XPeng G9L feiert Premiere: Neues XXL-SUV lädt 450 Kilometer in neun Minuten

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der XPeng G9L ist das neue große Fünfsitzer-SUV des chinesischen Elektroautoherstellers XPeng. Das Unternehmen hat das Modell am 11. August 2026 in Guangzhou erstmals vollständig vorgestellt und gleichzeitig den Vorverkauf in China eröffnet. XPeng nennt einen Vorverkaufspreis ab 259.800 Yuan, umgerechnet derzeit rund 33.000 Euro. Angeboten werden sowohl rein batterieelektrische Versionen als auch Varianten mit Range Extender. Mit mehr als 5,10 Metern Länge, bis zu 755 Kilometern CLTC-Reichweite und besonders schneller Ladetechnik positioniert XPeng den G9L deutlich oberhalb klassischer Mittelklasse-SUV.

XPeng G9L ist mehr als ein verlängerter G9

Der G9L misst nach Herstellerangaben 5.120 Millimeter in der Länge, 1.999 Millimeter in der Breite und 1.782 Millimeter in der Höhe. Der Radstand beträgt 3.100 Millimeter. Damit ist das Fahrzeug deutlich größer als der bisherige XPeng G9. XPeng bezeichnet den G9L als großes Technologie-Flaggschiff mit fünf Sitzen. Eine dritte Sitzreihe gibt es bewusst nicht. Das Fahrzeug gehört gemeinsam mit dem noch größeren, sechssitzigen GX zur neuen Flaggschiffstrategie des Herstellers.

XPeng zufolge wurde der G9L über einen Zeitraum von drei Jahren in 26 Ländern und Regionen getestet. Die gesamte Erprobungsstrecke habe mehr als 6,74 Millionen Kilometer betragen. Das Fahrzeug sei zudem mit Blick auf mehr als 3.000 regulatorische Anforderungen aus 64 Ländern und Regionen entwickelt worden. Diese Herstellerangaben unterstreichen den Anspruch, den G9L nicht ausschließlich für China zu entwickeln. Einen konkreten deutschen Verkaufsbeginn nennt XPeng bislang allerdings nicht.

Zwei Elektroantriebe und bis zu 755 Kilometer Reichweite

XPeng bietet vier batterieelektrische Ausführungen an. Die Basisversion 702 Max verfügt nach Angaben von XPeng und den chinesischen Zulassungsdaten über einen 270 kW starken Elektromotor an der Hinterachse. CarNewsChina nennt für diese Variante einen 91,9-kWh-LFP-Akku und 702 Kilometer Reichweite nach dem chinesischen CLTC-Zyklus. Für die Allradversion kommt ein zusätzlicher 160-kW-Motor an der Vorderachse hinzu. Die Systemleistung erreicht damit 430 kW.

Die stärkste batterieelektrische Ausführung kombiniert den Allradantrieb nach Angaben von CarNewsChina mit einer 110-kWh-Batterie und erreicht bis zu 755 Kilometer CLTC-Reichweite. XPeng selbst bestätigt die maximale CLTC-Reichweite von 755 Kilometern sowie eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,45 Sekunden. Europäische WLTP-Werte hat der Hersteller noch nicht genannt. Die CLTC-Zahlen lassen sich deshalb nicht direkt mit den WLTP-Angaben europäischer Fahrzeuge vergleichen.

Range Extender fährt 435 Kilometer rein elektrisch

Zusätzlich bringt XPeng den G9L als sogenanntes Extended-Range Electric Vehicle auf den chinesischen Markt. Ein Benzinmotor arbeitet dabei im Wesentlichen als Generator für die Batterie. CarNewsChina nennt einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit 110 kW sowie eine 63,3-kWh-LFP-Batterie. Der elektrische Allradantrieb erreicht dem Bericht zufolge bis zu 370 kW Systemleistung.

XPeng gibt für diese Version bis zu 435 Kilometer rein elektrische CLTC-Reichweite und maximal 1.602 Kilometer Gesamtreichweite an. Der Benzintank fasst laut CnEVPost 60 Liter. Von 0 auf 100 km/h soll der G9L mit Range Extender nach Herstellerangaben 4,95 Sekunden benötigen. Ob die Range-Extender-Version später auch nach Europa kommt, hat XPeng bislang nicht verbindlich angekündigt.

450 Kilometer zusätzliche Reichweite in neun Minuten

Eine der zentralen technischen Angaben betrifft das Schnellladen. XPeng setzt auf seine SEPA-3.0-Architektur, eine 800-Volt-Technik und sogenannte 5C-Batterien. Nach Herstellerangaben können innerhalb von neun Minuten bis zu 450 Kilometer zusätzliche CLTC-Reichweite geladen werden. Eine konkrete maximale Ladeleistung in Kilowatt nennt XPeng in der Präsentation des G9L allerdings nicht.

Die Angabe von 450 Kilometern in neun Minuten beschreibt zudem keine vollständige Ladung des Akkus. Sie bezieht sich auf den rechnerischen Reichweitenzuwachs unter dem chinesischen CLTC-Prüfverfahren. Für den europäischen Markt werden deshalb vor allem die späteren WLTP-Werte sowie eine genormte Ladezeit von zehn auf 80 Prozent entscheidend sein. Solche europäischen Daten liegen für den G9L bislang nicht vor.

Fünfsitzer mit 1.152 Liter großem Kofferraum

Beim Innenraum setzt XPeng auf besonders viel Platz in zwei Sitzreihen. Der Hersteller gibt ein Kofferraumvolumen von 1.152 Litern an. Zusätzlich nennt XPeng einen 230 Liter großen abgesenkten Stauraum unter dem Gepäckraumboden. Die rein elektrische Version verfügt nach Angaben von CarNewsChina außerdem über einen 109 Liter großen Frunk unter der vorderen Haube.

Zur Ausstattung gehören laut XPeng unter anderem elektrisch verstellbare sogenannte Zero-Gravity-Sitze, Sitzheizung, Belüftung und Massagefunktionen, ein 12,5-Liter-Kühlschrank, ein 21,4-Zoll-Unterhaltungsdisplay im Fond und ein Audiosystem mit 33 Lautsprechern. Hinzu kommen eine Hinterachslenkung und Luftfederung. XPeng nennt für das mehr als fünf Meter lange SUV dadurch einen Wendekreisradius von lediglich 5,4 Metern.

Vorverkauf startet bei 259.800 Yuan

XPeng nennt für den G9L einen Vorverkaufspreis ab 259.800 Yuan. Das entspricht beim aktuellen Wechselkurs grob 33.000 Euro, wobei eine einfache Währungsumrechnung keinerlei Rückschluss auf einen möglichen europäischen Verkaufspreis erlaubt. Steuern, Transportkosten, Ausstattung, Homologation und mögliche Einfuhrabgaben können den Preis deutlich verändern.

Insgesamt sind sechs Varianten vorgesehen. XPeng nennt den 702 BEV RWD Max, zwei 660 BEV AWD-Versionen, einen 755 BEV AWD Ultra Flagship sowie zwei Range-Extender-Varianten mit der Bezeichnung 1602 AWD. Für Reservierungen verlangt XPeng während der Vorverkaufsphase 1.000 Yuan. Dieser Betrag wird nach Herstellerangaben beim Kauf mit 3.000 Yuan verrechnet. Eine offizielle Gesamtzahl der seit dem 11. August eingegangenen G9L-Vorbestellungen hat XPeng zunächst nicht veröffentlicht.

Europapremiere soll in Paris folgen

Dass XPeng den G9L international einsetzen will, ist offiziell bestätigt. Der Hersteller bezeichnet das Modell ausdrücklich als global entwickeltes Fahrzeug. Nach einer europäischen Presseinformation soll der G9L im Oktober 2026 beim Pariser Autosalon seine Europapremiere feiern. Ein konkreter Verkaufsbeginn für Europa oder Deutschland wurde damit jedoch noch nicht bestätigt. Auch deutsche Preise, Ausstattungsvarianten und WLTP-Reichweiten stehen noch aus.

XPeng ist in Deutschland bereits mit mehreren Modellen vertreten und baut sein Geschäft deutlich aus. Das Unternehmen erklärte im April 2026, seine internationalen Verkäufe im Gesamtjahr auf rund 90.000 Fahrzeuge verdoppeln zu wollen. Von damals 380 Vertriebsstandorten außerhalb Chinas befanden sich nach Herstellerangaben 290 in Europa. Deutschland gehört damit zu den Kernmärkten der internationalen Expansion.

Tesla Model Y und VW ID.4 sind deutlich kleiner

Ein direkter Vergleich des G9L mit Tesla Model Y, Volkswagen ID.4, Kia EV6 oder BYD Sealion ist nur eingeschränkt sinnvoll. Diese Modelle konkurrieren zwar ebenfalls um Käufer elektrischer Familien-SUV, liegen mit ihren Außenmaßen aber mindestens eine Fahrzeugklasse unter dem 5,12 Meter langen XPeng. Der G9L ist stärker auf das Segment sehr großer Premium-SUV zugeschnitten.

Auf dem chinesischen Heimatmarkt nennt CnEVPost insbesondere den Li Auto L7 und den von Huawei unterstützten Aito M7 als Wettbewerber. CarNewsChina zählt außerdem Modelle wie den Zeekr 8X und den Xiaomi YU7 zum erweiterten Konkurrenzumfeld. Mit dem Angebot aus reinem Elektroantrieb und Range Extender reagiert XPeng zugleich auf einen chinesischen Markt, in dem große Familien-SUV mit mehreren Antriebskonzepten stark vertreten sind.

XPeng wächst in Deutschland deutlich

Der deutsche Elektroautomarkt entwickelt sich 2026 wieder deutlich dynamischer. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im Juli 78.609 batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Ihr Anteil an allen Neuzulassungen erreichte 29,3 Prozent. Gegenüber Juli 2025 entsprach das einem Plus von 61,7 Prozent bei den Stückzahlen.

Auch XPeng legt zu. Auf Basis der KBA-Daten nennt das Fachmedium electrive für Juli 2026 insgesamt 1.253 XPeng-Neuzulassungen in Deutschland. Seit Jahresbeginn waren es 4.610 Fahrzeuge. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr hatte das KBA 3.357 XPeng-Neuzulassungen registriert, 215,2 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Damit bleibt XPeng zwar eine vergleichsweise kleine Marke, wächst aber deutlich schneller als der Gesamtmarkt.

Chinesische Hersteller gewinnen in Europa Marktanteile

Nicht nur XPeng baut seine Präsenz aus. Reuters berichtete Anfang Juni 2026, dass chinesische Hersteller ihre europäische Expansion deutlich vorantreiben. BYD erreichte demnach von Januar bis April einen europäischen Marktanteil von rund 2,2 Prozent, Chery mit seinen Marken rund 2,0 Prozent. Auch Marken wie Geely, SAIC, Leapmotor und XPeng erweitern ihre Vertriebs- und Produktionsstrukturen in Europa.

Eine Analyse von Transport & Environment bezifferte den Anteil in China produzierter Elektroautos am EU-BEV-Markt im ersten Quartal 2026 auf rund 17 Prozent. Darin sind allerdings nicht nur chinesische Marken enthalten, sondern auch Fahrzeuge westlicher Hersteller aus chinesischen Werken. Chinesische Autobauer stellen inzwischen mehr als die Hälfte dieser Importe.

EU-Zölle bleiben ein Faktor für chinesische Elektroautos

Seit Ende Oktober 2024 erhebt die Europäische Union zusätzliche Ausgleichszölle auf batterieelektrische Fahrzeuge aus China. Sie kommen zum regulären EU-Autoimportzoll von zehn Prozent hinzu. Für kooperierende Hersteller wie XPeng gilt nach den von der EU festgelegten Sätzen grundsätzlich ein zusätzlicher Zoll von 20,7 Prozent. Je nach Hersteller reichen die zusätzlichen Sätze bis zu 35,3 Prozent.

Seit Anfang 2026 ist zugleich Bewegung in den Handelsstreit gekommen. Die EU-Kommission hat Regeln vorgelegt, nach denen Hersteller alternativ Verpflichtungen zu Mindestimportpreisen und weiteren Bedingungen anbieten können. Im Februar erhielt der in China gebaute Cupra Tavascan als erstes Modell eine solche Ausnahme. Ob XPeng für den G9L oder andere Modelle eine vergleichbare Regelung anstrebt, ist nicht bestätigt. Für den G9L bleibt deshalb offen, ob ein europäisches Modell aus China importiert oder später in Europa montiert würde.

Weltweit liefert XPeng im Juli mehr als 38.000 Autos aus

XPeng meldete für Juli 2026 weltweit 38.027 ausgelieferte Fahrzeuge. CnEVPost errechnete daraus ein Plus von 3,57 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und einen Rückgang von 5,23 Prozent gegenüber Juni. In den ersten sieben Monaten des Jahres kam XPeng demnach auf 204.004 Auslieferungen, 12,78 Prozent weniger als im entsprechenden Zeitraum 2025.

Der G9L soll nun vor allem im Segment großer, technisch aufwendig ausgestatteter Familien-SUV zusätzliche Käufer gewinnen. Für Europa ist besonders interessant, welche der chinesischen Antriebsvarianten XPeng tatsächlich übernimmt. Bislang sind weder ein deutscher Markttermin noch ein deutscher Preis oder homologierte WLTP-Reichweiten bestätigt.

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