Brennende Powerbank zwingt Lufthansa-Flug zur Landung in Lyon

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Ein Lufthansa Flug von Frankfurt nach Lissabon ist am Samstagabend, 26. September 2026, wegen einer brennenden Powerbank außerplanmäßig im französischen Lyon gelandet. Betroffen war Flug LH1170. Nach Angaben der Fluggesellschaft befanden sich 198 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder an Bord. Verletzt wurde niemand. Die Cockpitcrew erklärte Luftnotlage, um für die Landung in Lyon Priorität zu erhalten.

Powerbank geriet im Bereich eines Sitzes in Brand

Nach Angaben von Lufthansa war die Powerbank eines Fluggasts während des Fluges im Bereich eines Sitzes in Brand geraten. Die Kabinenbesatzung reagierte und brachte das Gerät in einem dafür vorgesehenen Lithium Safe Bag unter. Anschließend entschied sich die Cockpitcrew aus Sicherheitsgründen, den Flug nach Lissabon abzubrechen und Lyon anzusteuern.

Die Maschine landete dort sicher. Lufthansa zufolge wurde zuvor eine Luftnotlage erklärt, damit das Flugzeug bei der Landung bevorzugt behandelt werden konnte. Angaben dazu, wodurch die Powerbank überhitzte oder Feuer fing, lagen zunächst nicht vor. Auch zur Marke, zum Modell oder zur Kapazität des betroffenen Geräts gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

Flugdaten und Luftfahrtportale führen für den betroffenen Flug einen Airbus A321. AeroInside nennt die Registrierung D AISB und berichtet, dass sich das Flugzeug in Reiseflughöhe nordöstlich von Lyon befand, als die Besatzung die Umleitung einleitete. Rund 25 Minuten später sei die Maschine in Lyon gelandet.

198 Passagiere verbringen die Nacht in Lyon

Für die Reisenden endete der Flug damit zunächst in Frankreich statt in Portugal. Nach Angaben der Airline wurden die 198 Passagiere nach der Landung in Hotels untergebracht. Für Sonntag sollten sie auf andere Verbindungen nach Lissabon umgebucht werden. Auch die sechs Besatzungsmitglieder blieben unverletzt.

Das betroffene Flugzeug blieb nach Angaben von AeroInside anschließend rund 16 Stunden in Lyon und wurde danach ohne Passagiere nach Frankfurt überführt.

Lufthansa hat Powerbank Regeln 2026 deutlich verschärft

Der Zwischenfall ereignete sich wenige Monate nach einer deutlichen Verschärfung der Regeln innerhalb der Lufthansa Group. Seit dem 15. Januar 2026 dürfen Passagiere Powerbanks auf Flügen der Gruppe weder zum Laden anderer Geräte verwenden noch die Powerbank selbst über den Stromanschluss des Flugzeugs aufladen. Erlaubt sind höchstens zwei Powerbanks pro Person.

Die Geräte dürfen zudem nicht im aufgegebenen Gepäck transportiert werden. Auch die Ablage im Gepäckfach oberhalb der Sitze ist bei Lufthansa untersagt. Powerbanks sollen stattdessen am Körper, in der Sitztasche oder im Handgepäck unter dem Vordersitz aufbewahrt werden. Damit sollen auffällige Erwärmung, Rauch oder ein beginnender Brand schneller erkannt werden können.

Ohne besondere Genehmigung sind Powerbanks bei Lufthansa bis zu einer Kapazität von 100 Wattstunden erlaubt. Für Geräte mit mehr als 100 und höchstens 160 Wattstunden muss vorher die Zustimmung der Fluggesellschaft eingeholt werden. Beschädigte, defekte oder aus Sicherheitsgründen zurückgerufene Akkus dürfen nicht mitgeführt werden.

Warum Lithium Akkus im Flugzeug besondere Regeln haben

Lithium Ionen Akkus speichern vergleichsweise viel Energie auf engem Raum. Werden Zellen beschädigt, überhitzt oder intern kurzgeschlossen, kann es zu einem sogenannten thermischen Durchgehen kommen. Dabei steigt die Temperatur in der Zelle stark an. In der Folge können Rauch, sehr hohe Temperaturen und Feuer entstehen.

Die US Luftfahrtbehörde FAA weist darauf hin, dass ein solches thermisches Durchgehen unter anderem durch Beschädigung, Überhitzung, Überladung oder Herstellungsfehler ausgelöst werden kann. Deshalb sollen Passagiere die Crew sofort informieren, wenn ein Akku ungewöhnlich heiß wird, sich aufbläht, raucht oder brennt.

Dass lose Lithium Akkus und Powerbanks grundsätzlich in die Kabine und nicht in das aufgegebene Gepäck gehören, hat einen sicherheitspraktischen Grund: In der Kabine können Besatzungsmitglieder einen Zwischenfall schneller erkennen und unmittelbar reagieren. Die FAA verweist ausdrücklich darauf, dass Rauch oder Feuer dort durch Besatzung und Passagiere schneller bemerkt und bekämpft werden können.

Auch die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO hat die Vorgaben inzwischen weiter vereinheitlicht. Seit März 2026 sehen ihre aktualisierten technischen Vorgaben unter anderem eine Begrenzung auf zwei Powerbanks pro Passagier und ein Verbot des Aufladens von Powerbanks während des Fluges vor.

Batterie Zwischenfälle beschäftigen Airlines weltweit

Der Vorfall auf LH1170 ist kein isoliertes Sicherheitsproblem. Die FAA erfasst regelmäßig Ereignisse mit Lithium Batterien, bei denen Rauch, Feuer oder extreme Hitze auftreten. Für 2025 registrierte die Behörde 89 entsprechende Ereignisse. Bis Ende Juni 2026 waren bereits weitere 38 bestätigte Fälle erfasst. Die FAA weist zugleich darauf hin, dass ihre Aufstellung keine vollständige weltweite Statistik darstellt.

Zu den dokumentierten Fällen gehört ein Batteriebrand an Bord eines Southwest Airlines Fluges im März 2025 in den USA. Das Flugzeug hatte bereits den Gate Bereich in Reno erreicht, als ein Batteriebrand gemeldet wurde. Die Passagiere verließen anschließend die Maschine. Die FAA leitete eine Untersuchung ein.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt außerdem der Brand eines Air Busan Airbus im Januar 2025 in Südkorea. Das Feuer begann vor dem Start in einem Gepäckfach über den Sitzen. Bei späteren Untersuchungen fanden Ermittler an einer Powerbank im mutmaßlichen Brandbereich deutliche Hitzespuren. Die südkoreanischen Behörden bezeichneten einen Batteriefehler als mögliche Ursache, eine abschließende Feststellung stand zunächst noch aus. Nach dem Vorfall verschärften mehrere asiatische Fluggesellschaften ihre Regeln für Powerbanks.

Die Entwicklung erklärt, weshalb Airlines zunehmend verlangen, dass Powerbanks während eines Fluges sichtbar oder zumindest schnell zugänglich bleiben. Auch Lufthansa begründet ihre seit Januar geltenden Regeln mit dem möglichen Brandrisiko von Lithium Akkus. Beim Flug LH1170 konnte die Kabinencrew das betroffene Gerät sichern. Die Cockpitcrew entschied sich dennoch für die außerplanmäßige Landung in Lyon. Die genaue Ursache des Defekts blieb zunächst offen.

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