
Broadcom hat sein Wachstum im Geschäft mit Halbleitern für künstliche Intelligenz deutlich beschleunigt. Im dritten Geschäftsquartal 2026 stieg der Konzernumsatz um 86 Prozent auf 29,59 Milliarden US-Dollar. Noch stärker entwickelte sich das Geschäft mit KI-Halbleitern. Hier meldete Broadcom Einnahmen von 16,7 Milliarden Dollar, 221 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Trotz der starken Zahlen reagierte die Aktie nach US-Börsenschluss zunächst mit Kursverlusten.
Die Broadcom Quartalszahlen 2026 zeigen damit, wie stark der US-Konzern inzwischen vom weltweiten Ausbau der Rechenzentren für künstliche Intelligenz profitiert. Neben maßgeschneiderten KI-Beschleunigern gehören Netzwerkchips und Infrastruktursoftware zu den wichtigsten Geschäftsfeldern des Unternehmens.
Broadcom veröffentlichte die Ergebnisse am Mittwoch, 2. September 2026, nach dem Ende des regulären US-Börsenhandels. Das dritte Geschäftsquartal endete bereits am 2. August.
Der Umsatz lag bei 29,591 Milliarden Dollar. Im entsprechenden Vorjahresquartal waren es 15,952 Milliarden Dollar gewesen. Das entspricht einem Wachstum von 86 Prozent.
Der nach US-Rechnungslegungsregeln GAAP ermittelte Nettogewinn lag bei 13,088 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Broadcom 4,140 Milliarden Dollar ausgewiesen. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg von 0,85 auf 2,68 Dollar.
Auf bereinigter Basis meldete der Konzern einen Nettogewinn von 16,372 Milliarden Dollar und einen verwässerten Gewinn je Aktie von 3,32 Dollar. Von Reuters erfasste Analysten hatten im Durchschnitt mit einem niedrigeren bereinigten Ergebnis gerechnet. Auch beim Umsatz übertraf Broadcom die dort genannten Markterwartungen.
Der operative Cashflow lag im Quartal bei 14,197 Milliarden Dollar. Nach Investitionen von rund 532 Millionen Dollar errechnete Broadcom einen freien Cashflow von 13,665 Milliarden Dollar.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Halbleiterbereich. Der Umsatz der Sparte Semiconductor Solutions stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 127 Prozent auf 20,839 Milliarden Dollar. Damit entfielen rund 70 Prozent der Konzernerlöse auf dieses Segment.
Innerhalb der Halbleitersparte erzielte Broadcom mit KI-Produkten einen Umsatz von 16,7 Milliarden Dollar. Das waren 221 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und 54 Prozent mehr als im unmittelbar vorhergehenden Quartal.
Broadcom entwickelt unter anderem kundenspezifische KI-Beschleuniger und Komponenten für die Vernetzung großer Rechenzentren. Das Unternehmen gehört damit neben Anbietern wie Nvidia zu den bedeutenden Profiteuren der hohen Investitionen großer Technologieunternehmen in KI-Infrastruktur.
Auch das Softwaregeschäft wuchs weiter. Der Umsatz mit Infrastructure Software stieg um 29 Prozent auf 8,752 Milliarden Dollar. Dieses Geschäft wurde in den vergangenen Jahren insbesondere durch die Übernahme von VMware erheblich ausgebaut.
Für das vierte Geschäftsquartal stellt Broadcom einen Gesamtumsatz von rund 34,8 Milliarden Dollar in Aussicht. Das würde gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal einem Wachstum von 93 Prozent entsprechen.
Beim KI-Halbleitergeschäft rechnet das Management mit einer weiteren Beschleunigung. Der Umsatz soll nach Unternehmensangaben im laufenden Quartal auf rund 21,7 Milliarden Dollar steigen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspräche das einem Plus von 236 Prozent.
Die Prognosen sind Erwartungen des Unternehmens und keine bereits erzielten Ergebnisse.
Für die bereinigte operative Marge stellt Broadcom im vierten Quartal rund 66 Prozent des prognostizierten Umsatzes in Aussicht.
Im Anschluss an die Zahlen erhöhte Konzernchef Hock Tan nach einem Bericht von Reuters zudem die Erwartung für das KI-Halbleitergeschäft im Geschäftsjahr 2027 auf rund 115 Milliarden Dollar. Zuvor hatte Broadcom einen Wert von mehr als 100 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Für 2028 stellte das Management dem Bericht zufolge eine weitere deutliche Steigerung auf etwa 230 Milliarden Dollar in Aussicht. Auch diese Angaben sind Unternehmensprognosen.
An der Börse konnten die hohen Wachstumsraten zunächst nicht überzeugen. Ein Grund dafür war der kurzfristige Ausblick. Die von Broadcom prognostizierten 34,8 Milliarden Dollar Quartalsumsatz lagen leicht unter der von Reuters auf Basis von LSEG-Daten genannten durchschnittlichen Analystenerwartung von rund 35,03 Milliarden Dollar.
Die Broadcom-Aktie geriet deshalb unmittelbar nach Veröffentlichung der Zahlen im nachbörslichen US-Handel unter Druck. Yahoo Finance meldete am Mittwoch, 2. September, gegen 16.59 Uhr US-Ostküstenzeit einen Rückgang von mehr als fünf Prozent. Gegen 17.45 Uhr US-Ostküstenzeit lag das Minus laut Yahoo Finance noch bei knapp vier Prozent. Die Bewegung fand außerhalb des regulären Nasdaq-Handels statt und kann sich bis zur nächsten regulären Sitzung noch verändern.
Die Reaktion verdeutlicht zugleich die hohen Erwartungen an Unternehmen, die stark vom weltweiten Ausbau der KI-Infrastruktur profitieren. Broadcom übertraf mit Umsatz und bereinigtem Ergebnis die durchschnittlichen Analystenschätzungen, stellte für das unmittelbar folgende Quartal beim Gesamtumsatz aber etwas weniger in Aussicht als der von Reuters genannte Konsens.
Die Entwicklung bei Broadcom ist auch für die internationale Technologiebranche von Bedeutung. Große Cloud- und KI-Unternehmen investieren weiterhin erhebliche Summen in Rechenzentren, Beschleunigerchips und Hochgeschwindigkeitsnetzwerke. Broadcom versucht, sich dabei vor allem mit kundenspezifischen Prozessoren als Alternative und Ergänzung zu universell einsetzbaren KI-Grafikprozessoren zu positionieren.
Das Unternehmen erwartet derzeit, dass sich die starke Nachfrage in den kommenden Quartalen fortsetzt. Wie schnell sich die langfristigen Umsatzprognosen tatsächlich realisieren lassen, hängt jedoch von den Investitionsplänen der großen Technologiekunden, verfügbaren Produktionskapazitäten und der Entwicklung des Wettbewerbs im Markt für KI-Halbleiter ab.
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