
Münster. Demenz betrifft nicht nur Hochbetagte – und genau darauf richtet Münster in dieser Woche den Blick. Zum Welt-Alzheimertag startet an diesem Montag die Woche der Demenz in Münster mit rund 60 Veranstaltungen. Bis zum 27. September geht es um Beratung und Unterstützung, aber auch um Begegnung, Musik, Bewegung und die Frage, wie ein gutes Leben mit Demenz gelingen kann. Besonders im Fokus stehen dabei auch Menschen, die bereits in jüngeren Jahren erkranken.
Organisiert wird die Aktionswoche vom Arbeitskreis Demenz Münster. Das Programm richtet sich an Menschen mit Demenz, Angehörige und andere nahestehende Personen, Fachkräfte sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Viele Veranstaltungen können kostenlos und ohne Anmeldung besucht werden.
Der Auftakt der Aktionswoche fällt auf den Welt-Alzheimertag am 21. September. Das diesjährige Motto „Demenz – (K)eine Frage des Alters“ soll deutlich machen, dass eine Demenzerkrankung nicht ausschließlich Menschen im hohen Alter betrifft.
Dieser Schwerpunkt steht auch bei einer zentralen Veranstaltung am Montagabend im Mittelpunkt. Ab 17.30 Uhr finden im VHS-Forum an der Aegidiistraße 70 drei Fachvorträge statt. Dabei geht es unter anderem um medizinische Grundlagen von Demenzerkrankungen im jüngeren Lebensalter, sozialrechtliche Unterstützungsmöglichkeiten und Angebote der Selbsthilfe.
Die Veranstaltung wird hybrid angeboten und kann damit sowohl vor Ort als auch online verfolgt werden.
Einen ersten Vorgeschmack auf die Demenzwoche in Münster gab es bereits am Samstag. Mitglieder des Arbeitskreises informierten auf dem Wochenmarkt am Domplatz über das Programm sowie über Beratungs- und Unterstützungsangebote in der Stadt.
In den kommenden Tagen verteilen sich die Veranstaltungen auf unterschiedliche Einrichtungen und Orte in Münster. Die Demenz-Angebote in Münster reichen von Vorträgen und Workshops über Beratung bis zu Musik, Tanz und kreativen Formaten.
Auch praktische Fragen des Alltags werden aufgegriffen. Eine offene Smartphone-Sprechstunde soll beispielsweise dabei helfen, digitale Anwendungen sicherer und selbstständiger zu nutzen. Andere Programmpunkte geben Einblicke in die Behandlung und Begleitung von Menschen mit Demenz in der Alterspsychiatrie.
Die Diagnose verändert häufig nicht nur das Leben der betroffenen Person. Deshalb richtet sich ein Teil des Programms gezielt an Angehörige und andere Menschen, die Personen mit Demenz begleiten.
Informationsveranstaltungen und Workshops sollen Wissen vermitteln, Orientierung geben und Raum für Austausch schaffen. Dazu gehört auch das sogenannte Demenz-Balance-Modell. Dabei geht es darum, durch einen Perspektivwechsel besser nachzuvollziehen, wie sich Verlusterfahrungen und Veränderungen für Menschen mit Demenz anfühlen können.
Neben der Beratung setzt die Aktionswoche bewusst auf Begegnung. So steht am Donnerstag, 24. September, im Stadtmuseum ein Kaffeekränzchen im historischen Café Müller auf dem Programm. Das Angebot richtet sich an Menschen mit leichter oder mittelgradiger Demenz sowie ihre Begleitpersonen. Bei Kaffee, Kuchen, alten Rezeptbüchern und Musik sollen Erinnerungen an frühere Cafés und Ausflugslokale angeregt werden. Für diesen Termin ist eine Anmeldung erforderlich, die Teilnahme kostet acht Euro.
Bundesweit leben nach Angaben der Stadt rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Der Welt-Alzheimertag wird seit 1994 jedes Jahr am 21. September begangen. Rund um diesen Termin finden bundesweit Veranstaltungen statt, die über Demenz informieren und Unterstützungsangebote bekannter machen sollen.
Auch in Münster geht es deshalb nicht ausschließlich um medizinische Fragen. Die Aktionswoche soll zeigen, welche Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten es vor Ort gibt und gleichzeitig Begegnungen zwischen Betroffenen, Angehörigen, Fachkräften und Interessierten ermöglichen.
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