
Bei der Parlamentswahl in Russland 2026 hat die Zentrale Wahlkommission Einiges Russland zur Siegerin erklärt. Der Stimmenanteil der Kremlpartei lag nach dem vorläufigen Stand vom Montag, 21. September, um 11 Uhr Moskauer Zeit bei 57,83 Prozent. Ausgewertet waren 95,18 Prozent der Auszählungsprotokolle. Wahlleiterin Ella Pamfilowa stellte der Partei vorläufig 355 von 450 Duma-Sitzen in Aussicht.
Im vorläufigen Ergebnis der Wahlkommission vom Montag lag die Kommunistische Partei bei 13,81 Prozent, die LDPR bei 8,98 Prozent und Neue Leute bei 7,96 Prozent. Für diese Parteien wurden zunächst 40, 25 und 20 Mandate genannt. Gerechtes Russland lag bei 4,96 Prozent und damit unter der Fünfprozenthürde für Listenmandate, gewann nach den vorläufigen Angaben jedoch vier Direktmandate. Für Rodina wurde ein Sitz genannt; weitere Mandate entfielen auf parteilose Bewerber. Die endgültige Verteilung stand noch aus.
Die Hälfte der 450 Duma-Sitze wird über Parteilisten vergeben, die andere Hälfte direkt in Wahlkreisen. Nach Angaben der Wahlkommission führte Einiges Russland am Montag in 208 der 225 Direktwahlkreise. Mit den vorläufig erwarteten 355 Mandaten würde die Partei ihre Zweidrittelmehrheit behalten.
Abgestimmt wurde vom 18. bis 20. September. Es war die erste Duma-Wahl seit Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine im Februar 2022. Die Wahlbeteiligung lag laut Wahlkommission nach dem vorläufigen Stand vom Montag bei 59,32 Prozent. Die endgültigen Ergebnisse sollen am Freitag, 25. September, festgestellt werden.
Jabloko und die Kommunistische Partei erklärten während der Abstimmung, ihre Beobachter seien teilweise nicht in Wahllokale gelassen worden. Zudem seien versiegelte Urnen geöffnet und Papierstimmzettel verweigert worden. Jabloko-Chef Nikolai Rybakow wandte sich deshalb an Pamfilowa. Eine unabhängige Bestätigung der Vorwürfe lag zunächst nicht vor.
Pamfilowa weist die Vorwürfe zurück, wonach Beobachter massenhaft ausgeschlossen worden seien. Die Abstimmung sei sauber und ruhig verlaufen, erklärte sie. Zugleich teilte sie mit, 36.850 Stimmzettel seien an 20 Wahllokalen für ungültig erklärt worden.
Bereits am 10. August hatte das Oberste Gericht die landesweite Parteiliste von Jabloko von der Wahl ausgeschlossen. Die Partei setzt sich für ein Ende des Krieges gegen die Ukraine ein. Einzelne Jabloko-Bewerber konnten jedoch in Wahlkreisen antreten.
Eine Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa wurde nicht eingeladen. Bereits am 6. August hatte Pere Joan Pons, Präsident ihrer Parlamentarischen Versammlung, erklärt, Russland verletze damit seine Verpflichtungen als Mitgliedstaat. Die Direktorin des OSZE-Büros für demokratische Institutionen und Menschenrechte, Maria Telalian, kritisierte, ohne unabhängige Beobachtung fehle eine objektive Bewertung des Wahlverfahrens; Transparenz und Vertrauen würden geschwächt.
Das russische Außenministerium erklärte, die OSZE lege doppelte Standards an. Statt ihrer seien andere internationale Organisationen sowie Beobachter aus OSZE-Staaten eingeladen worden, erklärte das Ministerium. Eine OSZE-Wahlbeobachtungsmission fand damit nicht statt.
Die EU erklärte am Montag, die Wahl habe unter Bedingungen stattgefunden, die keinen fairen Wettbewerb ermöglicht hätten. Der Ausschluss der Jabloko-Liste habe die Auswahl zusätzlich eingeschränkt. Sie werde die Abstimmungen und Ergebnisse in den besetzten ukrainischen Gebieten nicht anerkennen. Genannt wurden die Krim sowie besetzte Teile der Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson. Die EU kündigte Sanktionen gegen Organisatoren und Kandidaten dort sowie gegen Verantwortliche für die Einschränkung freier und fairer Wahlen in Russland an.
Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland und Norwegen verurteilten die Abstimmungen in den besetzten ukrainischen Gebieten ebenfalls in einer gemeinsamen Erklärung vom Montag. Dadurch werde die Souveränität der Ukraine verletzt. Solche Wahlen könnten den völkerrechtlichen Status der Gebiete nicht ändern. Die fünf Staaten forderten Russland außerdem auf, den Krieg zu beenden und einer sofortigen, vollständigen und bedingungslosen Waffenruhe zuzustimmen.
Eine positive Reaktion kam aus Usbekistan. Präsident Schawkat Mirsijojew gratulierte Wladimir Putin nach Angaben seines Sprechers zur Durchführung der Wahl. Die Ergebnisse zeigten ein hohes Vertrauen in Putins politischen Kurs, habe Mirsijojew erklärt.






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