„Ich war zu feige“: Jens Spahn bittet CDU-Basis um Entschuldigung

Jens Spahn zieht sich auch von der Spitze der CDU Münsterland zurück. NRW-Schulministerin Dorothee Feller will seine Nachfolge antreten.
Michael Lucan, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

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Jens Spahn hat sich bei CDU-Mitgliedern in seiner Heimatregion für seinen Umgang mit der Leihmutterschaft entschuldigt. In einem Schreiben an rund 2.500 Mitglieder seines Wahlkreises Steinfurt I – Borken I räumt der frühere Unionsfraktionschef Fehler ein. Jens Spahn entschuldigt sich vor allem dafür, den Widerspruch zwischen seiner früheren politischen Haltung und seiner persönlichen Entscheidung nicht rechtzeitig erklärt zu haben.

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„Ich war zu feige, bei diesem sensiblen Thema offen Farbe zu bekennen“, schreibt Spahn in dem Brief, über den zunächst Reuters und anschließend unter anderem WDR und „BILD“ berichteten.

Spahn räumt enttäuschtes Vertrauen ein

Spahn und sein Ehemann Daniel Funke hatten im Juli öffentlich gemacht, dass sie Eltern eines Sohnes geworden sind, der mithilfe einer Leihmutter in den USA geboren wurde. Politisch brisant wurde das Thema, weil Spahn sich früher gegen eine Legalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland ausgesprochen hatte.

Diesen Widerspruch spricht er nun selbst an: „Vor allem aber habe ich durch den Widerspruch zwischen meiner früher öffentlich vertretenen Haltung und meiner persönlichen Entscheidung Vertrauen enttäuscht.“ Weiter schreibt er: „Dafür gab es genügend Gelegenheiten. Ich habe sie nicht genutzt.“ An die CDU-Mitglieder gerichtet heißt es schließlich: „Dafür möchte ich Sie um Entschuldigung bitten.“

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Rückzug aus Führungsämtern

Am 18. Juli trat Spahn als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurück. Ende Juli wurde Thorsten Frei zu seinem Nachfolger gewählt.

Auch an der Spitze der CDU Münsterland steht ein Wechsel bevor. Spahn hat angekündigt, beim Wahlparteitag am 15. September nicht erneut für den Bezirksvorsitz zu kandidieren. Er stammt aus Ahaus und vertritt den Wahlkreis Steinfurt I – Borken I im Bundestag.

Wie es für Jens Spahn weitergeht

Aus der Bundespolitik zieht sich der 46-Jährige nicht zurück. Er ist inzwischen ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuss und trat am 9. September wieder im Bundestag ans Rednerpult.

Zu seiner politischen Zukunft bleibt Spahn dennoch vage. Verlorenes Vertrauen lasse sich weder durch eine Entschuldigung noch durch einen Rücktritt einfach wiederherstellen. Er wolle aber daran arbeiten, dieses Vertrauen zurückzugewinnen. Eine konkrete Rückkehr in ein Führungsamt kündigt er nicht an.

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