
Mehr als elf Jahre nach dem Ende von „Sons of Anarchy“ bringt FX einen großen Teil der Besetzung wieder zusammen. Der US-Sender hat die Limited Series „Legends“ bestellt, in der Charlie Hunnam, Ron Perlman, Katey Sagal und mehrere weitere Stars des Originals auftreten sollen. Ein klassisches Sequel wird die Produktion allerdings nicht. Die Schauspieler verkörpern nicht erneut ihre Figuren aus der Motorradserie, sondern fiktionalisierte Versionen ihrer selbst.
Damit setzt FX auf ein bewusst selbstreferenzielles Konzept. „Legends mit Charlie Hunnam“ greift die gemeinsame Vergangenheit der Darsteller auf, ohne die Geschichte von Jax Teller und dem Motorradclub SAMCRO einfach fortzusetzen. Einen Starttermin hat der Sender bislang nicht bekannt gegeben.
Im Mittelpunkt des Projekts steht Charlie Hunnam, der zwischen 2008 und 2014 in allen sieben Staffeln von „Sons of Anarchy“ als Jackson „Jax“ Teller zu sehen war. Hunnam gehört bei „Legends“ nicht nur zur Besetzung, sondern ist auch auf kreativer Ebene beteiligt. Er entwickelte das Projekt und ist als Autor und Executive Producer vorgesehen.
Zum angekündigten Produktionsteam gehört außerdem Jonathan Groff. Ebenfalls als Executive Producer werden Rob Mac, Nicholas Frenkel und Jackie Cohn geführt. Produziert wird die Limited Series von FX Productions und 20th Television.
Der ursprüngliche „Sons of Anarchy“-Schöpfer Kurt Sutter wird in der bislang veröffentlichten Produzentenliste für „Legends“ nicht aufgeführt. Daraus ergibt sich zunächst lediglich, dass er nicht zum von FX genannten Kreativteam gehört.
FX hat bereits einen umfangreichen Teil der Besetzung bestätigt. Neben Charlie Hunnam sollen Ron Perlman, Katey Sagal, Maggie Siff, Mark Boone Junior, Tommy Flanagan, Kim Coates und Theo Rossi zurückkehren.
In „Sons of Anarchy“ spielten sie zentrale Figuren rund um den Motorradclub in der fiktiven kalifornischen Stadt Charming. Perlman verkörperte Clay Morrow, Sagal spielte Gemma Teller Morrow und Siff war als Tara Knowles zu sehen. Boone Junior, Flanagan, Coates und Rossi gehörten als Mitglieder beziehungsweise enge Vertraute des Clubs ebenfalls über Jahre zum Kernensemble.
In „Legends“ werden diese Rollen jedoch nicht wiederbelebt. Die Darsteller treten vielmehr als fiktionalisierte Fassungen ihrer realen Personen auf. Damit unterscheidet sich das Projekt grundlegend von einer klassischen Fortsetzung oder einem üblichen Spin-off.
Die Handlung setzt bei einem Wiedersehen der früheren „Sons of Anarchy“-Besetzung auf einer Fan-Convention an. Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende der Serie kommt das Ensemble dort erneut zusammen. Nach der von FX veröffentlichten Beschreibung beginnen anschließend die Grenzen zwischen dem früheren Seriengeschehen und der vermeintlichen Realität innerhalb von „Legends“ zu verschwimmen.
Die Gruppe wird mit einer realen Bedrohung konfrontiert, die gefährlicher sein soll als die Situationen, die ihre Figuren einst innerhalb von „Sons of Anarchy“ durchlebten. Das Projekt verbindet damit Elemente eines Thrillers mit einer Meta-Erzählung über die Darsteller, ihre gemeinsame Seriengeschichte und die Erwartungen des Publikums.
Wie stark dabei konkrete Ereignisse oder Motive aus „Sons of Anarchy“ aufgegriffen werden, ist bislang nicht bekannt. Auch Angaben zur Zahl oder Länge der Episoden lagen zunächst nicht vor.
FX hat bislang weder einen konkreten Drehbeginn noch einen Veröffentlichungstermin angekündigt. Damit lässt sich derzeit auch noch kein belastbarer Zeitraum für den Start nennen.
Auch für Deutschland ist bislang kein eigener Veröffentlichungstermin bekannt. Die Serie ist zunächst als FX-Produktion angekündigt. Angaben zu einer konkreten deutschen Plattform oder einer zeitgleichen internationalen Veröffentlichung wurden mit der Bestellung zunächst nicht veröffentlicht.
Damit befindet sich „Legends“ noch in einer vergleichsweise frühen öffentlich bekannten Phase. Fest stehen derzeit vor allem das Grundkonzept, wesentliche Teile des Ensembles und die Beteiligung Hunnams an der Entwicklung.
Die Rückkehr des Ensembles erfolgt mit deutlichem Abstand zur Mutterserie. „Sons of Anarchy“ startete 2008 beim US-Sender FX und endete am 9. Dezember 2014 nach sieben Staffeln. Im Mittelpunkt stand der Motorradclub Sons of Anarchy Motorcycle Club Redwood Original, kurz SAMCRO, sowie Hunnams Figur Jax Teller.
Das Franchise wurde später mit „Mayans M.C.“ fortgeführt. Das Spin-off startete 2018 und spielte im selben fiktionalen Universum. Nach fünf Staffeln endete auch diese Serie im Juli 2023.
„Legends“ geht nun einen anderen Weg. Statt die Chronologie dieses Universums mit neuen Geschichten über die Motorradclubs weiterzuführen, macht FX die frühere Serie und deren Darsteller selbst zum Ausgangspunkt einer fiktionalen Handlung. Damit ist die angekündigte Produktion zugleich Wiedersehen und eigenständiges Konzept, mehr als elf Jahre nach dem Ende von „Sons of Anarchy“.
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