
Die Vollsperrung der A52 Ruhrtalbrücke sorgt an zwei Wochenenden erneut für erhebliche Einschränkungen auf einer der wichtigsten Straßenverbindungen zwischen Düsseldorf und Essen. Zunächst wird die Autobahn von Freitag, 21. August 2026, um 21 Uhr bis Montag, 24. August, um 5 Uhr in Fahrtrichtung Essen gesperrt. Im September folgt die Gegenrichtung: Von Freitag, 11. September, 21 Uhr, bis Montag, 14. September, 5 Uhr, ist die A52 in Richtung Düsseldorf nicht befahrbar. Betroffen ist jeweils der Abschnitt zwischen dem Autobahnkreuz Breitscheid und der Anschlussstelle Essen-Kettwig. Anlass sind Nacharbeiten an den Fahrbahnübergängen der Mintarder Ruhrtalbrücke.
Die erste Sperrung beginnt am Freitagabend um 21 Uhr. Wer aus Richtung Düsseldorf über das Autobahnkreuz Breitscheid nach Essen fahren will, kann die A52 zwischen Breitscheid und Essen-Kettwig bis Montagmorgen um 5 Uhr nicht nutzen. Die gesamte Richtungsfahrbahn wird in diesem Abschnitt geschlossen.
Drei Wochen später wechseln die Arbeiten auf die andere Fahrtrichtung. Dann wird die A52 zwischen Essen-Kettwig und dem Autobahnkreuz Breitscheid in Richtung Düsseldorf gesperrt. Auch diese Sperrung beginnt an einem Freitagabend um 21 Uhr und endet am darauffolgenden Montagmorgen um 5 Uhr.
Die Arbeiten sind damit bewusst auf Wochenenden gelegt. Dennoch betrifft die Sperrung eine stark belastete Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem Raum Düsseldorf. Gerade bei zusätzlichem Reiseverkehr müssen Autofahrer auf den Ausweichstrecken mit einem höheren Verkehrsaufkommen rechnen.
Für den überregionalen Verkehr ist eine großräumige Umleitung vorgesehen. Die Route führt über die A524, die A59 und die A40. Damit soll verhindert werden, dass sich ein großer Teil des Verkehrs auf kleinere Straßen in der Umgebung der Ruhrtalbrücke verlagert.
Die Autobahn GmbH rät Verkehrsteilnehmern dazu, den betroffenen Bereich großräumig zu umfahren. Besonders für längere Fahrten zwischen Düsseldorf und dem zentralen Ruhrgebiet ist es sinnvoll, die Sperrung bereits bei der Routenplanung zu berücksichtigen. Eine kurze Umfahrung direkt durch die umliegenden Stadtteile dürfte wegen des zusätzlichen Verkehrs nicht in jedem Fall die schnellere Alternative sein.
Hinzu kommt am ersten Sperrwochenende eine weitere Belastung des Autobahnnetzes im Ruhrgebiet. Auch auf anderen wichtigen Autobahnen sind Arbeiten und Sperrungen angekündigt. Dadurch können sich Verkehrsströme gegenseitig beeinflussen.
Der Grund für die erneute Vollsperrung ist keine neu bekannt gewordene akute Beschädigung. Vielmehr handelt es sich um bereits eingeplante Abschlussarbeiten an den Fahrbahnübergängen der Brücke. Gereinigt werden die Fugenspalte in den Dehnprofilen der Übergangskonstruktionen.
Diese Konstruktionen gleichen Bewegungen zwischen der eigentlichen Brücke und den angrenzenden Fahrbahnen aus. Temperaturunterschiede und Belastungen sorgen dafür, dass sich ein großes Bauwerk geringfügig ausdehnt oder zusammenzieht. Die Übergänge müssen diese Bewegungen aufnehmen.
Für die Reinigung werden zunächst Abdichtleisten demontiert. Anschließend kommen Spülschläuche mit sehr hohem Wasserdruck zum Einsatz. Weil sich dabei Schmutz und Material über den Arbeitsbereich verteilen können, muss der gesamte Fahrbahnübergang über die komplette Breite eingehaust werden. Ein sicherer Verkehr unmittelbar neben dem Arbeitsbereich ist deshalb nicht möglich.
Während der Sperrungen werden außerdem die Verschraubungen der Fahrbahnübergangskonstruktionen kontrolliert und bei Bedarf nachgearbeitet. Ziel ist, die Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit der Dehnfugen möglichst langfristig zu erhalten.
Die aktuellen Arbeiten hängen mit der umfangreichen Instandsetzung zu Beginn des Jahres zusammen. Am 27. Januar 2026 war die Ruhrtalbrücke in Fahrtrichtung Essen kurzfristig gesperrt worden, nachdem bei einer Kontrolle Schäden an einer Übergangskonstruktion festgestellt worden waren.
Dabei hatten sich Elastomerkissen von Metallplatten gelöst. Auch ein Steuerelement und Seile waren beschädigt. Übergangskonstruktionen bestehen aus mehreren beweglichen Teilen und müssen die Längenänderungen des Bauwerks aufnehmen. Gerade an einer stark befahrenen Autobahnbrücke sind sie erheblichen mechanischen Belastungen ausgesetzt.
Anfang Februar konnte die Sperrung aufgehoben werden, nachdem spezielle Überfahrelemente eingebaut worden waren. Sie ermöglichten es, den beschädigten Bereich mit reduzierter Geschwindigkeit zu überqueren, während die eigentlichen Reparaturarbeiten weiterliefen. In den folgenden Wochen wurde der Verkehr zeitweise auf einzelne Fahrstreifen beschränkt.
Die Bedeutung der Verbindung zeigt sich an den Verkehrszahlen. Rund 80.000 Fahrzeuge fahren täglich über die Mintarder Ruhrtalbrücke. Mehr als 4.000 davon haben ein Gewicht von über 3,5 Tonnen. Für den gesamten A52-Abschnitt zwischen Breitscheid und Essen nennt die Autobahn GmbH sogar eine heutige Belastung von rund 85.400 Fahrzeugen pro Tag.
Damit gehört die Strecke zu den stark beanspruchten Autobahnabschnitten der Region. Der bestehende Querschnitt mit zwei Fahrstreifen pro Richtung stößt vor allem im Berufsverkehr regelmäßig an seine Leistungsgrenzen. Für eine vierstreifige Autobahn dieser Bauart liegt der Richtwert deutlich unter der tatsächlichen täglichen Verkehrsmenge.
Die hohe Zahl an Fahrzeugen und die Belastung durch den Schwerverkehr zählen auch zu den Gründen, weshalb die inzwischen rund 60 Jahre alte Brücke immer wieder instand gehalten werden muss.
Die bestehende Ruhrtalbrücke wurde 1966 fertiggestellt. Sie ist rund 1,8 Kilometer lang und überspannt das Ruhrtal bei Mülheim-Mintard. Eine dauerhafte Verstärkung des Bauwerks für die geplante Erweiterung der A52 ist nach Angaben der Autobahn GmbH aus statischen und bautechnischen Gründen nicht möglich.
Deshalb soll die Brücke durch einen Neubau ersetzt werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, die A52 zwischen dem Autobahnkreuz Breitscheid und Essen-Rüttenscheid auf sechs Fahrstreifen auszubauen. Das Gesamtprojekt umfasst rund 14,3 Kilometer und soll in zwei Abschnitten realisiert werden.
Der erste Abschnitt reicht von Breitscheid bis Essen-Kettwig und umfasst auch den Ersatz der Ruhrtalbrücke. Nach aktuellem Planungsstand soll der Baubeginn voraussichtlich 2030 erfolgen. Das Projekt befindet sich derzeit in der Entwurfsplanung. Anschließend muss noch das formelle Genehmigungsverfahren durchlaufen werden.
Für den Ersatzneubau ist vorgesehen, den Verkehr möglichst dauerhaft aufrechtzuerhalten. Zunächst soll südlich der bestehenden Brücke ein neues Teilbauwerk entstehen. Währenddessen bleibt der Verkehr auf der alten Brücke und soll dort über vier, teilweise verengte Fahrstreifen geführt werden.
Nach Fertigstellung des ersten neuen Brückenteils wird der gesamte Verkehr auf dieses Bauwerk verlegt. Erst danach soll die heutige Ruhrtalbrücke zurückgebaut werden. Anschließend wird das zweite Teilbauwerk errichtet.
Das Ziel ist, eine lang dauernde Komplettsperrung der A52 während des Neubaus zu vermeiden. Für einzelne Bauphasen können dennoch kurze Vollsperrungen erforderlich werden. Bis der Ersatzneubau beginnt, bleibt die bestehende Brücke unter Beobachtung. Neben regelmäßigen Bauwerksprüfungen kommt inzwischen auch ein technisches Monitoringsystem zum Einsatz.
Die beiden jetzt anstehenden Wochenendsperrungen sind Teil der laufenden Erhaltungsarbeiten. Nach der Sperrung in Richtung Essen vom 21. bis 24. August folgt die Richtung Düsseldorf vom 11. bis 14. September. Autofahrer auf der Verbindung zwischen Essen und Düsseldorf müssen damit an beiden Wochenenden mit deutlich veränderten Routen rechnen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu