
Autofahrer müssen sich auf eine langfristige A516 Sperrung Oberhausen-Eisenheim einstellen. Die Ausfahrt der Anschlussstelle Oberhausen-Eisenheim in Fahrtrichtung Oberhausen ist bereits seit dem 31. Juli 2026 vollständig gesperrt. Nach Angaben der Autobahn GmbH soll die Sperrung voraussichtlich bis Ende Mai 2027 bestehen bleiben. Damit fällt die Abfahrt für rund zehn Monate aus. Grund ist nicht eine eigenständige Sanierung der Anschlussstelle, sondern die Verkehrsführung während des Ersatzneubaus der A516-Brücke über die Teutoburger Straße in Oberhausen-Sterkrade. Einen festen Freigabetag Ende Mai nennt die Autobahn GmbH bislang nicht.
Betroffen ist ausschließlich die Ausfahrt Oberhausen-Eisenheim für Fahrzeuge, die auf der A516 in Fahrtrichtung Oberhausen unterwegs sind. Die Sperrung begann am Donnerstag, 31. Juli. Als Endpunkt nennt die Autobahn GmbH derzeit Ende Mai 2027 und kennzeichnet diesen Termin ausdrücklich als voraussichtlich. Die lange Dauer hängt mit der Verkehrsführung auf der Autobahn während des Neubaus der Brücke über die Teutoburger Straße zusammen. Damit der Verkehr auf der A516 trotz der Bauarbeiten weitergeführt werden kann, muss die Ausfahrt Eisenheim in dieser Richtung geschlossen bleiben.
Die offizielle Umleitung führt über die Anschlussstelle Oberhausen-Grafenbusch. Sie wird mit einem roten Punkt ausgeschildert. Wer normalerweise in Eisenheim von der Autobahn abfährt, muss deshalb zunächst weiterfahren und die ausgeschilderte Ersatzroute nutzen. Betroffen sind vor allem Fahrten in die angrenzenden Teile von Oberhausen sowie Verbindungen in Richtung Eisenheim, Sterkrade und das südlich anschließende Stadtgebiet. Je nach Ausgangspunkt können auch innerstädtische Alternativen über das übergeordnete Straßennetz sinnvoll sein. Vorrangig empfiehlt sich jedoch die ausgeschilderte Route, weil sie auf die jeweilige Baustellenverkehrsführung abgestimmt ist.
Hinter der Sperrung steht ein größeres Infrastrukturprojekt. Die bestehende A516-Brücke über die Teutoburger Straße wird durch einen Neubau ersetzt. Das Bauwerk liegt mitten im dicht bebauten Stadtteil Sterkrade und ist rund 120 Meter lang. Die Gesamtmaßnahme begann nach Angaben der Autobahn GmbH im September 2025 und soll nach derzeitiger Planung im September 2027 abgeschlossen sein. Neben dem eigentlichen Brückenbau gehören auch neue Stützwände, Lärmschutzanlagen und die Wiederherstellung der angrenzenden Verkehrsflächen zum Projekt.
Die Autobahn GmbH setzt dabei auf ein bislang ungewöhnliches Fertigteilverfahren. Mehr als 40 Meter lange Bauteile aus hochfestem Beton werden vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle miteinander verbunden. Dadurch sollen weniger Fugen notwendig sein, was nach Angaben der Projektgesellschaft Vorteile bei Haltbarkeit, Lärmentwicklung und dem Schutz vor eindringendem Wasser bringen soll. Die Bauzeit pro Brückenhälfte soll durch den hohen Vorfertigungsgrad von normalerweise rund 24 auf etwa sieben Monate sinken. Das erste neue Teilbauwerk für die Fahrtrichtung Arnheim wurde Ende Juli 2026 für den Verkehr freigegeben.
Mit der Freigabe der ersten neuen Brückenhälfte ist das Projekt allerdings erst etwa zur Hälfte abgeschlossen. Nach dem Bauplan folgt nun der westliche Überbau. Für die Phase von September 2026 bis April 2027 sind der Abbruch des alten Teilbauwerks sowie der Neubau von Widerlagern und Stützen vorgesehen. Die Fertigteile für die zweite Hälfte sollen im Dezember 2026 eingehoben werden. Die Verkehrsfreigabe dieses Überbaus ist nach gegenwärtiger Planung für April 2027 vorgesehen. Anschließend folgen bis September 2027 noch Arbeiten an Verkehrsflächen, Ampelanlagen, Grünflächen und Lärmschutz. Die Autobahn GmbH weist darauf hin, dass diese Termine von Witterung, technischen Bedingungen und Abstimmungen abhängen können.
Bereits wenige Tage nach dem aktuellen Stand vom 14. August sind weitere Einschränkungen angekündigt. Die Stadt Oberhausen teilte am Freitag mit, dass der Kreuzungsbereich Teutoburger Straße und Dreilinden von Donnerstag, 20. August, 5 Uhr, bis voraussichtlich Mittwoch, 26. August, 5 Uhr, vollständig gesperrt wird. In diesem Zeitraum beginnen die Vorarbeiten für den Rückbau der zweiten Brückenhälfte. Zunächst werden unter anderem Lärmschutzwände entfernt und Teile des Überbaus zurückgebaut. Danach sollen Brückenträger, Widerlager und Pfeiler schrittweise entfernt werden.
Für diese zusätzliche Vollsperrung hat die Stadt mehrere innerstädtische Umleitungen angekündigt. Verkehr aus Richtung Bottrop kann je nach Ziel über Elpenbachstraße, Kapellenstraße und Fahnhorststraße oder über Vestische Straße und Wanner Straße geleitet werden. Die ausgeschilderten Strecken führen unter anderem zur A3, zur A516, nach Sterkrade-Mitte sowie in Richtung CentrO und Mülheim. Verkehr aus Richtung Dorstener Straße wird unter anderem über Albrechtstraße, Steinbrinkstraße, Eugen-zur-Nieden-Ring und Elpenbachstraße geführt. Fußgänger und Radfahrer sollen während der Arbeiten die Brücke an der Hirtenstraße nutzen.
Damit überlagern sich rund um Sterkrade mehrere Verkehrsführungen. Noch bis voraussichtlich 28. August ist außerdem die Auffahrt Oberhausen-Sterkrade auf die A516 in Fahrtrichtung Arnheim gesperrt. Dort werden die Autobahn verbreitert, Fahrbahn und Auffahrtsrampe auf eine gemeinsame Höhe gebracht und die Beschleunigungsspur verlängert. Für diese Sperrung führt eine ausgeschilderte Route über Dorstener Straße und Fernewaldstraße zur Anschlussstelle Oberhausen-Königshardt und von dort auf die A2.
Parallel erneuert die Autobahn GmbH eine weitere Brücke der A516 über die Alsfeldstraße. Dort setzt das Unternehmen ebenfalls auf einen stark vorgefertigten Neubau. Die neue Brücke ist 22,5 Meter lang. Der rund 900 Tonnen schwere Überbau wird im Bereich des Autobahnkreuzes Oberhausen vormontiert und anschließend mit speziellen Schwerlastfahrzeugen zur Einbaustelle transportiert. Dort soll das komplette Modul erstmals von oben mithilfe hydraulischer Hebesysteme an seinen endgültigen Platz gesetzt werden. Für beide Fahrtrichtungen veranschlagt die Autobahn GmbH bei diesem Verfahren insgesamt rund sechs Monate Bauzeit.
Für den Einhub sind weitere Straßensperrungen notwendig. Die Jägerstraße soll nach Angaben der Stadt Oberhausen von Mittwoch, 19. August, 7 Uhr, bis einschließlich Montag, 24. August, im Bereich der A516-Brücke vollständig gesperrt werden. Die großräumigen Umleitungen U21 und U22 führen unter anderem über Wolfstraße, Weseler Straße, Postweg, Erzbergerstraße und Jägerstraße. Bereits seit dem 6. Juli ist zudem die Alsfeldstraße wegen der Arbeiten am Ersatzbauwerk gesperrt. Als voraussichtliches Ende dieser Sperrung hatte die Stadt den 9. November 2026 genannt.
Obwohl die A516 nur wenige Kilometer lang ist, übernimmt sie eine wichtige Verteilerfunktion im nördlichen Ruhrgebiet. In der Projektkommunikation zum Neubau wird das Verkehrsaufkommen im Bereich Sterkrade mit rund 40.000 Autos täglich angegeben. Die Autobahn verbindet das Oberhausener Stadtgebiet mit dem Autobahnkreuz Oberhausen und damit mit den überregional wichtigen Achsen A2 und A3. Entsprechend treffen dort lokaler Pendlerverkehr, Einkaufsverkehr, Wirtschaftsverkehr und überregionale Fahrten aufeinander. Besonders Sterkrade, Eisenheim, Alsfeld und die Zufahrten in Richtung Oberhausener Zentrum sind von Veränderungen der Verkehrsführung betroffen.
Noch wesentlich höher ist die Belastung im benachbarten Autobahnkreuz Oberhausen. Für den dortigen Aus- und Umbau rechnet die Autobahn GmbH für 2030 auf der A3 in Richtung Köln mit rund 130.430 Fahrzeugen je Werktag und auf der A2 in Richtung Hannover mit etwa 121.200 Fahrzeugen. Die Zahlen beziehen sich auf einzelne Verkehrsströme im Kreuz und dürfen daher nicht mit der Belastung der A516 selbst gleichgesetzt werden. Sie zeigen aber, warum Baustellen in diesem Bereich sorgfältig aufeinander abgestimmt werden müssen.
Das Oberhausener Autobahnnetz bleibt in den kommenden Wochen auch abseits der A516 von Bauarbeiten geprägt. Für September hat die Autobahn GmbH beispielsweise eine Vollsperrung der A2 bei Oberhausen in Fahrtrichtung Dortmund angekündigt. Vom Abend des 11. September bis zum Morgen des 14. September soll bei Oberhausen-Königshardt neuer lärmmindernder Asphalt eingebaut werden. Die Arbeiten bilden nach Angaben der Autobahn GmbH den Abschluss einer mehrjährigen Streckensanierung. Zeitgleich wird die A40 bei Bochum in Fahrtrichtung Dortmund gesperrt, was die verfügbaren Ausweichmöglichkeiten im Ruhrgebiet zusätzlich beeinflusst.
Auch auf der A42 gibt es laufend Erhaltungsarbeiten. Für das Wochenende 15. und 16. August waren im Bereich zwischen Oberhausen-Zentrum und Oberhausen-Neue Mitte Arbeiten an Schutzplanken mit zeitweisen Fahrstreifensperrungen gemeldet. Hinzu kommt die längerfristige infrastrukturelle Belastung des Ruhrgebiets durch zahlreiche Brückensanierungen. Das macht die Koordination einzelner Baustellen besonders bedeutsam, weil Ausweichverkehre schnell auf bereits stark belastete Nachbarachsen treffen können.
Der Neubau an der A516 steht stellvertretend für eine größere Aufgabe im nordrhein-westfälischen Straßennetz. Viele Autobahn- und Straßenbrücken stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren und wurden für deutlich niedrigere Verkehrsbelastungen sowie geringere Schwerverkehrsanteile ausgelegt. Nach einer Auswertung von Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen und von Straßen.NRW waren im März 2026 knapp 1.800 Brücken in Nordrhein-Westfalen sanierungsbedürftig, weil bei mindestens einem Teilbauwerk ein problematischer Traglastindex festgestellt worden war. Die Zahl umfasst allerdings nicht nur Autobahnbrücken, sondern Bauwerke in unterschiedlichen Zuständigkeiten.
Bei der Autobahn GmbH gehören Ersatzneubauten deshalb zu den zentralen Infrastrukturaufgaben. Die Gesellschaft lässt die Autobahnbrücken regelmäßig nach den geltenden Regeln der Bauwerksprüfung kontrollieren. Der Zustand allein entscheidet dabei nicht automatisch über eine Sperrung oder einen Neubau. Berücksichtigt werden unter anderem Tragfähigkeit, konstruktive Eigenschaften, Schäden, Alter und die erwartete weitere Nutzung. Die A516-Brücke über die Teutoburger Straße war bereits länger für einen Ersatzneubau vorgesehen. In Oberhausen wird nun zugleich erprobt, ob ein höherer Grad der Vorfertigung die jahrelangen Verkehrsbeeinträchtigungen klassischer Brückenprojekte deutlich verkürzen kann.
Für Autofahrer bleibt dennoch zunächst eine lange Einschränkung bestehen. Die Ausfahrt Oberhausen-Eisenheim in Fahrtrichtung Oberhausen soll nach der aktuellen Planung bis Ende Mai 2027 geschlossen bleiben. Anders als bei einer festen Sperrung mit minutengenau festgelegtem Endtermin handelt es sich dabei um eine Bauzeitprognose. Änderungen sind daher möglich. Bis dahin führt die ausgeschilderte Umleitung über Oberhausen-Grafenbusch. Gleichzeitig wechseln rund um Sterkrade je nach Bauphase weitere Sperrungen und Verkehrsführungen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu