
Ein spanischer F-18-Kampfjet im NATO-Einsatz hat eine Drohne abgeschossen, die unerlaubt in den rumänischen Luftraum eingedrungen war. Der Vorfall ereignete sich am frühen Sonntagmorgen, 16. August 2026, im Osten des NATO-Mitgliedstaates. Das rumänische Verteidigungsministerium bestätigte den Einsatz und erklärte, der Kampfjet habe nach Radarkontakt die Erlaubnis erhalten, das unbemannte Fluggerät zu bekämpfen. Um 5.01 Uhr Ortszeit wurde die Drohne abgeschossen. Es handelt sich bereits um die vierte Drohne, die 2026 über Rumänien durch Kampfflugzeuge zerstört wurde. Die Meldung Nato-Kampfjet schießt Drohne über Rumänien ab betrifft damit einen weiteren konkreten Luftraumvorfall an der südöstlichen Grenze des Bündnisgebietes.
Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums wurde die Drohne von den militärischen Radarsystemen erfasst, als sie aus Richtung der Republik Moldau in den rumänischen Luftraum eindrang. Der Grenzübertritt wurde rund 24 Kilometer nördlich der südostrumänischen Stadt Galați registriert. Daraufhin reagierten die für die Luftraumüberwachung eingesetzten Kräfte. Ein F-18 der spanischen Luftwaffe nahm Radarkontakt zu dem Fluggerät auf und erhielt die Freigabe zum Abschuss.
Die zerstörte Drohne ging nach Angaben des Ministeriums in einem unbewohnten Gebiet zwischen den Ortschaften Băleni und Cudalbi im Kreis Galați nieder. Rumänische Behörden suchten das betreffende Gelände anschließend aus der Luft und am Boden ab. Die Erkundung wurde am Sonntag gegen 16.20 Uhr beendet. Durch die Wahl des Abschusszeitpunkts und des Gebietes sollte nach Darstellung des Verteidigungsministeriums verhindert werden, dass Menschen am Boden gefährdet werden.
Der beteiligte F-18 gehörte zu einem spanischen Kontingent, das in Rumänien für die Sicherung des Bündnisluftraums eingesetzt wird. Die sogenannte NATO Air Policing Mission dient der permanenten Überwachung des Luftraums der Mitgliedstaaten. Kampfflugzeuge und Besatzungen werden dafür in ständiger Bereitschaft gehalten und können bei unbekannten Flugobjekten oder Luftraumverletzungen kurzfristig aufsteigen.
Rumänien verfügt selbst über F-16-Kampfflugzeuge, erhält bei der Luftraumüberwachung aber zusätzliche Unterstützung durch andere NATO-Staaten. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat das Bündnis seine Fähigkeiten zur Überwachung und Verteidigung des östlichen Bündnisgebietes deutlich verstärkt. Dazu gehören zusätzliche Kampfflugzeuge, Radarsysteme und bodengebundene Luftverteidigung. Seit September 2025 ergänzt die NATO-Aktivität Eastern Sentry diese Maßnahmen entlang der Ostflanke.
Zur Herkunft der Drohne machte das rumänische Verteidigungsministerium in seiner ersten Darstellung keine abschließende Angabe. Eine endgültige Identifizierung des Fluggeräts war damit zunächst nicht offiziell bestätigt. NATO-Sprecher Martin O’Donnell erklärte gegenüber Reuters, die bislang vorliegenden Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass es sich um eine russische Drohne gehandelt habe. Weitere Einzelheiten seien Gegenstand der laufenden Untersuchung.
Damit ist zwischen dem bestätigten Luftraumverstoß und der noch nicht abschließend geklärten Herkunft zu unterscheiden. Sicher bestätigt sind das Eindringen der Drohne in den rumänischen Luftraum, die Reaktion des spanischen F-18 sowie der Abschuss. Die rumänischen Behörden hatten zum Zeitpunkt der ersten Mitteilungen noch keine abschließende technische Identifizierung veröffentlicht. Auch die genaue Bauart des zerstörten Fluggeräts wurde zunächst nicht offiziell benannt.
Der jüngste Vorfall ist nicht der erste dieser Art in Rumänien. Bereits im Juli hatten rumänische F-16-Piloten erstmals Drohnen abgeschossen, die unerlaubt in den nationalen Luftraum eingedrungen waren. Am 24., 25. und 26. Juli wurden innerhalb weniger Tage drei Fluggeräte zerstört. Bei früheren Zwischenfällen waren Drohnen oder Wrackteile teilweise auf rumänischem Staatsgebiet niedergegangen, ohne dass ein Abschuss erfolgt war.
Die Häufung steht im Zusammenhang mit der geografischen Lage des Landes. Rumänien besitzt eine mehr als 600 Kilometer lange Landgrenze zur Ukraine und grenzt außerdem an das Schwarze Meer. Besonders der Bereich des Donaudeltas liegt unmittelbar gegenüber ukrainischen Gebieten, die seit Beginn des russischen Angriffskrieges regelmäßig mit Drohnen angegriffen werden. Rumänische Radarsysteme registrieren deshalb immer wieder Flugbewegungen in unmittelbarer Nähe der Grenze.
Auch in anderen Staaten an der östlichen NATO-Grenze kam es in den vergangenen Monaten zu Zwischenfällen mit Drohnen. Erst am 14. August schoss ein italienischer Eurofighter unter NATO-Kommando eine Drohne ab, die in den lettischen Luftraum eingedrungen war. Die Herkunft dieses Fluggeräts war zunächst nicht geklärt. NATO-Staaten haben ihre Luftverteidigung angesichts wiederholter Zwischenfälle deshalb weiter verstärkt.
Die NATO beschreibt Air Policing als permanente Friedensmission zur Wahrung der Sicherheit und Integrität des Bündnisluftraums. Dabei geht es nicht automatisch um die Abwehr eines militärischen Angriffs. Unbekannte oder unerlaubt eindringende Flugobjekte werden zunächst erfasst, verfolgt und gegebenenfalls abgefangen. Ob ein Objekt zerstört wird, hängt von der jeweiligen Lage, der möglichen Gefährdung und den geltenden nationalen sowie militärischen Verfahren ab.
Mit dem Einsatz vom 16. August erhöht sich die Zahl der 2026 durch Kampfflugzeuge über Rumänien abgeschossenen Drohnen auf vier. Anders als bei den drei Fällen im Juli erfolgte der jüngste Abschuss nicht durch einen rumänischen F-16, sondern durch einen spanischen F-18 im NATO-Air-Policing-Einsatz. Damit wurde erstmals in dieser Serie ein Fluggerät über Rumänien von einem Kampfflugzeug eines verbündeten Staates zerstört.
Die Meldung Nato-Kampfjet schießt Drohne über Rumänien ab beschreibt deshalb zugleich einen Einsatz der multinational organisierten Luftraumüberwachung des Bündnisses. Offiziell bestätigt war zunächst, dass die Drohne ohne Genehmigung in rumänischen Luftraum eingedrungen war und nach entsprechender Freigabe abgeschossen wurde. Die technische Untersuchung soll klären, um welchen Drohnentyp es sich handelte und woher das Fluggerät genau stammte.
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