USA greifen Raketenwerfer im Iran an, Teheran reagiert militärisch

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Nach rund einem Monat ohne bestätigte amerikanische Angriffe auf iranischem Boden haben die USA erneut militärisch im Iran zugeschlagen. Ziel waren am Sonntag zwei Raketenwerfer auf der Insel Larak in der Straße von Hormus. Nach Angaben des US-Militärs standen die Systeme im Zusammenhang mit Vorbereitungen der iranischen Revolutionsgarden zur Verlegung neuer Seeminen. Iran reagierte anschließend mit einem Angriff auf amerikanische Militärstandorte in Jordanien.

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Damit ist die direkte militärische Konfrontation zwischen den USA und Iran nach mehreren ruhigeren Wochen erneut aufgeflammt. Der Krieg hatte am 28. Februar 2026 mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen und dauert inzwischen seit mehr als sechs Monaten an.

US-Militär greift zwei Raketenwerfer auf Larak an

Ein US-Regierungsvertreter bestätigte, dass amerikanische Streitkräfte zwei iranische Raketenwerfer auf Larak angegriffen hätten. Die kleine iranische Insel liegt nahe der wichtigen Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus und unweit des iranischen Hafens Bandar Abbas.

Nach Darstellung der USA hatten Kräfte der iranischen Revolutionsgarden Vorbereitungen getroffen, um mit Raketen Seeminen in die Meerenge zu bringen. CENTCOM bezeichnete die iranischen Einheiten als unmittelbare Bedrohung für die Schifffahrt und erklärte, die amerikanischen Streitkräfte hätten eine begrenzte und gezielte militärische Aktion durchgeführt. Die US-Darstellung über die unmittelbar bevorstehende Minenlegung ließ sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.

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Die US-Streitkräfte hatten erst in der vergangenen Woche erklärt, die internationalen Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus von Seeminen geräumt zu haben. Bereits zuvor hatte Präsident Donald Trump mit militärischen Konsequenzen gedroht, falls Iran erneut Minen in den internationalen Gewässern der Meerenge verlegen sollte.

Iran feuert Raketen auf US-Stützpunkte in Jordanien

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten anschließend, zwei von US-Streitkräften genutzte Militärstandorte in Jordanien angegriffen zu haben. Nach iranischen Angaben richtete sich die Operation gegen die Luftwaffenstützpunkte King Hussein und Al Azraq. Dabei seien ballistische Raketen eingesetzt worden.

Das jordanische Militär bestätigte am frühen Montagmorgen, dass acht Raketen in den jordanischen Luftraum eingedrungen seien. Die Luftverteidigung habe alle acht Geschosse abgefangen und zerstört. Ob die Raketen die von Iran genannten US-Stützpunkte erreichen sollten und welche Schäden dort möglicherweise entstanden, ging aus der jordanischen Erklärung nicht hervor.

Die Revolutionsgarden erklärten zudem, bei dem vorausgegangenen US-Angriff auf Larak seien iranische Soldaten und Zivilisten getötet oder verletzt worden. Eine genaue Zahl wurde zunächst nicht genannt. Eine unabhängige Bestätigung der iranischen Opferangaben lag zunächst nicht vor.

Erster bestätigter US-Angriff im Iran seit Ende Juli

Der Angriff auf Larak war der erste öffentlich bestätigte amerikanische Militärschlag gegen ein Ziel im Iran seit dem 29. Juli. Damals hatten die USA eine größere Angriffswelle gegen Einrichtungen der Revolutionsgarden durchgeführt, darunter Küstenüberwachung und Luftverteidigungsstellungen.

Am 1. August hatte Trump weitere Angriffe zunächst ausgesetzt. Nach Angaben der US-Regierung geschah dies auch auf Drängen von Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Washington verlagerte seinen Druck auf Teheran zuletzt wieder stärker auf wirtschaftliche Maßnahmen. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte zusätzliche Sekundärsanktionen an, die zunächst insbesondere Banken mit Iran-Geschäften treffen sollen.

Der Angriff auf Larak zeigt jedoch, dass die USA militärische Gewalt weiterhin einsetzen, wenn sie iranische Aktivitäten in der Straße von Hormus als unmittelbare Bedrohung bewerten.

Straße von Hormus bleibt Zentrum des Konflikts

Die Meerenge zwischen Iran und Oman ist einer der bedeutendsten Verkehrswege für die weltweite Energieversorgung. Vor Beginn des Krieges wurde durch die Straße von Hormus rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten beziehungsweise gehandelten Öls transportiert. Der Schiffsverkehr liegt seit Beginn der Kämpfe deutlich unter dem früheren Niveau.

Die neuerliche Eskalation wirkte sich am Montag unmittelbar auf die Energiemärkte aus. Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl stieg zeitweise um mehr als zwei Dollar auf rund 90,31 Dollar. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich auf rund 85,23 Dollar je Barrel.

Die Kontrolle der Straße von Hormus gehört damit weiterhin zu den zentralen Konfliktpunkten des Krieges. Trotz der schweren Schäden an iranischen Streitkräften verfügt Teheran nach wie vor über Raketen und Drohnen und kann den Schiffsverkehr in der Region beeinträchtigen.

Trumps Behauptung über Kharg zunächst nicht bestätigt

Zusätzliche Unsicherheit entstand am Montagmorgen durch eine Veröffentlichung von US-Präsident Trump. Er behauptete in einem Beitrag, die iranische Insel Kharg werde angegriffen beziehungsweise zerstört. Kharg war vor Kriegsbeginn der mit Abstand wichtigste Umschlagplatz für iranische Ölexporte.

Für einen aktuellen Angriff auf Kharg lagen zunächst jedoch keine weiteren Belege vor. Weder das Weiße Haus noch das US-Verteidigungsministerium bestätigten die Darstellung zunächst. Auch aus Iran gab es keine entsprechende Bestätigung. Das von Trump veröffentlichte Video mit Explosionen wurde bei einer technischen Prüfung als wahrscheinlich synthetisch erzeugtes Material eingestuft. Die Behauptung über einen Angriff auf Kharg ist deshalb nicht mit dem bestätigten US-Einsatz auf Larak gleichzusetzen.

Iran-Krieg überschreitet die Sechs-Monats-Marke

Die USA und Israel hatten ihre Angriffe auf Iran am 28. Februar begonnen. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf Staaten in der Golfregion, in denen amerikanische Truppen stationiert sind. Seitdem hat sich der Konflikt auf militärische Ziele, Schifffahrtswege und die Energieversorgung der Region ausgeweitet. 18 US-Soldaten sind nach Angaben aus Washington bislang im Zusammenhang mit dem Krieg ums Leben gekommen.

Eine politische Einigung zur Beendigung des Konflikts bestand am Montagmorgen nicht. Während Washington den wirtschaftlichen Druck auf Teheran verschärft, bleibt die Straße von Hormus militärisch umkämpft. Der Angriff auf Larak und die iranischen Raketenstarts auf Jordanien zeigen, dass auch nach sechs Monaten jederzeit wieder direkte Kampfhandlungen zwischen Iran und den USA einsetzen können.

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