
Google erweitert die Möglichkeiten zur Personalisierung seines Discover-Feeds. Nutzer sollen künftig in eigenen Worten beschreiben können, welche Inhalte sie häufiger oder seltener sehen möchten. Statt Interessen ausschließlich über einzelne Schaltflächen, gefolgte Themen oder Reaktionen auf bestehende Empfehlungen zu beeinflussen, lässt sich der Feed damit über frei formulierte Wünsche steuern. Google hat die Erweiterung am 20. August 2026 angekündigt. Die Funktion basiert auf künstlicher Intelligenz und soll sich eingegebene Präferenzen für spätere Aufrufe merken. Für Nutzer in Deutschland gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung: Eine allgemeine Verfügbarkeit der neuen Funktion hierzulande war bis Samstag, 22. August 2026, nicht offiziell bestätigt.
Die neue Funktion betrifft Google Discover. Dabei handelt es sich um den personalisierten Inhaltsfeed, der unter anderem in der mobilen Google-App angezeigt wird. Nutzer erhalten dort Artikel, Videos und andere Inhalte, die Googles Systeme anhand ihrer Interessen und Aktivitäten auswählen. Künftig soll sich dieser Feed gezielter beeinflussen lassen. Nutzer können beispielsweise formulieren, dass sie mehr zu einem bestimmten Sport, zu einem Projekt oder aus einer bestimmten Quelle sehen möchten. Ebenso lässt sich angeben, dass ein Thema weniger häufig erscheinen soll oder Empfehlungen bestimmte Bedingungen erfüllen sollen. Google beschreibt außerdem die Möglichkeit, Wünsche zu Quellen, Produzenten von Inhalten oder Formaten einzubeziehen.
Wer Google Discover anpassen möchte, soll seine Vorgaben damit nicht mehr ausschließlich über vorgegebene Kategorien ausdrücken müssen. In der bisher dokumentierten Variante öffnet sich eine Oberfläche, in der Nutzer ihren Wunsch als normalen Satz eingeben können. Googles KI interpretiert diese Angabe und verändert daraufhin die Empfehlungen im Feed. Die hinterlegte Präferenz kann später erneut geändert werden.
Völlig neu ist das Konzept nicht. Google führt die Funktion unter der Bezeichnung Tailor your feed bereits als Experiment in seinen Search Labs. Dort wird sie weiterhin ausdrücklich als frühe Testversion beschrieben. Nach den offiziellen Teilnahmebedingungen steht dieses Experiment Nutzern ab 18 Jahren zur Verfügung, die sich in den USA befinden und die Google-App auf einem Smartphone in englischer Sprache verwenden. Zudem ist die Teilnehmerzahl begrenzt.
Die aktuelle Ankündigung vom August geht über diesen bisherigen Test hinaus. Google erklärt, neue Personalisierungsfunktionen für Suche, Discover und Google News auszurollen. Medien wie The Verge berichten, dass die Discover-Erweiterung in den kommenden Tagen in der Google-App erscheinen soll. Google hat in seiner öffentlichen Kurzankündigung allerdings nicht für jedes Land einen konkreten Zeitplan genannt. Deshalb lässt sich aus dem angekündigten Rollout nicht ableiten, dass die neue Texteingabe bereits weltweit verfügbar ist.
Für Nutzer in Deutschland bedeutet das zunächst, dass zwischen der bestehenden Discover-Personalisierung und der neuen KI-Funktion unterschieden werden muss. Discover selbst lässt sich hier bereits beeinflussen. Nutzer können beispielsweise Themen oder Quellen folgen, weniger Inhalte zu bestimmten Interessen verlangen oder einzelne Quellen ausblenden. Diese bisherigen Möglichkeiten sind in Googles deutschsprachigen Hilfeseiten beschrieben.
Die weitergehende Steuerung mit frei formulierten Sätzen ist dagegen bislang nicht als allgemein verfügbare Funktion für Deutschland dokumentiert. Die offizielle Search-Labs-Seite nennt weiterhin ausdrücklich die USA und Englisch als Voraussetzungen für das Experiment. Einen deutschen Starttermin für die nun angekündigte breitere Version nannte Google zunächst nicht. Ebenso blieb zunächst offen, ob der Rollout außerhalb der USA zeitgleich oder in mehreren Etappen erfolgen soll.
Die neue Funktion sollte außerdem nicht mit der eigenständigen Google-News-App verwechselt werden. Google hat gleichzeitig mehrere Änderungen an seinen Nachrichtendiensten angekündigt. In Google News auf Android sollen Nutzer beispielsweise ihre täglichen Audio-Zusammenfassungen stärker nach Themen und Quellen ausrichten können. In der Google-Suche gibt es zudem die Funktion Preferred Sources. Damit können Nutzer bevorzugte Webseiten festlegen, die bei passenden Nachrichtenanfragen häufiger in bestimmten Bereichen der Suche erscheinen sollen.
Preferred Sources ist bereits weiter verbreitet als die neue Texteingabe für Discover. Google hatte diese Funktion zunächst in den USA und Indien eingeführt und im April 2026 einen weltweiten Rollout in unterstützten Sprachen angekündigt. Sie betrifft jedoch vor allem die Auswahl bevorzugter Quellen in Bereichen wie Top Stories und ist technisch und funktional von der neuen Freitextsteuerung des Discover-Feeds zu unterscheiden.
Mit der neuen Discover-Funktion verändert Google vor allem die Art, wie Nutzer ihre Interessen mitteilen können. Bislang müssen Personalisierungssysteme viele Vorlieben aus Suchanfragen, angesehenen Inhalten, gefolgten Themen und einzelnen Reaktionen ableiten. Die Freitextfunktion ergänzt diese Signale um direkte Anweisungen. Ein Nutzer kann damit beispielsweise ausdrücklich festlegen, dass er zu einem Thema nur bestimmte Arten von Inhalten sehen oder einen bereits früher wichtigen Bereich weniger stark gewichten möchte.
Google betont, dass die Wünsche gespeichert und später angepasst werden können. Damit erhält der Nutzer mehr direkte Eingriffsmöglichkeiten in die Auswahl seines Discover-Feeds. Wie stark einzelne Formulierungen die tatsächlich angezeigten Inhalte beeinflussen und wie zuverlässig komplexe Wünsche umgesetzt werden, ist allerdings eine Frage der praktischen Nutzung. Die bisherige Labs-Version wird von Google weiterhin als frühes Experiment bezeichnet. Für deutsche Nutzer ist deshalb vor allem relevant, wann Google die neue Freitextsteuerung offiziell für Deutschland und für deutschsprachige Konten freigibt.
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