Schulstress belastet viele Jugendliche, Mädchen deutlich häufiger

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Schulstress ist nach einer neuen Jugendbefragung für einen erheblichen Teil der 14- bis 17-Jährigen in Deutschland eine starke Belastung. In der Sinus-Jugendstudie 2025/2026 gaben 33 Prozent der Befragten an, dass Schulstress ihren Alltag stark beeinträchtige. Besonders groß ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Bei den Mädchen lag der Anteil bei 42 Prozent, bei den Jungen bei 25 Prozent.

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Die Ergebnisse beruhen auf den Selbstauskünften der Jugendlichen. Sie beschreiben also, wie stark die Befragten bestimmte Belastungen selbst wahrnehmen. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass bei den Betroffenen eine psychische Erkrankung oder eine andere medizinische Diagnose vorliegt.

2.000 Jugendliche im Oktober und November 2025 befragt

Durchgeführt wurde die repräsentative Online-Befragung vom SINUS-Institut im Auftrag der Krankenkasse Barmer. Befragt wurden bundesweit 2.000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Der Erhebungszeitraum lag im Oktober und November 2025. Nach Angaben des SINUS-Instituts handelte es sich um die fünfte Befragung dieser Art. Die Ergebnisse werden im Laufe des Studienjahres 2025/2026 nach Themenbereichen veröffentlicht.

Die Untersuchung knüpft an Erhebungen aus den Jahren 2021 bis 2024 an. Neben Zukunftsoptimismus, Cybermobbing, Klimawandel und Künstlicher Intelligenz umfasst die aktuelle Ausgabe auch Fragen zu Verhalten und Gesundheit. Die Sinus-Jugendstudie Schulstress liefert damit einen Ausschnitt aus einer breiter angelegten Untersuchung der Lebenssituation Jugendlicher.

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22 Prozent der Befragten erklärten, Schulstress beeinträchtige sie gar nicht. Zwischen diesen beiden Polen liegt somit ein größerer Anteil Jugendlicher, der eine geringere oder mittlere Beeinträchtigung angab. Die veröffentlichten Angaben zeigen zugleich, dass schulischer Druck unter den abgefragten Faktoren besonders häufig als starke Belastung bezeichnet wurde.

Auch familiärer Stress und Einsamkeit werden genannt

An zweiter Stelle der stark belastenden Faktoren stand Stress in der Familie. 16 Prozent aller Befragten gaben an, dadurch im Alltag stark beeinträchtigt zu sein. Auch hier zeigte sich ein Unterschied zwischen Mädchen und Jungen. Bei den Mädchen lag der Anteil bei 20 Prozent, bei den Jungen bei zwölf Prozent.

Einsamkeit nannten zwölf Prozent aller Jugendlichen als starke Belastung. Unter den Mädchen lag der entsprechende Anteil bei 15 Prozent, unter den Jungen bei neun Prozent. Jeweils elf Prozent berichteten von einer starken Beeinträchtigung durch psychische Erkrankungen beziehungsweise durch Stress im Freundeskreis. Süchte wurden von neun Prozent, Mobbing von acht Prozent und chronische körperliche Erkrankungen von sieben Prozent als stark belastend angegeben. Sechs Prozent nannten Stress in einer Partnerschaft.

Auch diese Werte sind Selbstauskünfte. Insbesondere bei Angaben zu Erkrankungen lässt die Befragung allein keine Aussage darüber zu, ob eine ärztliche Diagnose vorlag oder wie schwer mögliche Beschwerden ausgeprägt waren.

Mädchen berichten deutlich häufiger von schulischem Druck

Der Geschlechterunterschied beim Schulstress fällt mit 17 Prozentpunkten besonders deutlich aus. Während 42 Prozent der weiblichen Jugendlichen eine starke Beeinträchtigung angaben, waren es bei den männlichen Jugendlichen 25 Prozent. Ein ähnliches Muster findet sich auch in internationalen Untersuchungen, wobei die Erhebungsmethoden und Altersgruppen nicht unmittelbar vergleichbar sind.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO veröffentlichte 2024 Ergebnisse der internationalen HBSC-Studie mit Daten von rund 279.000 Jugendlichen aus 44 Ländern und Regionen in Europa, Zentralasien und Kanada. Unter den 15-Jährigen berichteten dort 63 Prozent der Mädchen, sich durch Schularbeiten unter Druck gesetzt zu fühlen. Bei den Jungen lag der Anteil bei 43 Prozent. Die zugrunde liegenden Daten wurden 2021 und 2022 erhoben.

Damit beschreibt die deutsche SINUS-Befragung ein Muster, das auch in einer größeren internationalen Datengrundlage zu erkennen ist: Mädchen geben häufiger als Jungen an, schulischen Druck als Belastung wahrzunehmen. Die konkreten Prozentwerte beider Studien sollten jedoch nicht direkt miteinander verglichen werden, da unterschiedliche Fragen, Altersgruppen und Bewertungsskalen verwendet wurden.

Studie bildet Wahrnehmungen der Jugendlichen ab

Die aktuellen Zahlen erlauben vor allem Aussagen darüber, wie Jugendliche ihre eigene Situation einschätzen. Sie messen weder objektiv die tatsächliche Menge an Schulaufgaben noch diagnostizieren sie Erkrankungen. Zugleich zeigt die Größe der Stichprobe, dass schulischer Stress innerhalb der befragten Altersgruppe kein selten genanntes Thema ist.

Auftraggeber der Untersuchung ist die Barmer, durchgeführt wurde sie vom SINUS-Institut. Die Online-Befragung von 2.000 Jugendlichen im Oktober und November 2025 bildet die Grundlage für die jetzt veröffentlichten Ergebnisse. Weitere Themen der Studie sollen nach Angaben des Instituts schrittweise veröffentlicht werden.

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