Tennessee plant Hinrichtung von Christa Pike am Mittwoch

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Der US-Bundesstaat Tennessee bereitet die Hinrichtung von Christa Pike für Mittwoch, den 30. September 2026, vor. Die 50-Jährige soll um 10 Uhr Ortszeit, 17 Uhr deutscher Zeit, im Riverbend Maximum Security Institution in Nashville hingerichtet werden. Das Justizministerium des Bundesstaates führt den Termin weiterhin als angesetzt. Zwei Tage zuvor waren jedoch noch ein Gnadengesuch an Gouverneur Bill Lee und ein Eilantrag vor dem Obersten Gerichtshof der USA von Bedeutung.

Sollte die Hinrichtung wie geplant stattfinden, wäre Pike nach historischen Zusammenstellungen die erste Frau seit mehr als 200 Jahren, die Tennessee hinrichtet. Als letzte dokumentierte Hinrichtung einer Frau im Bundesstaat wird das Jahr 1819 genannt. Die historische Datenlage ist allerdings nicht vollständig. Das Tennessee Department of Correction weist selbst darauf hin, dass für Hinrichtungen vor 1913 keine vollständigen amtlichen Aufzeichnungen über Namen und Zahl der Hingerichteten vorliegen.

Gnadengesuch fordert Umwandlung der Todesstrafe

Pikes Anwälte reichten Anfang September ein umfangreiches Gnadengesuch bei Gouverneur Bill Lee ein. Darin bitten sie darum, die Todesstrafe in lebenslange Haft ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung umzuwandeln. Als Gründe führen sie unter anderem Pikes Alter zum Zeitpunkt der Tat sowie schwere Belastungen in ihrer Kindheit und psychische Erkrankungen an. Dabei handelt es sich um Argumente der Verteidigung im Gnadenverfahren, nicht um eine erneute Entscheidung über die bereits rechtskräftige Verurteilung.

Eine öffentliche Entscheidung des Gouverneurs über dieses Gesuch war bis Montagabend, 28. September, zunächst nicht bekanntgegeben worden. Auf der offiziellen Nachrichtenseite des Gouverneurs war bis zu diesem Zeitpunkt keine entsprechende Entscheidung veröffentlicht. Lee besitzt als Gouverneur die Möglichkeit, eine Todesstrafe im Wege der Begnadigung beziehungsweise Strafumwandlung abzuändern.

Pike ist nach Angaben der Strafvollzugsbehörde die einzige Frau im Todestrakt von Tennessee. Sie befindet sich seit März 1996 im Todestrakt.

Eilantrag beim Supreme Court noch anhängig

Parallel zum Gnadengesuch läuft ein weiteres Verfahren vor dem Supreme Court der Vereinigten Staaten. Pikes Anwälte beantragten dort am 25. September einen Aufschub der Hinrichtung. Der Antrag wurde Richter Brett Kavanaugh vorgelegt, der für entsprechende Eilanträge aus dem zuständigen Bundesgerichtsbezirk zuständig ist. Am 26. September ging zudem eine Stellungnahme von Organisationen und Fachleuten aus dem Bereich Trauma und sexualisierte Gewalt ein.

Nach dem öffentlich einsehbaren Register des Supreme Court war zunächst keine Entscheidung über den Antrag verzeichnet. Zugleich reichte Pike eine Petition ein, mit der sie eine Überprüfung einer Entscheidung des Supreme Court von Tennessee erreichen will. Das höchste Gericht des Bundesstaates hatte am 23. September einen weiteren Antrag in ihrem Verfahren abgelehnt.

In dem Eilantrag wird insbesondere die geplante Vollstreckung durch eine tödliche Injektion angegriffen. Pikes Anwälte machen dabei verfassungsrechtliche Einwände nach dem achten und dem vierzehnten Zusatzartikel zur US-Verfassung geltend. Ob der Supreme Court die Hinrichtung aussetzt oder die Anträge ablehnt, war zum Stand Montagabend noch offen.

Todesurteil stammt aus dem Jahr 1996

Pike wurde 1996 von einem Gericht in Knox County wegen vorsätzlichen Mordes ersten Grades und Verschwörung zum Mord ersten Grades verurteilt. Das Verfahren betraf die Tötung einer 19-jährigen Mitstudentin eines Job-Corps-Ausbildungsprogramms in Knoxville im Januar 1995. Pike war zum Zeitpunkt der Tat 18 Jahre alt.

Eine Jury verhängte die Todesstrafe. Sie stellte dabei zwei gesetzlich vorgesehene erschwerende Umstände fest und kam zu dem Ergebnis, dass diese die vorgebrachten mildernden Umstände überwogen. Der Supreme Court von Tennessee bestätigte Verurteilung und Strafe 1998. Zusätzlich wurde wegen der Verschwörung eine Freiheitsstrafe von 25 Jahren verhängt.

Der aktuelle Streit betrifft damit nicht die Frage, ob Pike rechtskräftig verurteilt wurde. Im Mittelpunkt stehen die Vollstreckung der Todesstrafe, verfassungsrechtliche Einwände gegen das Verfahren und die Frage, ob der Gouverneur die Strafe im Gnadenweg umwandelt.

Hinrichtung für den 30. September vorbereitet

Das Tennessee Department of Correction hat die organisatorischen Vorbereitungen für den 30. September bereits öffentlich gemacht. Der Termin ist auf 10 Uhr Central Daylight Time festgesetzt. Auch Medienvertreter wurden für die Begleitung der Hinrichtung ausgewählt, und die Behörde veröffentlichte Zugangsvorgaben für den Tag.

Nach geltendem Recht ist die tödliche Injektion in Tennessee grundsätzlich die vorgesehene Hinrichtungsmethode. Für Verurteilte, deren Tat vor dem 1. Januar 1999 begangen wurde, besteht unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin die Möglichkeit, den elektrischen Stuhl zu wählen. Pikes derzeitiges Verfahren vor dem Supreme Court richtet sich gegen ihre geplante Hinrichtung durch tödliche Injektion.

Menschenrechtskommission fordert Aussetzung

Auch die Interamerikanische Menschenrechtskommission der Organisation Amerikanischer Staaten befasst sich mit dem Fall. Sie veröffentlichte am 24. September einen Bericht und bekräftigte frühere Empfehlungen an die Vereinigten Staaten. Dazu gehört die Forderung, Pikes Leben zu schützen, die Todesstrafe nicht zu vollstrecken und ihre Strafe überprüfen beziehungsweise umwandeln zu lassen.

Diese Empfehlung ändert den Hinrichtungstermin in Tennessee nicht automatisch. Maßgeblich für den unmittelbaren weiteren Verlauf sind Entscheidungen der zuständigen US-Gerichte sowie eine mögliche Gnadenentscheidung des Gouverneurs.

Bis Montagabend blieb der 30. September deshalb der offiziell angesetzte Termin. Eine Aussetzung durch den Supreme Court oder eine Umwandlung der Todesstrafe durch Gouverneur Lee war zu diesem Zeitpunkt nicht öffentlich bekanntgegeben worden.

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