Stuttgart ist Deutschlands neue Nummer eins bei der Digitalisierung

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Grzegorz Walczak

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Stuttgart ist erstmals die digitalste Großstadt Deutschlands. Die baden-württembergische Landeshauptstadt übernimmt im Smart City Index 2026 mit 92,8 von 100 möglichen Punkten die Spitze und verdrängt München auf den zweiten Platz. Die bayerische Landeshauptstadt, die das Ranking drei Jahre in Folge angeführt hatte, kommt auf 92,0 Punkte. Hamburg folgt mit 91,5 Punkten auf Rang drei.

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Damit bleibt der Abstand zwischen den führenden Städten gering. Nur 1,3 Punkte trennen Stuttgart und Hamburg. Im Vorjahr waren es zwischen dem ersten und dritten Platz noch 2,2 Punkte gewesen. Zugleich steigt das Bewertungsniveau insgesamt weiter. Im Durchschnitt erreichen die 83 untersuchten deutschen Großstädte 73,8 Punkte. 2025 waren es 70,8 Punkte.

Der Smart City Index 2026 wird vom Digitalverband Bitkom zum achten Mal veröffentlicht. Er vergleicht alle deutschen Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern in den Bereichen Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung.

Stuttgart verbessert sich vom dritten auf den ersten Platz

Stuttgart hatte bereits 2025 deutlich zugelegt und war damals vom siebten auf den dritten Rang geklettert. Nun folgt der Sprung an die Spitze. Ausschlaggebend ist nicht allein eine besonders starke Einzeldisziplin. Stuttgart ist als einzige der 83 untersuchten Städte in allen fünf Kategorien unter den jeweiligen Top 10 vertreten.

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Bei Energie und Umwelt erreicht Stuttgart Platz eins. In der Verwaltung liegt die Stadt auf Rang drei, bei IT und Kommunikation auf Rang sechs. Gesellschaft und Bildung bringen Platz sieben, Mobilität Platz acht. Diese vergleichsweise ausgeglichene Bewertung hebt Stuttgart von Städten ab, die einzelne Kategorien gewinnen, im Gesamtranking aber deutlich weiter hinten stehen.

Auch die Punktzahl legt gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. 2025 hatte Stuttgart mit 88,0 Punkten noch hinter München und Hamburg gelegen. Nun sind es 92,8 Punkte.

München verbessert seinen Indexwert ebenfalls. Nach 90,2 Punkten im vergangenen Jahr erreicht die Stadt diesmal 92,0 Punkte. Dennoch reicht das nicht zur Verteidigung der Spitzenposition. Hamburg steigt von 89,6 auf 91,5 Punkte, fällt in der Rangliste allerdings vom zweiten auf den dritten Platz.

Nürnberg macht den größten Sprung in der Spitzengruppe

Direkt hinter dem Führungstrio folgt Nürnberg. Die fränkische Großstadt verbessert sich von Rang acht auf Rang vier und erreicht 91,3 Punkte. Besonders stark schneidet Nürnberg bei der digitalen Verwaltung ab. Dort erreicht die Stadt gemeinsam mit Krefeld die Höchstwertung von 100 Punkten.

Düsseldorf verbessert sich von Platz sechs auf Rang fünf und erreicht 90,9 Punkte. Köln folgt mit 89,0 Punkten auf Platz sechs. Hannover verteidigt Rang sieben mit 88,2 Punkten. Die niedersächsische Landeshauptstadt hatte im vergangenen Jahr mit einem Sprung von Platz 41 auf sieben für die größte Veränderung im damaligen Ranking gesorgt.

Bochum fällt trotz eines nahezu unveränderten Ergebnisses von 87,2 Punkten vom fünften auf den achten Platz zurück. Das zeigt den relativen Charakter des Rankings. Eine Stadt kann ihre eigene Bewertung halten und dennoch Positionen verlieren, wenn andere Kommunen stärker zulegen.

Leipzig bleibt mit 85,9 Punkten auf Platz neun. Aachen komplettiert die Top 10 mit 85,5 Punkten. Die Stadt steigt gegenüber 2025 um sechs Positionen von Rang 16 auf Rang zehn. Heidelberg fällt dagegen aus der Spitzengruppe. Nach Platz zehn im Vorjahr erreicht die Stadt 2026 mit 84,7 Punkten nur noch Rang 13.

Erlangen und Hildesheim gewinnen jeweils 19 Plätze

Die größten Veränderungen finden sich außerhalb der ersten zehn Plätze. Erlangen verbessert sich um 19 Positionen auf Rang 56 und erreicht 69,7 Punkte. Besonders deutlich ist der Fortschritt im Bereich Verwaltung, wo Erlangen 43 Plätze gewinnt und nun auf Rang 29 liegt. Zu den bewerteten Faktoren gehören digitale Verwaltungsleistungen, Terminbuchungen, interne digitale Prozesse und elektronische Bezahlmöglichkeiten.

Ebenfalls um 19 Plätze steigt Hildesheim. Die niedersächsische Stadt erreicht mit 68,8 Punkten Rang 60. Mönchengladbach macht einen Sprung um 18 Plätze auf Rang zwölf und kommt mit 84,8 Punkten dicht an die Top 10 heran. Besonders deutlich verbessert sich die Stadt bei der Mobilität.

Auch Neuss gewinnt 18 Positionen und erreicht Rang 38. Gütersloh rückt um 16 Plätze auf Rang 64 vor. Bremen verbessert sich um 13 Positionen auf Platz 29. Innerhalb von zwei Jahren ist Bremen damit von Rang 71 auf Rang 29 geklettert, die bisher beste Platzierung der Stadt im Smart City Index.

Mehrere Städte fallen deutlich zurück

Die Rangliste kennt zugleich deutliche Abwärtsbewegungen. Paderborn verliert 16 Plätze und steht mit 71,6 Punkten auf Rang 52. Heilbronn fällt ebenfalls um 16 Positionen auf Rang 53. Auch Koblenz verliert 16 Plätze und liegt nun auf Platz 59.

Dresden erreicht mit 78,8 Punkten Platz 30 und verliert damit zwölf Positionen. Noch 2023 hatte Dresden zur bundesweiten Top 10 gehört. Darmstadt rutscht um elf Plätze auf Rang 28 ab, obwohl die Stadt mit 98,8 Punkten die Kategorie Gesellschaft und Bildung gewinnt.

Das verdeutlicht eine Besonderheit des Rankings: Ein sehr gutes Ergebnis in einem einzelnen Bereich garantiert keinen vorderen Gesamtplatz. Krefeld teilt sich beispielsweise mit Nürnberg die Spitzenposition bei der Verwaltung, liegt insgesamt jedoch auf Rang 45. Auch Darmstadts Kategoriensieg reicht in der Gesamtwertung nur für einen Platz im Mittelfeld.

Am unteren Ende des Rankings steht 2026 Remscheid mit 47,3 Punkten auf Rang 83. Salzgitter liegt mit 52,9 Punkten auf dem vorletzten Platz.

Hamburg führt bei digitaler Infrastruktur und Mobilität

Die Spitzenplätze in den fünf Einzelkategorien verteilen sich auf mehrere Städte. Nürnberg und Krefeld erreichen in der Verwaltung jeweils 100 Punkte. Stuttgart führt den Bereich Energie und Umwelt mit 87,7 Punkten an.

Bei IT und Kommunikation belegt Hamburg mit 96,0 Punkten Platz eins. Auch die Mobilitätswertung geht nach Hamburg, dort erreicht die Stadt die maximale Punktzahl von 100. Darmstadt führt bei Gesellschaft und Bildung mit 98,8 Punkten.

Die Ergebnisse zeigen damit auch, dass Digitalisierung in Städten sehr unterschiedliche Schwerpunkte haben kann. Neben Online-Verwaltungsleistungen fließen unter anderem Breitbandversorgung, intelligente Verkehrssteuerung, digitale Bildungsangebote, Umweltsensorik, Ladeinfrastruktur und Sharing-Angebote in die Bewertung ein.

Durchschnitt aller Großstädte steigt weiter

Für den Smart City Index 2026 wurden 14.442 Datenpunkte ausgewertet. Sie verteilen sich auf 39 Indikatoren und 174 einzelne Parameter. 2025 waren es noch 13.529 Datenpunkte, 37 Indikatoren und 163 Parameter. Alle 83 Städte beteiligten sich an der Datenerhebung.

Der steigende Durchschnitt deutet auf eine breitere Digitalisierung der deutschen Großstädte hin. Für einen Platz unter den besten zehn waren 2026 mindestens 85,5 Punkte erforderlich. Ein Jahr zuvor genügten 84,7 Punkte. 2023 lag die Schwelle noch bei 76,6 Punkten.

Auch zwischen unterschiedlichen Stadtgrößen bestehen weiterhin deutliche Unterschiede. Großstädte mit mindestens einer Million Einwohnern kommen 2026 im Durchschnitt auf 87,5 Punkte. Städte zwischen 100.000 und 149.999 Einwohnern erreichen im Mittel 66,8 Punkte. Diese kleineren Großstädte verbessern sich allerdings um durchschnittlich 4,4 Punkte und damit stärker als jede andere Größenklasse.

Der Wechsel an der Spitze ist deshalb nur ein Teil des Bildes. Während Stuttgart München als Nummer eins ablöst, steigt zugleich das Niveau des gesamten Rankings. Für viele Städte entscheidet inzwischen nicht allein der eigene Fortschritt über die Platzierung, sondern auch das Tempo, mit dem andere Kommunen ihre digitalen Angebote ausbauen.

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