Dritter Insolvenzantrag: Wie es bei Brigitte Küchen weitergeht

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Der Küchenmöbelhersteller Brigitte Küchen steckt erneut in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die H. Frickemeier Möbelwerk GmbH aus Hiddenhausen, unter deren Namen die Marke produziert wird, hat am 27. Juli 2026 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Es ist bereits das dritte Verfahren des Unternehmens seit 2020. Betroffen sind derzeit rund 120 Beschäftigte.

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Die Brigitte Küchen Insolvenz bedeutet allerdings nicht automatisch das Ende des Unternehmens. Bei einer Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung grundsätzlich im Amt und versucht, den Betrieb unter insolvenzrechtlicher Aufsicht zu sanieren. Brigitte Küchen verfolgt diesen Weg damit erneut. Über einen Abbau der gesamten Belegschaft oder eine Einstellung des Geschäftsbetriebs gibt es bislang keine bestätigten Angaben.

Produktion soll trotz Verfahren fortgesetzt werden

Geschäftsführer und Eigentümer Steffen Liebich hatte angekündigt, an dem Unternehmen festhalten zu wollen. Nach seinen Angaben sollte die Produktion am Standort Hiddenhausen nach den Betriebsferien ab dem 12. August wieder planmäßig anlaufen. Ob die Fertigung inzwischen in sämtlichen Bereichen im vorgesehenen Umfang läuft, war zunächst nicht unabhängig bestätigt.

Auch die Teilnahme von Brigitte Küchen und der ebenfalls am Standort vertretenen Marke RWK & Kuhlmann an den Branchenveranstaltungen im September war weiter vorgesehen. Zudem gibt es nach Angaben aus dem Umfeld des Verfahrens mögliche neue Aufträge aus Großbritannien und Asien.

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Ein gesicherter Sanierungserfolg lässt sich daraus noch nicht ableiten. Das Unternehmen befindet sich zunächst im vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren. Noch am 19. August wurden Handelspartner über den Stand des Verfahrens informiert.

Rund 120 Beschäftigte von der Insolvenz betroffen

Für die Belegschaft beginnt damit erneut eine Phase der Unsicherheit. Rund 120 Menschen arbeiten nach aktuellen Angaben für das Unternehmen. Dass diese Arbeitsplätze vollständig wegfallen, ist bislang nicht bestätigt.

Die Zahl zeigt allerdings, wie stark sich Brigitte Küchen in den vergangenen Jahren bereits verändert hat. Beim ersten Insolvenzantrag im Frühjahr 2020 beschäftigte das Unternehmen noch mehr als 300 Menschen. Nach Abschluss des zweiten Verfahrens im Oktober 2024 wurden knapp 200 Beschäftigte genannt.

Der erste Insolvenzantrag wurde Ende März 2020 gestellt. Damals setzte das Unternehmen ebenfalls auf eine Sanierung in Eigenverwaltung. Die Corona-Pandemie und die damalige wirtschaftliche Situation spielten nach Unternehmensangaben eine wesentliche Rolle.

Im April 2024 folgte das zweite Verfahren. Am 9. Oktober desselben Jahres nahm die Gläubigerversammlung den vorgelegten Sanierungsplan an. Anschließend wurde das Eigenverwaltungsverfahren aufgehoben. Nicht einmal zwei Jahre später ist nun ein neuer Antrag nötig geworden.

Unternehmen verweist auf Probleme im Auslandsgeschäft

Als einen wesentlichen Auslöser der erneuten finanziellen Schwierigkeiten nennt Liebich die Folgen des Iran-Konflikts für Absatzmärkte am Persischen Golf. Nach seiner Darstellung seien dort Bauprojekte und Geschäfte erheblich beeinträchtigt worden. Brigitte Küchen unterhält in der Region mehrere Vertretungen.

Diese Erklärung stammt von der Unternehmensseite. Hinzu kommen nach Angaben des mit dem Verfahren befassten Sachwalters Schwierigkeiten durch die schwache Baukonjunktur in Deutschland und die Zurückhaltung bei größeren Konsumausgaben.

Dass die gesamte deutsche Küchenmöbelindustrie gleichermaßen in einer akuten Krise steckt, lässt sich aus den Branchendaten allerdings nicht ableiten. Die deutschen Küchenmöbelhersteller erzielten 2025 einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro und lagen damit nur knapp unter dem Vorjahreswert. Im ersten Quartal 2026 entwickelte sich der Umsatz sogar leicht positiv.

Gleichzeitig bleiben die Rahmenbedingungen anspruchsvoll. Schwacher Wohnungsneubau, hohe Kosten, geopolitische Unsicherheit und zurückhaltende Verbraucher belasten die Hersteller.

Was die Insolvenz für Kunden bedeutet

Für Käufer von Brigitte-Küchen bedeutet der Insolvenzantrag nicht automatisch, dass bereits bestellte Küchen nicht mehr geliefert werden. Das Ziel einer Eigenverwaltung besteht gerade darin, das Unternehmen während der Sanierung weiterzuführen.

Eine allgemeine Garantie für jeden einzelnen Auftrag gibt es daraus jedoch nicht. Entscheidend ist unter anderem, mit welchem Händler ein Kaufvertrag abgeschlossen wurde und welchen Stand Bestellung, Fertigung und Bezahlung erreicht haben. Brigitte Küchen verkauft seine Produkte über Küchenfachhändler und internationale Vertriebspartner.

Kunden mit offenen Bestellungen sollten deshalb zunächst ihren jeweiligen Vertragspartner kontaktieren. Dass sämtliche laufenden Bestellungen storniert oder nicht mehr ausgeführt würden, ist derzeit nicht bestätigt.

Für Brigitte Küchen hängt nun viel davon ab, ob es gelingt, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und ausreichend neue Aufträge zu sichern. Nach zwei abgeschlossenen Sanierungsversuchen innerhalb weniger Jahre steht das Unternehmen damit erneut vor einem tiefgreifenden Restrukturierungsprozess.

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