufsicht eigene Ermittlungen aufgenommen hat, war zunächst nicht offiziell bestätigt. Bei Arbeitsunfällen auf Baustellen können je nach Sachverhalt Arbeitsschutzbehörden und Unfallversicherungsträger in die Untersuchung einbezogen werden.

Unfälle dieser Art werden nicht separat erfasst

Eine bundesweite Statistik, die Unfälle durch abstürzende Stahlträger speziell auf Brückenbaustellen separat ausweist, gibt es in den allgemein veröffentlichten Arbeitsunfallstatistiken nicht. Erfasst werden Arbeitsunfälle vielmehr nach Branchen, Unfallarten und weiteren Merkmalen. Das Baugewerbe gehört dabei zu den Bereichen mit einem vergleichsweise hohen Unfallrisiko. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes wurden für 2023 rund 3.800 nicht tödliche Arbeitsunfälle je 100.000 Erwerbstätige im Baugewerbe registriert.

Herabfallende oder kippende Bauteile gehören zu den bekannten Gefährdungen bei Bau und Montagearbeiten. Die Arbeitsschutzregeln sehen deshalb unter anderem gesicherte Arbeitsbereiche und Schutzmaßnahmen bei Hebe- und Montagevorgängen vor. Aus der allgemeinen Unfallstatistik lässt sich allerdings nicht ableiten, wie häufig ein Ereignis wie der Absturz eines Brückenträgers auf eine befahrene Autobahn tatsächlich vorkommt.

Autofahrer sollten Bad Dürrheim weiträumig umfahren

Für Reisende zwischen Stuttgart und dem Bodensee sowie für den regionalen Verkehr rund um Donaueschingen, Bad Dürrheim und Geisingen dürfte die Sperrung erhebliche Auswirkungen haben. Die B27 übernimmt einen Teil des umgeleiteten Verkehrs und kann dadurch zusätzlich belastet werden. Besonders im Ferienverkehr sind längere Verzögerungen möglich.

Autofahrer sollten aktuelle Verkehrsmeldungen vor der Fahrt prüfen und den gesperrten Abschnitt möglichst frühzeitig umfahren. Entscheidend für die Dauer der Einschränkungen sind nun die statische Bewertung der Brücke, die Sicherung der verbliebenen Konstruktion sowie die anschließende Bergung des abgestürzten Stahlträgers und der beschädigten Gerüstteile.

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