
Beim Ausbau der Bahnstrecke zwischen Telgte und Warendorf kommt ein seit Jahren geplantes Infrastrukturprojekt nun konkreter voran. Insgesamt sollen auf dem Abschnitt rund 30 bislang nicht technisch gesicherte Bahnübergänge beseitigt, zusammengelegt oder umgebaut werden. Nach Informationen des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe sollen ab Oktober 2026 an mehreren Stellen konkrete Arbeiten beginnen. Die Maßnahmen gelten als wichtiger Baustein für die geplante S-Bahn Münsterland und sollen langfristig auch höhere Geschwindigkeiten auf der Strecke ermöglichen.
Nach den aktuellen Angaben des NWL sollen die Arbeiten zunächst mehrere Bereiche in Telgte und Warendorf betreffen. Genannt werden Wallfahrt, Maarbecke und Hegemann in Telgte sowie zwei Bahnübergänge westlich der Tillmannstraße in Warendorf. Damit wird der Zeitplan konkreter. Die Deutsche Bahn hatte bereits im April 2026 angekündigt, dass der Bau des ersten Abschnitts noch im Laufe dieses Jahres beginnen soll. Der nun genannte Start im Oktober passt grundsätzlich zu dieser Planung.
Insgesamt geht es zwischen Telgte und Warendorf um 30 Bahnübergänge. Nach Angaben der Deutschen Bahn sind diese derzeit nicht technisch gesichert. Je nach Standort sind unterschiedliche Lösungen vorgesehen. Einige Übergänge sollen vollständig zurückgebaut werden, an anderen Stellen sind Ersatzwege oder neue technisch gesicherte Übergänge geplant.
Das Gesamtprojekt wurde in neun Planungsabschnitte aufgeteilt, damit Genehmigungen und Bauarbeiten schrittweise erfolgen können. Für drei Abschnitte in Telgte mit insgesamt elf Bahnübergängen besteht bereits Baurecht.
Bis April 2026 waren für sechs der neun Planungsabschnitte Unterlagen beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht worden. Für drei davon lag zu diesem Zeitpunkt bereits ein Planfeststellungsbeschluss vor, drei weitere befanden sich noch im Genehmigungsverfahren. Für die übrigen drei Abschnitte wurden die Planungsunterlagen noch vorbereitet.
Der angekündigte Baustart ist auch deshalb bemerkenswert, weil das Vorhaben zwischenzeitlich erheblich später umgesetzt werden sollte. Im März 2025 hatte die Deutsche Bahn den beteiligten Städten mitgeteilt, dass der Bereich Wallfahrt nach damaligem Stand erst 2031 umgesetzt werden könne. Für weitere Abschnitte war sogar von 2032 die Rede. Als Grund wurden fehlende beziehungsweise nicht ausreichend abgesicherte Finanzmittel genannt.
Schon wenige Wochen später zeichnete sich allerdings ab, dass eine frühere Umsetzung geprüft werden könnte. Konkrete Termine waren damals noch nicht gesichert. Im April 2026 meldeten DB InfraGO, der NWL sowie die Städte Telgte und Warendorf schließlich deutliche Fortschritte. Vor allem das inzwischen vorhandene Baurecht für drei Abschnitte machte einen früheren Baustart möglich.
Besonders im Bereich der Tillmannstraße in Neuwarendorf sind die ungesicherten Bahnübergänge bereits seit längerer Zeit ein Thema. Züge müssen sich an nicht technisch gesicherten Übergängen teilweise durch akustische Warnsignale bemerkbar machen. In der Vergangenheit hatte es deshalb Beschwerden von Anwohnern über die Geräuschbelastung gegeben.
Frühere Planungen sahen bereits vor, einzelne wenig genutzte Übergänge vollständig zu schließen und für andere Ersatzwege zu schaffen. Anfang 2025 war öffentlich über die geplante Beseitigung eines unbeschrankten Bahnübergangs in diesem Bereich berichtet worden.
Die Arbeiten dienen nicht nur der Sicherheit. Sie sind auch für die weitere Entwicklung der Strecke wichtig. Nicht technisch gesicherte Bahnübergänge können den Bahnbetrieb und die mögliche Geschwindigkeit der Züge begrenzen. Werden sie beseitigt oder technisch gesichert, verbessert das die Voraussetzungen für einen leistungsfähigeren Verkehr.
Der NWL führt die Strecke Münster–Warendorf als Bestandteil seines Konzepts für die S-Bahn Münsterland. Für den Abschnitt zwischen Telgte und Warendorf wurden der Umbau der Bahnübergänge und eine mögliche Geschwindigkeitserhöhung bereits in früheren Planungen miteinander verknüpft.
Trotz des geplanten Baustarts dürfte sich das Gesamtprojekt noch über mehrere Jahre erstrecken. Nach den aktuellen Angaben rechnet der NWL damit, dass sämtliche Maßnahmen frühestens 2030 abgeschlossen werden können. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um einen verbindlichen Fertigstellungstermin.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu