
Der Konstantelias Transfer zu Borussia Dortmund hat bei PAOK Saloniki massive Proteste ausgelöst. Anders als zunächst der Eindruck entstehen konnte, richtet sich der Widerstand nicht gegen ein Geschäft des BVB aus der Dortmunder Fanszene. Organisierte Anhänger des griechischen Klubs wollen vielmehr verhindern, dass Giannis Konstantelias PAOK verlässt. Der 23 Jahre alte Offensivspieler reiste am Sonntag, 16. August 2026, nach Dortmund und absolvierte dort medizinische Untersuchungen. Griechischen Berichten zufolge unterschrieb er anschließend einen Vierjahresvertrag. Die offizielle Bestätigung des Transfers durch Borussia Dortmund und PAOK stand am frühen Montagmorgen noch aus.
Eine zentrale Rolle bei den Protesten spielt Gate 4, eine der bekanntesten organisierten Fangruppierungen von PAOK. Sie veröffentlichte bereits in der Nacht zum Sonntag eine Stellungnahme zum möglichen Verkauf. Darin habe die Gruppe Konstantelias als herausragende Identifikationsfigur des Vereins dargestellt und ausdrücklich verlangt, dass der griechische Nationalspieler in Thessaloniki bleibe. Die teilweise scharf formulierte Kritik richtete sich gegen die geplante Entscheidung der Klubführung. Diese Vorwürfe sind ausschließlich die Position der Fangruppierung.
Konstantelias stammt aus der Nachwuchsarbeit von PAOK und steht seit vielen Jahren für den Klub auf dem Platz. Seine besondere Bedeutung für Teile der Fanszene erklärt den Widerstand gegen den Verkauf. Für Gate 4 gehe es nach eigener Darstellung nicht allein um die sportliche Qualität des Spielers, sondern auch um seine Rolle als Symbolfigur des Vereins.
Am Sonntag verlagerte sich der Protest von den sozialen Netzwerken an das Stadion. Anhänger versammelten sich an der Toumba in Thessaloniki und verlangten Kontakt zur Führung von PAOK. Nach Angaben des griechischen Senders Sport FM wollten organisierte Fans mit Klubbesitzer Ivan Savvidis sprechen und eine Erklärung für den geplanten Verkauf erhalten.
Später erklärten organisierte Anhänger die Büroräume am Stadion nach ihrer eigenen Darstellung für symbolisch besetzt. Ein entsprechendes Banner wurde an den Geschäftsräumen angebracht. In einer weiteren Stellungnahme machten die Fans Savvidis für die Entscheidung verantwortlich und kritisierten sowohl den Verkauf als auch dessen Zeitpunkt. Die darin erhobenen Vorwürfe sind Positionen der beteiligten Fangruppen und nicht unabhängig festgestellte Tatsachen.
Die Ablehnung richtet sich nach Darstellung der PAOK-Anhänger nicht ausschließlich gegen den Verlust des Spielers. Kritisiert werde auch, dass Konstantelias in einer sportlich wichtigen Phase abgegeben werden solle. PAOK steht in dieser Saison vor weiteren europäischen Aufgaben. Die Fans argumentieren deshalb, ein Verkauf eines zentralen Offensivspielers zu diesem Zeitpunkt schwäche die Mannschaft.
Diese Einschätzung ist eine sportpolitische Position der Fanszene. Ob und wie PAOK den Abgang innerhalb seines Kaders kompensieren will, war zunächst nicht offiziell erläutert. Eine öffentliche Stellungnahme der Klubführung zu den konkreten Forderungen der protestierenden Gruppen lag zunächst ebenfalls nicht vor.
Am Sonntagvormittag war der Wechsel noch nicht vollständig ausgehandelt. Sky berichtete zunächst von einer grundsätzlichen Einigung zwischen Borussia Dortmund und Konstantelias, während die Gespräche zwischen den Vereinen weiterliefen. Zu diesem Zeitpunkt bewegten sich die Verhandlungen demnach in einer Größenordnung von etwa 25 bis 30 Millionen Euro.
Später meldeten mehrere griechische Quellen eine Einigung. Demnach soll PAOK 26 Millionen Euro als feste Ablöse erhalten. Weitere sechs Millionen Euro könnten über Bonuszahlungen hinzukommen. Zudem werde eine Beteiligung von 17,5 Prozent an einem späteren Weiterverkauf genannt. Konstantelias soll einen Vertrag über vier Jahre unterschrieben haben. Diese finanziellen Einzelheiten waren bis zum frühen Montagmorgen noch nicht von Borussia Dortmund oder PAOK offiziell bestätigt worden.
Eine gesonderte Stellungnahme von Borussia Dortmund zu den Protesten in Thessaloniki war zunächst nicht bekannt. Die Dortmunder haben die Auseinandersetzung innerhalb der PAOK-Fanszene öffentlich nicht kommentiert. Auch sportlich Verantwortliche des BVB äußerten sich zunächst nicht zu den Forderungen von Gate 4.
Für Dortmund steht die Verpflichtung in einem größeren Zusammenhang mit der Suche nach Verstärkung für die Offensive. Zuvor hatte der BVB seine Bemühungen um Said El Mala vom 1. FC Köln beendet, nachdem Köln das letzte Dortmunder Angebot abgelehnt hatte. Konstantelias rückte anschließend verstärkt in den Mittelpunkt der Dortmunder Transferplanungen.
Für Konstantelias ist der Widerstand der eigenen Fans gegen einen Wechsel nach Deutschland nicht neu. Bereits im Sommer 2025 stand der Grieche vor einem Transfer zum VfB Stuttgart. Auch damals gab es erheblichen Protest aus der PAOK-Fanszene. Der Wechsel kam am Ende nicht zustande, Konstantelias blieb in Thessaloniki und verlängerte seinen Vertrag.
Der aktuelle Fall unterscheidet sich jedoch in einem entscheidenden Punkt. Diesmal reiste der Spieler tatsächlich nach Deutschland und absolvierte die medizinischen Untersuchungen. Nach griechischen Berichten wurde der Vertrag anschließend bereits unterschrieben. Damit waren die Verhandlungen am Sonntagabend erheblich weiter fortgeschritten als bei früheren Wechselversuchen.
Borussia Dortmund selbst hat in der Vergangenheit ebenfalls deutliche Fanproteste gegen Entscheidungen der Klubführung erlebt. Ein prominentes Beispiel war die 2024 geschlossene Partnerschaft mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall. Das Bündnis Südtribüne Dortmund und zahlreiche Fanclubs lehnten die Kooperation öffentlich ab. Beim Bundesligaauftakt gegen Eintracht Frankfurt im August 2024 wurden auf der Südtribüne zahlreiche kritische Transparente gezeigt. Die Partnerschaft blieb dennoch bestehen.
Noch größer war die bundesweite Protestbewegung gegen einen geplanten Einstieg eines Investors bei der Deutschen Fußball Liga. Fans zahlreicher Vereine, darunter auch Anhänger des BVB, beteiligten sich an Aktionen und Spielunterbrechungen. Im Februar 2024 beendete die DFL den Investorenprozess. Die anhaltenden Konflikte innerhalb des Profifußballs und die Belastung des Spielbetriebs wurden dabei ausdrücklich als Gründe für die Entscheidung genannt.
Die organisierte Fanszene besitzt bei Borussia Dortmund wie bei vielen traditionsreichen europäischen Klubs erhebliches öffentliches Gewicht. Beim BVB existiert mit dem Fanrat zudem ein offizielles Gremium, das sich als Bindeglied zwischen Fans, eingetragenem Verein und der Profifußballgesellschaft versteht. Das bedeutet jedoch nicht, dass organisierte Anhänger über einzelne Transfers oder wirtschaftliche Verträge entscheiden können.
Ihr Einfluss entsteht vor allem durch öffentliche Mobilisierung, Stellungnahmen, Mitgliederversammlungen und Aktionen im Stadion. Dass solcher Druck Vereins- oder Verbandsentscheidungen beeinflussen kann, zeigte der gescheiterte DFL-Investorenprozess. Beim Transfer von Konstantelias liegt die Entscheidung dagegen bei Spieler und Vereinen. Am frühen Montagmorgen deutete alles auf einen Wechsel nach Dortmund hin, die offizielle Bestätigung stand jedoch noch aus.






Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu