König Haakon eröffnet erstmals als Monarch Norwegens Parlament

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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König Haakon VIII. hat am Freitag erstmals seit seiner Thronbesteigung das norwegische Parlament eröffnet. Bei der feierlichen Sitzung des Storting in Oslo verlas der Monarch die traditionelle Thronrede der Regierung. Nicht an seiner Seite war Königin Mette-Marit. Sie musste ihre zunächst vorgesehene Teilnahme wegen einer Atemwegsinfektion absagen.

Die Zeremonie markiert einen weiteren wichtigen Termin für den neuen norwegischen König. Haakon hatte Ende August nach dem Tod seines Vaters Harald V. den Thron übernommen und Anfang September vor dem Storting den in der Verfassung vorgesehenen Eid abgelegt. Die Storting-Eröffnung am 2. Oktober war nun seine erste in der Rolle als König.

Erste Storting-Eröffnung für König Haakon

Das 171. Storting war am Vortag konstituiert worden. Die feierliche Eröffnung begann am Freitag um 13 Uhr. Nach norwegischer Verfassung eröffnet der König oder ein von ihm bestimmter Vertreter die parlamentarische Sitzungsperiode.

Haakon übernahm dabei eine Aufgabe, die fest zum politischen Zeremoniell der norwegischen Monarchie gehört. Er verlas die sogenannte Thronrede, in der die Regierung ihre politischen Schwerpunkte für das kommende parlamentarische Jahr darlegt. Der Inhalt stammt nicht vom König selbst, sondern wird von der Regierung ausgearbeitet.

Die erste Storting-Eröffnung von König Haakon besitzt vor allem wegen des jüngsten Thronwechsels besondere Bedeutung. Ganz neu war die Aufgabe für ihn allerdings nicht. Bereits 2020 hatte Haakon das Parlament als Kronprinzregent eröffnet, weil sein Vater Harald damals krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnte.

Bei der Sitzung am Freitag war auch Kronprinzessin Ingrid Alexandra anwesend. Sie ist seit der Thronbesteigung ihres Vaters die norwegische Thronfolgerin.

Königin Mette-Marit sagt Teilnahme kurzfristig ab

Königin Mette-Marit hatte ursprünglich ebenfalls an der Zeremonie teilnehmen sollen. Am Freitagmorgen wurde ihr Termin jedoch aus dem offiziellen Programm gestrichen.

Der norwegische Königshof bestätigte als Grund eine Atemwegsinfektion. Weitergehende Angaben zum Verlauf der Erkrankung wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Mette-Marit befindet sich weiterhin in einer längeren Rehabilitationsphase. Die damals noch als Kronprinzessin amtierende 52-Jährige hatte sich Mitte Juni einer Lungentransplantation unterzogen. Das Osloer Universitätsklinikum hatte den Eingriff anschließend als erfolgreich bezeichnet.

Bereits Anfang September hatte Mette-Marit einen wichtigen Termin im Storting verpasst. Beim Verfassungseid ihres Mannes konnte sie wegen gesundheitlicher Komplikationen nach der Transplantation nicht dabei sein.

Rehabilitation nach Lungentransplantation dauert an

Mette-Marit war 2018 öffentlich mit einer Lungenfibrose diagnostiziert worden. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, bei der sich Lungengewebe zunehmend verändert und die Lungenfunktion beeinträchtigt werden kann.

Im Juni 2026 hatte sich ihr Gesundheitszustand deutlich verschlechtert. Sie wurde deshalb auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt und wenig später operiert.

Nach Angaben ihres behandelnden Arztes befindet sich die Königin weiterhin in der vorgesehenen Rehabilitation. Diese Phase kann sich über einen längeren Zeitraum nach der Operation erstrecken. Der Palast hatte ihre offiziellen Verpflichtungen deshalb bereits in den vergangenen Monaten wiederholt an den Gesundheitszustand angepasst.

Zu einem möglichen Zusammenhang zwischen der aktuellen Atemwegsinfektion und der Transplantation machte das Königshaus keine weitergehenden Angaben. Damit ist lediglich bestätigt, dass die Infektion der konkrete Grund für das Fernbleiben am Freitag war.

Storting-Eröffnung folgt festen Regeln der Verfassung

Die feierliche Eröffnung des Storting gehört zu den traditionsreichsten staatlichen Zeremonien Norwegens. Ihre Grundlagen reichen bis zur Verfassung von 1814 zurück.

Während der Sitzung sind Vertreter der Legislative, der Regierung und der Justiz anwesend. Auch Mitglieder des Königshauses und weitere geladene Gäste nehmen traditionell teil. Der König liest die von der Regierung vorbereitete Thronrede. Anschließend folgt ein Bericht über die Lage des Landes.

Politisch entscheidet der Monarch dabei nicht über den Inhalt. Norwegen ist eine parlamentarische konstitutionelle Monarchie. Die Thronrede gibt das Programm der Regierung wieder und nicht persönliche politische Positionen des Königs.

Für Haakon war die Zeremonie zugleich ein weiterer Schritt in seinem neuen Amt. Nach dem Tod Haralds V. am 28. August war er unmittelbar König geworden. Eine Krönung findet in Norwegen nicht statt. Stattdessen gehört unter anderem der Eid vor dem Parlament zu den verfassungsrechtlich vorgesehenen Stationen nach einem Thronwechsel.

Mit der Eröffnung des 171. Storting hat Haakon nun erstmals als König auch die jährliche parlamentarische Zeremonie übernommen.

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