DAX rutscht unter 26.000 Punkte: Was den Markt belastet

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag weiter nachgegeben. Der DAX-Handelstag am 20. August 2026 endete erstmals seit Anfang August wieder unter der Marke von 26.000 Punkten. Im Xetra-Handel schloss der Leitindex nach Angaben der Börsenkurse bei 25.983,04 Punkten. Das entsprach einem Minus von 0,42 Prozent gegenüber dem Schlussstand vom Mittwoch. Am Vortag hatte der DAX den Handel bei 26.091,33 Punkten beendet.

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Damit hat sich der deutsche Leitindex weiter von seinen jüngsten Rekordständen entfernt. Erst in der vergangenen Woche hatte der DAX neue Höchststände erreicht. Die Stimmung hat sich seither merklich eingetrübt. Eine einzelne Nachricht war für die Verluste am Donnerstag nicht verantwortlich. Belastend wirkten vielmehr steigende Energiepreise, die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten und die zuletzt ungewöhnlich starken Bewegungen an den internationalen Anleihemärkten.

Ölpreis sorgt erneut für Inflationssorgen

Ein wesentlicher Belastungsfaktor blieb der Ölmarkt. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Donnerstagvormittag zeitweise um rund zwei Prozent und wurde gegen 10.48 Uhr deutscher Zeit bei etwa 93 Dollar je Barrel gehandelt. Hintergrund sind die anhaltenden Spannungen rund um Iran und die für die weltweite Energieversorgung wichtige Straße von Hormus.

Hohe Energiepreise sind für den europäischen Aktienmarkt gleich in mehrfacher Hinsicht relevant. Sie können die Kosten energieintensiver Unternehmen erhöhen und zugleich den Rückgang der Inflation bremsen. Das wiederum beeinflusst die Erwartungen an die Geldpolitik der großen Zentralbanken. Besonders Reise- und Freizeitwerte standen europaweit unter Druck, während der Energiesektor von höheren Ölpreisen profitieren konnte.

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Die Entwicklungen belasteten nicht nur Frankfurt. Der breite europäische Stoxx Europe 600 lag am Donnerstag um 10.48 Uhr deutscher Zeit nach Reuters-Daten 0,1 Prozent niedriger bei 650,23 Punkten. Der DAX entwickelte sich zu diesem Zeitpunkt mit einem Minus von rund 0,5 Prozent schwächer als der europäische Gesamtmarkt.

Anleihemärkte bleiben ein zentraler Unsicherheitsfaktor

Zusätzlichen Druck erzeugte die Entwicklung an den Staatsanleihemärkten. Die Renditen langfristiger Anleihen waren in den vergangenen Tagen international deutlich gestiegen. Reuters zufolge hatten die Renditen wichtiger Staatsanleihen zuvor Mehrjahreshochs erreicht. Steigende Renditen können Aktien belasten, weil sich dadurch Finanzierungskosten erhöhen und festverzinsliche Wertpapiere gegenüber Aktien vergleichsweise attraktiver werden.

Besonders aufmerksam wurde die Entwicklung in Deutschland verfolgt. Reuters berichtete am Donnerstag, dass die deutschen Finanzierungskosten auf den höchsten Stand seit rund 15 Jahren gestiegen waren. Als ein Faktor gilt der hohe staatliche Finanzierungsbedarf, unter anderem für zusätzliche Verteidigungsausgaben. Die Bewegungen waren Teil eines internationalen Trends, bei dem Anleger auch die wachsende Staatsverschuldung großer Volkswirtschaften im Blick haben.

Für eine gewisse Entspannung sorgte eine Maßnahme des US-Finanzministeriums. Washington hatte angekündigt, seine Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen auszuweiten. Ab dem 9. September sollen bei Anleihen mit Laufzeiten von mindestens zehn Jahren je Rückkaufoperation mindestens vier Milliarden Dollar statt bislang zwei Milliarden Dollar eingesetzt werden. Die Ankündigung ließ den Druck auf Teile des Anleihemarktes zunächst nach.

DAX deutlich unter den Rekorden der Vorwoche

Der Rückgang unter 26.000 Punkte fällt in eine Phase, in der der DAX nach einer kräftigen Rally einen Teil seiner Gewinne wieder abgegeben hat. Anfang August war der Index erstmals über 26.000 Punkte gestiegen. In der vergangenen Woche folgten weitere Rekorde. Am 12. August erreichte der Leitindex im Tagesverlauf 26.573 Punkte. Am 14. August schloss er noch bei 26.440 Punkten.

Seitdem ging es mehrere Handelstage überwiegend abwärts. Am Montag schloss der Index bei 26.338,61 Punkten, am Dienstag bei 26.128,36 Punkten und am Mittwoch bei 26.091,33 Punkten. Mit dem Schlussstand von 25.983,04 Punkten am Donnerstag wurde nun auch die psychologisch auffällige Schwelle von 26.000 Punkten unterschritten. Gegenüber dem jüngsten Rekordniveau beträgt der Abstand damit gut zwei Prozent.

Die Entwicklung relativiert zugleich den aktuellen Rückgang. Noch Ende Juli hatte der DAX deutlich niedriger notiert. Am 31. Juli lag der Schlussstand bei 25.629 Punkten. Der Sprung über 26.000 Punkte erfolgte erst am 3. August. Die Marke ist deshalb zwar für die Marktbeobachtung auffällig, stellt aber für sich genommen keine Aussage über die weitere Kursentwicklung dar.

Wall Street startet ebenfalls schwächer

Auch aus den USA kamen am Nachmittag zunächst keine stärkeren Impulse. Zum Handelsbeginn an der Wall Street gab der Dow Jones um 0,15 Prozent auf 53.381,22 Punkte nach. Der technologielastige Nasdaq Composite verlor zum Start 0,45 Prozent und stand bei 26.211,52 Punkten. Neben dem Anleihemarkt sorgten dort enttäuschend aufgenommene Geschäftszahlen des US-Einzelhandelskonzerns Walmart für Zurückhaltung.

In Asien war die Lage zuvor freundlicher gewesen. Der japanische Nikkei 225 gewann am Donnerstag 1,36 Prozent und schloss bei 66.216,79 Punkten. Auch der Shanghai Composite legte leicht zu. Die asiatischen Börsen profitierten dabei von der zwischenzeitlichen Beruhigung am US-Anleihemarkt.

Mehrere Belastungsfaktoren treffen gleichzeitig auf den Markt

Der Handelstag zeigt damit ein international uneinheitliches Bild. Die Entspannung bei langlaufenden Staatsanleihen konnte die Belastung durch hohe Ölpreise und geopolitische Risiken nur teilweise ausgleichen. Für den deutschen Markt kam hinzu, dass der DAX nach der starken Rally bis Mitte August anfälliger für Gewinnmitnahmen geworden ist.

Aus dem Rückgang unter 26.000 Punkte lässt sich keine belastbare Prognose für die kommenden Handelstage ableiten. Kurzfristig bleiben vor allem Energiepreise, Anleiherenditen, Konjunkturdaten und die weitere Entwicklung des Konflikts mit Iran wichtige Einflussgrößen für die internationalen Aktienmärkte. Der Donnerstag brachte dabei keine abrupte Marktbewegung, sondern eine Fortsetzung der seit mehreren Tagen zu beobachtenden schwächeren Tendenz.

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