
Der geplante Wechsel von Mikey Moore zum 1. FC Köln bleibt wenige Tage vor dem Ende der Transferperiode ungeklärt. Tottenham-Trainer Roberto De Zerbi hat nach dem 5:1-Erfolg gegen Charlton Athletic im englischen Ligapokal deutlich gemacht, dass er den 19 Jahre alten Offensivspieler grundsätzlich gern in seinem Kader behalten würde. Gleichzeitig verwies der Italiener darauf, dass Moore regelmäßig spielen müsse. Eine endgültige Entscheidung gegen eine Ausleihe nach Köln ist damit nicht gefallen. Weder Tottenham Hotspur noch der 1. FC Köln hatten den Transfer bis Donnerstagmittag offiziell bestätigt.
Neue Aufmerksamkeit erhielt die Personalie, nachdem Moore am Mittwochabend gegen Charlton erneut in Tottenhams Startelf gestanden und beim klaren Sieg ein Tor erzielt sowie einen weiteren Treffer vorbereitet hatte. Auch beim Premier-League-Auftakt gegen Brentford war der Engländer von Beginn an eingesetzt worden. Damit hat sich seine sportliche Situation gegenüber den ersten Wochen der Transfergespräche verändert.
Nach dem Ligapokalspiel wurde De Zerbi ausdrücklich nach Moores Zukunft gefragt. Tottenham veröffentlichte seine Antwort anschließend vollständig. Der Trainer erklärte, es sei wichtig, die beste Lösung für den Spieler und für den Verein zu finden. Er fügte hinzu, er würde Moore gern behalten, weil dieser jung und zugleich ein guter Spieler sei. Gleichzeitig warnte De Zerbi davor, eine falsche Entscheidung zu treffen, weil Moore spielen und weitere Pflichtspiele sammeln müsse.
Damit widerspricht die Aussage weder grundsätzlich einer Leihe noch bestätigt sie einen Verbleib. Sie zeigt allerdings, dass Tottenham die Personalie noch einmal sportlich bewertet. Berichte, wonach der Köln-Transfer nun definitiv platzen werde, gehen über den dokumentierten Wortlaut des Trainers hinaus.
Moores Bedeutung innerhalb des Tottenham-Kaders ist zuletzt gewachsen. Beim 3:0 in einem Vorbereitungsspiel gegen die TSG Hoffenheim am 15. August erzielte er bereits zwei Tore. Tottenham hob anschließend seine Leistung ausdrücklich hervor.
Das konkrete Interesse des 1. FC Köln an Moore wurde in Deutschland bereits am 22. Juli von Sky Sport öffentlich gemacht. Sky-Reporter Marlon Irlbacher berichtete damals, der FC beschäftige sich mit dem Tottenham-Talent. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Transfer allerdings noch als schwierig eingeschätzt.
Anfang August wurden die Gespräche konkreter. Sky-Reporter Florian Plettenberg berichtete am 5. August von fortgeschrittenen Verhandlungen zwischen Köln und Tottenham. Wenige Tage später hieß es, Köln habe sich mit Moore vollständig verständigt und mit Tottenham bestehe eine mündliche Einigung. Als geplantes Modell wurde eine Leihe ohne Kaufoption genannt. Die endgültige Zustimmung von De Zerbi habe damals noch gefehlt.
Von den Vereinen selbst wurde diese Einigung bislang nicht bestätigt. Auch eine konkrete Leihgebühr ist nicht belastbar veröffentlicht worden. Deshalb lässt sich lediglich festhalten, dass übereinstimmend eine Leihe für die Saison 2026/27 ohne Kaufoption beschrieben wurde. Über eine verbindlich vereinbarte Zahlung zwischen den Vereinen liegen keine gesicherten Angaben vor.
Von Kölner Seite gibt es bislang ebenfalls keine offizielle Transferankündigung. Trainer René Wagner vermied zuletzt eine konkrete Aussage zu Moore. Er erklärte zur allgemeinen Kaderplanung lediglich, der FC wolle sich möglicherweise noch auf eine oder anderthalb Stellen verbessern.
Geschäftsführer Thomas Kessler wurde beim Mitgliederstammtisch des Vereins etwas deutlicher, ohne Moore ausdrücklich als bevorstehenden Neuzugang zu bestätigen. Auf die seit Wochen kursierenden Transferberichte angesprochen, sagte er, das eine oder andere Gerücht, das sich schon lange halte, sei zumindest nicht ganz falsch. Zugleich erklärte Kessler, große Transfers in der Premier League könnten direkten Einfluss auf die Kaderplanung des 1. FC Köln haben.
Diese Aussage passte zur Situation bei Tottenham. Die Spurs haben ihre Offensive im August weiter verstärkt. Unter anderem wechselte Sávio von Manchester City nach London. Der zusätzliche Konkurrenzkampf könnte eine Ausleihe Moores erleichtern, garantiert sie jedoch nicht.
Kessler erklärte nach dem Kölner Pokalspiel in Würzburg außerdem, dass der Verein auf dem Transfermarkt noch aktiv werden wolle. Man wolle den Kader in der Spitze noch verstärken. Eine ausdrückliche Verbindung dieser Aussage mit Moore stellte der Kölner Geschäftsführer allerdings nicht her.
Mikey Moore wurde am 11. August 2007 geboren und ist 19 Jahre alt. Tottenham führt ihn als offensiven Mittelfeldspieler. Er kann auch auf den Flügelpositionen eingesetzt werden. Moore kam bereits im Alter von sieben Jahren in die Nachwuchsabteilung der Spurs und arbeitete sich durch die verschiedenen Jugendmannschaften bis zu den Profis hoch.
Im Mai 2024 wurde er mit 16 Jahren und 277 Tagen zum damals jüngsten Spieler, der für Tottenham in der Premier League eingesetzt worden war. Im Januar 2025 erzielte er in der Europa League gegen Elfsborg sein erstes Pflichtspieltor für die Profimannschaft.
Im August 2025 verlängerte Tottenham seinen Vertrag. Der Klub bezeichnete die Vereinbarung offiziell als langfristigen Vertrag, nannte jedoch keine konkrete Laufzeit. Angaben zu einem bestimmten Vertragsende lassen sich deshalb aus der Vereinsmitteilung nicht ableiten.
Die vergangene Saison verbrachte Moore auf Leihbasis bei den Glasgow Rangers. Tottenham bestätigte die Ausleihe für die komplette Spielzeit 2025/26 Anfang August 2025.
Nach Daten von Opta kam Moore in der schottischen Premiership auf 33 Einsätze. Dabei erzielte er sieben Tore und bereitete drei weitere Treffer vor. Hinzu kamen Einsätze in den nationalen Pokalwettbewerben und im Europapokal.
Dass Moore bereits regelmäßig auf höherem Niveau eingesetzt wurde, ist auch für die Überlegungen Tottenhams relevant. De Zerbis Äußerungen lassen erkennen, dass es nicht allein um die Frage geht, ob Moore im Spurs-Kader einen Platz erhält. Entscheidend ist auch, ob er dort genügend Spielzeit bekommen würde.
Beim 1. FC Köln wird für die Schlussphase der Transferperiode insbesondere nach weiterer Qualität für die Offensive gesucht. Moore könnte sowohl im offensiven Mittelfeld als auch über die Außenbahn eingesetzt werden. Gerade diese Vielseitigkeit würde zur Kölner Kaderplanung passen.
Der FC hat im Sommer bereits mehrere junge Spieler aus England verpflichtet und setzt verstärkt auf entwicklungsfähige Talente. Der Kölner Stadt-Anzeiger ordnete Moore Anfang August als möglichen weiteren Baustein dieser Strategie ein.
Eine Leihe ohne Kaufoption würde allerdings bedeuten, dass Köln sportlich von Moore profitieren könnte, ohne sich langfristige Transferrechte zu sichern. Tottenham behielte die vollständige Kontrolle über die weitere Entwicklung seines Eigengewächses.
Genau an diesem Punkt liegt nun auch die Entscheidung bei den Spurs. De Zerbi sieht Moore offenbar als ernsthafte Option für seinen eigenen Kader, erkennt zugleich aber die Notwendigkeit regelmäßiger Einsätze an. Der 1. FC Köln kann den Transfer deshalb weiterhin realistisch verfolgen, hat die Entscheidung aber nicht allein in der Hand.
Bis Donnerstagmittag gab es weder von Tottenham Hotspur noch vom 1. FC Köln eine Bestätigung der Leihe. Ebenso wenig hat Tottenham offiziell erklärt, dass Moore in London bleiben werde. Die jüngsten Aussagen De Zerbis haben die Ausgangslage damit verändert, den möglichen Wechsel nach Köln aber nicht beendet.
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