Baukran an Talbrücke zwingt A45 für Stunden zur Sperrung

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Die A45 zwischen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord ist nach einer stundenlangen Vollsperrung wieder vollständig für den Verkehr freigegeben. Auslöser war ein instabiler Baukran an der Talbrücke Kattenohl südlich von Hagen. Der Kran drohte am Freitag, 4. September 2026, auf die Autobahn zu stürzen. Erst am späten Abend konnte die Gefahrenstelle gesichert werden. Gegen 23.30 Uhr hob die Polizei die Sperrung auf.

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Damit ist die A45 zwischen Lüdenscheid und Hagen seit der Nacht zum Samstag wieder befahrbar. Eine erneute Sperrung wegen des Zwischenfalls war am Samstagvormittag nicht bekannt.

Schaden beeinträchtigte Stabilität des Baukrans

Nach Angaben der Autobahn GmbH war an einem Baukran im Bereich der Talbrücke Kattenohl ein Schaden festgestellt worden, der dessen Stabilität beeinträchtigte. Aus Sicherheitsgründen wurde deshalb der Autobahnabschnitt zwischen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord in beiden Fahrtrichtungen gesperrt. Die Polizei hatte gegen Mittag Kenntnis von der Gefahrenlage erhalten.

Der betroffene Kran sollte ohnehin am Freitag zurückgebaut werden. Die Arbeiten konnten zunächst jedoch nicht wie geplant ausgeführt werden, weil starke Windböen eine sichere Demontage verhinderten. Erst nachdem sich die Wetterlage verbessert hatte, konnte eine Fachfirma den Kran sichern und zurückbauen. Gegen 21 Uhr gab die Polizei Entwarnung. Rund zweieinhalb Stunden später war die Autobahn wieder frei.

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Damit steht fest, dass sowohl ein festgestellter Schaden als auch die starken Windverhältnisse für die Dauer der Sperrung entscheidend waren. Wodurch der ursprüngliche Schaden am Baukran an der A45 entstanden war, wurde zunächst nicht näher erläutert. Zu einer möglichen technischen Ursache lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor.

Vollsperrung dauerte bis in den späten Abend

Die Sperrung wurde am Freitagmittag eingerichtet und dauerte bis 23.30 Uhr. Verkehrswarndienste meldeten sie spätestens am frühen Nachmittag. Am Abend wurde das zunächst erwartete Ende mehrfach nach hinten verschoben, weil der Wind den Rückbau weiter erschwerte.

Für Autofahrer bedeutete die Sauerlandlinie gesperrt zu erleben eine erhebliche Belastung auf den Ausweichstrecken. Der Verkehr wurde an den Anschlussstellen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Nord von der Autobahn abgeleitet. Die Polizei empfahl, den betroffenen Bereich möglichst weiträumig zu umfahren.

Besonders stark belastet waren Straßen im Volme- und Lennetal. Aus der Region wurden dort lange Rückstaus gemeldet. Bereits kurz nach Beginn der Sperrung verzeichneten Verkehrsdienste außerdem zwei Kilometer Stau auf der A45 zwischen Schwerte-Ergste und dem Kreuz Hagen.

Eine belastbare Gesamtsumme der entstandenen Staukilometer oder der Zahl betroffener Fahrzeuge wurde nicht veröffentlicht. Fest steht jedoch, dass die vollständige Unterbrechung einer wichtigen Nord-Süd-Verbindung den Verkehr über mehrere Stunden auf das umliegende Straßennetz verlagerte.

Talbrücke Kattenohl wird vollständig ersetzt

Der Zwischenfall ereignete sich nicht an einer gewöhnlichen Baustelle. Die Talbrücke Kattenohl gehört zu den zahlreichen Großbrücken der Sauerlandlinie, die erneuert werden. Das bestehende Bauwerk stammt aus dem Jahr 1967, ist knapp 200 Meter lang und führt in bis zu 30 Metern Höhe über ein Tal südlich von Hagen.

Der Neubau besteht aus zwei getrennten Teilbauwerken. Während derzeit der Verkehr in beiden Richtungen über die westliche Brückenhälfte geführt wird, entsteht daneben das neue östliche Teilbauwerk. Im Juni 2026 hatte die Autobahn GmbH den ersten großen Verschub des neuen Stahlüberbaus abgeschlossen. Dabei wurde ein rund 120 Meter langes und etwa 460 Tonnen schweres Stahlelement über die Pfeiler bewegt.

Die Baustelle gilt wegen der steilen Hänge, schwieriger Bodenverhältnisse und einer nahegelegenen Hochdruckgasleitung als technisch anspruchsvoll. Für Pfeiler, Widerlager und Arbeitsflächen waren umfangreiche Gründungs- und Hangsicherungsmaßnahmen erforderlich.

A45 ist Teil eines umfangreichen Brückenprogramms

Die Arbeiten an der Kattenohl-Brücke stehen im Zusammenhang mit der umfassenden Brückenmodernisierung der A45. Auf der Sauerlandlinie zwischen Dortmund und Gießen müssen insgesamt 60 Talbrücken ersetzt werden. Die Autobahn gilt als bedeutende Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet, Südwestfalen und Hessen.

Allein für den rund 15 Kilometer langen Abschnitt zwischen Lüdenscheid-Nord und dem Kreuz Hagen ist langfristig ein sechsstreifiger Ausbau vorgesehen. Dort befinden sich nach Angaben der Autobahn GmbH 23 Brückenbauwerke. Zu den großen Talbrücken, die ersetzt werden müssen, zählen neben Kattenohl auch Sterbecke, Eichelnbleck, Sürenhagen und Brunsbecke.

Die hohe Bedeutung der Strecke zeigt sich auch an den Verkehrszahlen. Für die bestehende Talbrücke Kattenohl nennt die Autobahn GmbH inzwischen eine Belastung von rund 64.000 Fahrzeugen, darunter etwa 13.000 Lastwagen. Das Bauwerk war in den 1960er Jahren für deutlich geringere Verkehrsmengen geplant worden.

Nach der Sicherung des Krans ist die A45 wieder freigegeben. Der Vorfall ändert jedoch nichts daran, dass Autofahrer auf der Sauerlandlinie weiterhin mit zahlreichen Baustellen und Verkehrsführungen im Zuge der laufenden Brückenerneuerungen rechnen müssen.

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