Redcare Pharmacy legt nach und erhöht Jahresprognose erneut

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Online-Apothekenbetreiber Redcare Pharmacy wird für das Geschäftsjahr 2026 zuversichtlicher. Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Ausschlaggebend ist vor allem das kräftige Wachstum mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland. An der Börse sorgten die neuen Ziele für deutliche Kursgewinne. Die Redcare Pharmacy Aktie setzte ihre Erholung in den folgenden Handelstagen fort.

Redcare erwartet bis zu 18 Prozent Umsatzwachstum

Redcare Pharmacy rechnet 2026 nun mit einem Wachstum des Konzernumsatzes von 16 bis 18 Prozent. Bislang hatte das Unternehmen eine Spanne von 15 bis 17 Prozent angepeilt. Besonders deutlich fällt die Anpassung beim deutschen Geschäft mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln aus. Hier erwartet Redcare inzwischen einen Jahresumsatz von 730 bis 760 Millionen Euro. Zuvor waren 680 bis 720 Millionen Euro vorgesehen.

Damit soll der Rx-Umsatz in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 45 bis 51 Prozent steigen. Das Unternehmen begründet die neue Prognose mit der Entwicklung im dritten Quartal. Nach vorläufigen Zahlen wuchs der deutsche Rx-Umsatz zwischen Juli und September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 56 Prozent. Allein im September lag das Plus bei 51 Prozent.

Dass die Erwartungen erneut steigen, ist auch deshalb bemerkenswert, weil Redcare seine Jahresziele bereits im Juni nach oben gesetzt hatte. Damals erhöhte das Unternehmen die erwartete Wachstumsrate für den Konzernumsatz von ursprünglich 13 bis 15 Prozent auf 15 bis 17 Prozent. Beim deutschen Rezeptgeschäft war die Zielspanne seinerzeit auf 680 bis 720 Millionen Euro angehoben worden.

Margenziel bleibt trotz höherer Umsatzerwartungen unverändert

Nicht alle Teile der Prognose wurden verändert. Für das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Produkten rechnet Redcare weiterhin mit einem Wachstum von 10 bis 12 Prozent. Auch die erwartete bereinigte EBITDA-Marge bleibt unverändert bei 2,5 bis 3,0 Prozent.

Nach vorläufigen Angaben blieb die bereinigte EBITDA-Marge im dritten Quartal gegenüber dem zweiten Quartal weitgehend stabil. Gleichzeitig erholte sich das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Produkten in Deutschland im August und September, nachdem der Juli schwächer ausgefallen war. Detaillierte Zahlen für das dritte Quartal will Redcare Pharmacy am 29. Oktober veröffentlichen.

Redcare hatte bereits im zweiten Quartal deutliche Fortschritte bei Wachstum und Profitabilität gemeldet. In den ersten beiden Monaten dieses Quartals lagen die Konzernerlöse 20,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das deutsche Rx-Geschäft war in diesem Zeitraum um 57 Prozent gewachsen. Die Entwicklung bildete im Juni die Grundlage für die erste Prognoseanhebung des Jahres.

Aktie steigt nach der Prognoseanhebung deutlich

An der Börse kam die erneute Erhöhung der Jahresziele gut an. Bereits nach der Mitteilung vom 28. September legte die Redcare Pharmacy Aktie kräftig zu. Auch in den folgenden Handelstagen blieb der Titel gefragt. Am Mittwoch, 30. September, schloss die Aktie im Xetra-Handel bei 73,25 Euro und damit 3,02 Prozent über dem Vortag. Das Tageshoch lag bei 76,65 Euro.

Zum Vergleich: Am 25. September, dem letzten Handelstag vor der Prognoseanhebung, hatte die Aktie noch bei 60,50 Euro geschlossen. Damit hat sich der Börsenwert innerhalb weniger Handelstage deutlich erholt. Der Kursanstieg folgte auf eine Phase, in der die Aktie trotz operativen Wachstums erheblich unter ihren früheren Höchstständen notiert hatte.

Am frühen Donnerstag, 1. Oktober, setzte sich der starke Anstieg zunächst nicht in vergleichbarer Größenordnung fort. Auf der Handelsplattform Lang & Schwarz wurde die Aktie gegen 7.42 Uhr mit 72,83 Euro und einem Plus von 0,17 Prozent ausgewiesen. Die deutliche Kursbewegung bezieht sich damit vor allem auf die Reaktion seit Bekanntgabe der höheren Prognose und die Handelstage bis einschließlich Mittwoch.

Deutsches Rezeptgeschäft wird für Redcare immer wichtiger

Das Wachstum mit verschreibungspflichtigen Medikamenten steht im Zentrum der Geschäftsentwicklung. Deutschland ist für Online-Apotheken besonders bedeutend, seit das elektronische Rezept breiter genutzt werden kann. Redcare betreibt unter anderem die Marke Shop Apotheke und ist insgesamt in sieben europäischen Ländern aktiv. Für 2025 hatte das Unternehmen einen Konzernumsatz von rund 2,9 Milliarden Euro angegeben.

Die höhere Prognose zeigt, dass das deutsche Rezeptgeschäft 2026 stärker wächst als noch zu Jahresbeginn erwartet. Im März hatte Redcare für dieses Segment lediglich einen Umsatz von mehr als 670 Millionen Euro angekündigt. Nach zwei Prognoseanhebungen liegt die aktuelle Zielspanne nun bei 730 bis 760 Millionen Euro.

Parallel zur besseren operativen Entwicklung beginnt bei Redcare am 1. Oktober eine neue Phase an der Unternehmensspitze. Peter Schmid von Linstow übernimmt planmäßig den Vorstandsvorsitz von Olaf Heinrich. Der Wechsel war bereits Ende August angekündigt worden. Heinrich bleibt dem Unternehmen nach damaligen Angaben beratend verbunden.

Für Anleger richten sich die nächsten Blicke nun auf den 29. Oktober. Dann will Redcare Pharmacy die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. Sie werden zeigen, wie sich das starke deutsche Rezeptgeschäft, die Erholung bei nicht verschreibungspflichtigen Produkten und die Profitabilität im gesamten Quartal entwickelt haben.

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