
Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 20 im Berchtesgadener Land ist am Samstag eine 37 Jahre alte Motorradfahrerin ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich gegen 13.20 Uhr im Bereich Eisenrichter in der Gemeinde Bischofswiesen. Die Frau war mit einer Harley Davidson in Richtung Bad Reichenhall unterwegs, als sie nach einem Bremsmanöver stürzte, auf die Gegenfahrbahn geriet und von einem entgegenkommenden Reisebus erfasst wurde. Sie starb noch an der Unfallstelle.
Der tödliche Motorradunfall auf der B20 bei Bischofswiesen führte zu einem umfangreichen Einsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften. Die Bundesstraße blieb für mehr als vier Stunden vollständig gesperrt. Die Staatsanwaltschaft Traunstein ließ zur Klärung des genauen Hergangs zwei Gutachten anordnen.
Nach Angaben der Polizeiinspektion Berchtesgaden fuhr die 37-Jährige aus Inzell auf der B20 in Richtung Bad Reichenhall. Im Bereich Eisenrichter bremste ein Pkw vor ihr ab. Die Motorradfahrerin versuchte nach der bisherigen Darstellung der Polizei offenbar ebenfalls zu bremsen. Dabei kam sie vermutlich zu Sturz und schlitterte mit ihrem Motorrad auf die Gegenfahrbahn.
Dort näherte sich ein Reisebus aus der Gegenrichtung. Die Frau wurde von dem Bus erfasst und erlitt tödliche Verletzungen. Rettungskräfte konnten ihr nicht mehr helfen. Sie starb noch am Unfallort. Warum sie bei dem Bremsvorgang die Kontrolle über ihr Motorrad verlor beziehungsweise weshalb sie stürzte, war am Samstagabend noch nicht abschließend geklärt.
An dem Geschehen waren damit nach bisherigem Stand mindestens drei Fahrzeuge beteiligt: das Motorrad der 37-Jährigen, der vorausfahrende Pkw sowie der entgegenkommende Reisebus. Angaben zu einer Kollision zwischen dem Motorrad und dem vorausfahrenden Auto lagen zunächst nicht vor. Nach der bisherigen Unfallschilderung geriet die Motorradfahrerin erst nach ihrem Sturz in den Fahrstreifen des Reisebusses.
Der Fahrer des Reisebusses und sämtliche Fahrgäste blieben nach Polizeiangaben unverletzt. Die Passagiere konnten ihre Fahrt mit dem Bus nach dem Unfall zunächst nicht fortsetzen. Sie wurden nach Angaben eines Polizeisprechers mit Taxis zu ihren Unterkünften gebracht. Wie viele Menschen sich genau in dem Reisebus befanden, wurde in den zunächst veröffentlichten Angaben nicht genannt.
Hinweise darauf, dass weitere Verkehrsteilnehmer körperlich verletzt wurden, gab es zunächst nicht. Auch über Verletzungen der Insassen des vorausfahrenden Pkw wurde nichts bekannt. Im Mittelpunkt der weiteren Untersuchung steht deshalb vor allem die Frage, wie es zum Sturz der Motorradfahrerin kam und wie die anschließende Kollision mit dem Reisebus genau ablief.
Für die Unfallaufnahme waren Streifen der Polizeiinspektionen Berchtesgaden und Bad Reichenhall im Einsatz. Unterstützt wurden sie von mehr als 50 Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren Bischofswiesen und Bayerisch Gmain. Die Kräfte sicherten die Unfallstelle und unterstützten die Maßnahmen rund um die aufwendige Unfallaufnahme.
Die B20 musste im betroffenen Bereich vollständig gesperrt werden. Zwischenzeitlich war die Verbindung im Bereich zwischen Seebach und Winkl für den Verkehr nicht passierbar. Autofahrer wurden aufgefordert, den Bereich weiträumig zu umfahren. Wegen der Spurensicherung und der Rekonstruktion des Geschehens dauerte die Vollsperrung mehr als vier Stunden.
Die Bundesstraße 20 ist in diesem Teil des Berchtesgadener Landes eine wichtige Verbindung zwischen dem Raum Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Bischofswiesen und Berchtesgaden. Entsprechend wirkte sich die Sperrung am Samstagnachmittag auf den regionalen Verkehr aus. Die Unfallstelle lag auf Höhe Eisenrichter im Gemeindegebiet Bischofswiesen.
Zur genauen Rekonstruktion des Geschehens hat die Staatsanwaltschaft Traunstein nach Polizeiangaben ein unfallanalytisches und ein technisches Gutachten angeordnet. Das unfallanalytische Gutachten soll den Ablauf anhand der Spuren und weiterer Erkenntnisse nachvollziehbar machen. Das technische Gutachten soll unter anderem Erkenntnisse zum Zustand der beteiligten Fahrzeuge liefern.
Damit war die Ursache des Sturzes am Samstag noch nicht abschließend festgestellt. Die Polizei sprach ausdrücklich davon, dass die Motorradfahrerin vermutlich beim Einleiten ihres eigenen Bremsmanövers zu Fall kam. Ob technische Faktoren, die Straßenverhältnisse oder andere Umstände eine Rolle spielten, war zunächst offen. Gesicherte Angaben dazu lagen am Abend nicht vor.
Auch eine abschließende rechtliche Bewertung des Unfallgeschehens stand noch aus. Die Untersuchungen sollen klären, welche Abläufe unmittelbar vor dem Sturz und der anschließenden Kollision entscheidend waren. Die bisher veröffentlichten Angaben enthalten keinen Hinweis darauf, dass bereits eine abschließende Verantwortlichkeit festgestellt worden wäre.
Die Polizeiinspektion Berchtesgaden führt die Ermittlungen zum Unfallhergang fort. Wesentliche Erkenntnisse werden von den angeordneten Gutachten erwartet. Dabei dürfte insbesondere rekonstruiert werden, wie die Fahrzeuge unmittelbar vor dem Unfall unterwegs waren, wie die Bremsvorgänge abliefen und an welcher Stelle die Motorradfahrerin auf die Gegenfahrbahn geriet.
Offiziell bestätigt war am Samstagabend, dass die 37-Jährige gegen 13.20 Uhr im Bereich Eisenrichter nach einem Bremsvorgang stürzte, auf die Gegenfahrbahn schlitterte und dort von dem Reisebus erfasst wurde. Der Busfahrer und die Passagiere blieben unverletzt. Die genaue Ursache für den Sturz blieb zunächst Gegenstand der Ermittlungen.
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