Fünf Tote nach Unfall mit Amazon-Frachtjet am Flughafen Miami

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Bei einem schweren Unfall mit einem Frachtflugzeug im Dienst von Amazon sind am internationalen Flughafen von Miami im US-Bundesstaat Florida fünf Menschen ums Leben gekommen. Fünf weitere Menschen wurden verletzt, drei von ihnen nach Angaben der örtlichen Behörden schwer. Das Flugzeug vom Typ Boeing 767-300 kam am Sonntagnachmittag bei der Landung von der Piste ab und traf anschließend mehrere Fahrzeuge. Die Ursache des Unfalls war am frühen Montagmorgen noch nicht geklärt.

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Bei der Maschine handelte es sich um Flug 7598 des US-Frachtunternehmens 21 Air, der für das Luftfrachtnetz von Amazon durchgeführt wurde. Amazon bestätigte, dass ein von 21 Air betriebenes Amazon-Air-Flugzeug betroffen war. Der Flug war zuvor vom internationalen Flughafen Luis Muñoz Marín in San Juan auf Puerto Rico nach Miami gestartet.

Boeing 767 kommt nach Landung von der Piste ab

Nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde FAA überrollte Flug 7598 am Sonntag, 6. September 2026, gegen 14 Uhr Ortszeit das Ende der Landebahn am Miami International Airport. Die Behörde identifizierte die Maschine als Boeing 767-300-Frachtflugzeug. Die Sheriffin von Miami-Dade, Rosie Cordero-Stutz, gab den Zeitpunkt später mit etwa 13.58 Uhr an. Das entspricht kurz vor 20 Uhr deutscher Sommerzeit.

Nach dem Verlassen der Landebahn traf die Maschine nach Angaben von Miami-Dade Fire Rescue mehrere Fahrzeuge. Einsatzkräfte fanden das Flugzeug brennend vor. Starker Rauch und Flammen waren an der Unfallstelle zu sehen. Mehr als 60 Einheiten der Feuerwehr und des Rettungsdienstes wurden eingesetzt.

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Die Boeing kam im Bereich des nordwestlichen Endes des Flughafengeländes zum Stillstand. Zeitweise trat Treibstoff aus dem Flugzeug aus. Einsatzkräfte arbeiteten daran, das Leck zu kontrollieren. Nach Angaben der Behörden bestand später keine erkennbare Gefahr für die weitere Öffentlichkeit.

Fünf Tote und fünf Verletzte bestätigt

Die Behörden von Miami-Dade bestätigten fünf Todesfälle. Weitere fünf Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht. Drei der Verletzten befanden sich in kritischem Zustand, zwei weitere hatten weniger schwere Verletzungen.

Wer die Getöteten waren, war zunächst nicht bekannt. Die Behörden hatten bis zum frühen Montagmorgen weder ihre Identitäten veröffentlicht noch eindeutig mitgeteilt, ob sie sich im Flugzeug oder in den getroffenen Fahrzeugen befanden. Eine Zuordnung der Todesopfer zu Besatzung und Menschen am Boden wäre daher zum derzeitigen Stand nicht gesichert.

Der Leiter des Feuerwehreinsatzes, Ray Jadallah, erklärte, der Pilot und der Copilot seien nach dem Unfall zunächst im Cockpit eingeschlossen gewesen. Auch Menschen in getroffenen Fahrzeugen mussten von Rettungskräften befreit werden. Welche der beteiligten Personen zu den fünf Verletzten gehörten, war zunächst nicht vollständig geklärt.

Betreiber 21 Air fliegt im Auftrag von Amazon

Der Flug wurde nicht von Amazon selbst als Fluggesellschaft durchgeführt. Betreiber der Maschine war 21 Air. Das US-Unternehmen mit Hauptsitz in Greensboro im Bundesstaat North Carolina ist als Frachtfluggesellschaft zugelassen und betreibt unter anderem Boeing-767-Frachtmaschinen. Auf seiner eigenen Internetseite führt 21 Air Amazon Prime Air als einen seiner Kunden auf. Das Unternehmen unterhält zudem ein Betriebszentrum am Flughafen Miami.

Amazon bestätigte am Sonntag, dass es sich um ein Flugzeug des eigenen Luftfrachtnetzes handelte, das von 21 Air betrieben wurde. Das Unternehmen erklärte zunächst, eng mit den zuständigen Behörden zusammenzuarbeiten und die Betroffenen zu unterstützen. Nach Bestätigung der Todesfälle äußerte Amazon sein Mitgefühl mit den Angehörigen.

Bei der betroffenen Maschine handelt es sich um eine Boeing 767-300 in Frachtkonfiguration. Der zweistrahlige Großraumjet wird seit Jahrzehnten sowohl im Passagierverkehr als auch als Frachtflugzeug eingesetzt. Angaben zur konkreten Vorgeschichte des verunglückten Flugzeugs wurden teilweise aus kommerziellen Flugzeugdatenbanken verbreitet. Für die Ursache des Unfalls ergeben sich daraus bislang keine gesicherten Rückschlüsse.

NTSB schickt Ermittler nach Miami

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Transportation Safety Board, kurz NTSB, hat eine Untersuchung eingeleitet. Ein Ermittlerteam unter Leitung der NTSB-Vorsitzenden Jennifer Homendy wurde nach Miami geschickt. Die Behörde ist in den USA für die unabhängige Untersuchung schwerer Unfälle im Luftverkehr zuständig.

Auch die FAA untersucht den Vorfall. In ihrer offiziellen Erstmeldung beschränkte sich die Luftfahrtbehörde zunächst auf die Feststellung, dass die Boeing 767-300 nach der Landung von der Piste abgekommen sei. Angaben zu einer möglichen technischen Störung, einem Fehler der Besatzung oder anderen Ursachen machte sie nicht.

Damit waren am Montagmorgen keine gesicherten Angaben dazu möglich, warum das Flugzeug nicht innerhalb der vorgesehenen Landebahn zum Stillstand kam. In Miami hatte es zur fraglichen Zeit wechselhaftes Wetter mit Gewittern und kräftigen Windböen gegeben. Ob die Wetterbedingungen für den Unfall eine Rolle spielten, war jedoch nicht festgestellt.

Unfall sorgt für erhebliche Störungen am Flughafen Miami

Unmittelbar nach dem Unfall wurden sämtliche Start- und Landebahnen sowie Rollwege des Miami International Airport zunächst geschlossen. Die FAA verhängte einen sogenannten Ground Stop, durch den weitere Flugbewegungen eingeschränkt wurden. Der Flughafen nahm später einen Teil des Betriebs wieder auf.

Die Auswirkungen waren erheblich. Bis Sonntagabend wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press unter Berufung auf den Flugdatendienst FlightAware mehr als 160 Flüge gestrichen und rund 325 verspätet. Einige Maschinen wurden zu anderen Flughäfen umgeleitet.

Miami International Airport gehört zu den wichtigsten internationalen Luftverkehrsdrehkreuzen der USA und ist zugleich ein bedeutender Standort für den Frachtverkehr zwischen Nordamerika, Lateinamerika und der Karibik. Die betroffene Verbindung von San Juan nach Miami war Teil dieses regionalen Frachtverkehrs.

Die nächsten gesicherten Erkenntnisse zum Ablauf des Unfalls werden von den Untersuchungen des NTSB erwartet. Zu Beginn solcher Ermittlungen werden unter anderem das Flugzeug, die Unfallstelle und verfügbare Flugdaten untersucht. Eine Ursache war am Montagmorgen noch nicht festgestellt.

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