
Morten Harket meldet sich nach zwölf Jahren mit einem neuen Soloalbum zurück. Der Sänger der norwegischen Popband a-ha hat „Human Grace“ angekündigt. Das Album soll am 27. November 2026 bei Warner Records Germany erscheinen. Bereits am Freitag, 25. September, wurde mit „Hold Me“ die erste Vorab-Single veröffentlicht. Harket singt darauf gemeinsam mit seiner Tochter Tomine Harket.
Die Veröffentlichung erhält auch deshalb besondere Aufmerksamkeit, weil es Harkets erstes Soloalbum seit der öffentlichen Bekanntgabe seiner Parkinson-Diagnose ist. Der Sänger hatte im Juni 2025 selbst über seine Erkrankung gesprochen. Über deren Verlauf oder Prognose äußert sich das neue Album nicht. Im Mittelpunkt steht die Musik.
„Human Grace“ wurde am 24. September angekündigt und umfasst zehn Titel. Es ist Harkets siebtes Soloalbum. Neben Tomine Harket ist auch seine Tochter Karmen Poppi A. Harket beteiligt. Sie ist auf dem Stück „Falling Down“ zu hören.
Die Trackliste beginnt mit dem Titelsong „Human Grace“. Es folgen „Hold Me“, „Falling Down“, „Lord, I Can’t Help You Now“, „Now Your Heart Is Broken“, „Shot of Fear“, „Did I Leave You Behind“, „What Is It You Want With Me“, „The Old Church“ und „If I Ever See Your Face Again“.
Warner beschreibt die Platte als persönliches Album mit stärker organisch geprägtem Klang als bei vielen a-ha-Produktionen. Harket selbst fasst den thematischen Kern mit den Worten „celebration of life“ zusammen, also als Feier des Lebens.
Bei der ersten Single „Hold Me“ ist Tomine Harket nicht nur als Sängerin beteiligt. Das Stück wurde von Morten Harket, Tomine Harket und dem schwedischen Songwriter und Produzenten Peter Kvint gemeinsam geschrieben. Die Textarbeit wird Morten Harket und Ole Sverre Olsen zugeschrieben.
Kvint ist kein neuer musikalischer Partner für Harket. Bereits bei früheren Soloarbeiten war er an Produktionen des Norwegers beteiligt. Damit setzt „Human Grace“ zumindest teilweise eine Zusammenarbeit fort, die schon vor Harkets mehrjähriger Pause als Solokünstler bestand.
Auch die Beteiligung seiner beiden Töchter gehört zu den auffälligsten Merkmalen des Albums. Neben Tomines Beitrag auf „Hold Me“ übernimmt Karmen Poppi A. Harket einen Gastpart auf „Falling Down“. Harket hat die Zusammenarbeit mit seinen Töchtern öffentlich als besondere Erfahrung beschrieben und erklärt, er sei von ihrer Arbeit im Studio beeindruckt gewesen.
Nicht das gesamte Material auf „Human Grace“ ist erst unmittelbar vor der Veröffentlichung entstanden. Besonders „Did I Leave You Behind“ hat eine längere Geschichte. Harket spielte den Song bereits 2013 und 2014 bei Konzerten live, veröffentlichte ihn damals aber nicht auf einem regulären Studioalbum.
Damit verbindet „Human Grace“ aktuelles Material mit Kompositionen, die Harket schon seit Jahren begleiten. Auch weitere Stücke gehen auf Arbeiten aus der Zeit nach seinem letzten Soloalbum zurück und wurden für das neue Projekt weiterentwickelt.
Der lange Entstehungszeitraum erklärt, warum das Album nicht einfach als direkte Momentaufnahme des Jahres 2026 einzuordnen ist. Es bündelt vielmehr Material aus unterschiedlichen Phasen von Harkets Solokarriere.
Harkets bislang letztes Soloalbum „Brother“ erschien 2014. Damit liegen mehr als zwölf Jahre zwischen zwei regulären Soloalben des Sängers.
„Brother“ war vor allem in Norwegen erfolgreich. Das Album erreichte dort Platz eins der offiziellen Albumcharts und hielt sich insgesamt 17 Wochen in der Hitliste. Im Vereinigten Königreich kam es auf Platz 56.
Harkets Solokarriere läuft seit Jahrzehnten parallel zu seiner Arbeit mit a-ha. Seine ersten eigenen Veröffentlichungen erschienen bereits in den 1990er-Jahren. In Norwegen gelangen ihm neben erfolgreichen Alben auch Solo-Hits. „A Kind of Christmas Card“ erreichte dort 1995 Platz eins der Singlecharts.
Während Harket als Solokünstler über Jahre kein neues Studioalbum veröffentlichte, setzte er seine Arbeit mit a-ha fort. Das jüngste Studioalbum der Band, „True North“, erschien im Oktober 2022.
Die Platte erreichte Platz drei in Norwegen, Platz vier in Deutschland und Platz zwölf in den britischen Albumcharts. In Deutschland bestätigte „True North“ damit erneut die starke Marktposition der Band. Mehrere frühere a-ha-Alben hatten dort bereits Spitzenplätze erreicht, darunter „Foot of the Mountain“, „Lifelines“ und „Minor Earth | Major Sky“, die jeweils Platz eins belegten.
International ist Harket weiterhin vor allem als Stimme von a-ha bekannt. Die Band wurde 1982 von Harket, Magne Furuholmen und Paul Waaktaar-Savoy gegründet. Der weltweite Durchbruch gelang Mitte der 1980er-Jahre mit „Take On Me“. Das Debütalbum „Hunting High and Low“ und weitere Singles etablierten a-ha anschließend weit über Norwegen hinaus.
Am 4. Juni 2025 machte Harket seine Parkinson-Diagnose auf der offiziellen Internetseite von a-ha öffentlich. Dort sagte er: „I’ve got no problem accepting the diagnosis.“
Harket sprach zugleich darüber, dass sich die Erkrankung auf seine Stimme auswirke und er nicht mehr dieselbe Kontrolle wie früher habe. Aussagen über eine medizinische Prognose oder einen konkreten weiteren Verlauf machte er nicht.
Im Zusammenhang mit seiner musikalischen Zukunft ließ er offen, in welchem Umfang weitere Aufnahmen möglich sein würden. Im September 2026 erklärte Harket erneut, er suche weiter nach Möglichkeiten, seine Stimme für Studioaufnahmen einzusetzen. Von einer Rückkehr zu regulären Liveauftritten sprach er dabei nicht.
Warner Records Germany veröffentlicht „Human Grace“ in mehreren physischen Formaten. Neben einer CD sind zwei Vinyl-Ausgaben angekündigt.
Eine schwarze LP erscheint als 180-Gramm-Vinyl. Zusätzlich wird eine beige Sonderausgabe auf 140-Gramm-Vinyl im Gatefold-Cover angeboten. Beide Versionen enthalten dieselben zehn Titel. Die erste Hälfte befindet sich auf der A-Seite, die zweite auf der B-Seite.
Mit „Human Grace“ setzt Harket damit seine Solokarriere nach einer ungewöhnlich langen Album-Pause fort. Zugleich knüpft die Veröffentlichung an verschiedene Phasen seiner musikalischen Vergangenheit an, durch langjährige Weggefährten, älteres Songmaterial und die Beteiligung seiner Familie.






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