DAX legt kräftig zu: Schwache US-Jobdaten stützen die Börse

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Frankfurt. Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitagnachmittag deutlich zugelegt. Der DAX stand am 2. Oktober um 15:05 Uhr bei 25.268,74 Punkten und damit 336,07 Punkte über seinem vorherigen Schlussstand. Die von der Deutschen Börse veröffentlichten Kurse waren zu diesem Zeitpunkt um 15 Minuten verzögert. Damit baute der Leitindex seine Gewinne nach der Veröffentlichung überraschend schwacher Arbeitsmarktdaten aus den USA aus.

Die DAX Entwicklung am 2. Oktober 2026 wurde vor allem durch veränderte Zinserwartungen geprägt. In den USA entstanden im September außerhalb der Landwirtschaft lediglich 29.000 neue Stellen. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Zuwachs von 90.000 Stellen gerechnet. Zugleich wurde das Beschäftigungsplus für August von zuvor 162.000 auf 133.000 Stellen nach unten korrigiert.

Schwacher US-Arbeitsmarkt verändert Zinserwartungen

Die schwächeren Arbeitsmarktdaten wurden an den Finanzmärkten zunächst positiv aufgenommen. Hintergrund ist die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Ein weniger dynamischer Arbeitsmarkt verringert aus Sicht vieler Anleger den Druck auf die Fed, die Zinsen kurzfristig erneut anzuheben.

Nach Veröffentlichung der Daten sank die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober laut Reuters auf rund 15 Prozent. Vor Bekanntgabe des Arbeitsmarktberichts hatte sie bei etwa 25 Prozent gelegen. Die Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq legten ebenfalls zu.

Auch am Anleihemarkt war die Reaktion deutlich. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel um rund sechs Basispunkte auf 5,1717 Prozent. Am Vortag hatte sie mit 5,3445 Prozent noch den höchsten Stand seit 24 Jahren erreicht. Die Rendite zweijähriger US-Papiere sank ebenfalls. Sinkende Renditen können Aktien stützen, weil festverzinsliche Anlagen im Vergleich weniger attraktiv werden und sich die Finanzierungserwartungen für Unternehmen verbessern.

DAX erholt sich nach Rückfall unter 25.000 Punkte

Bereits am Morgen war der DAX wieder über die Marke von 25.000 Punkten gestiegen. Gegen 10 Uhr lag er bei rund 25.071 Punkten. Am Donnerstag war der Index zeitweise unter diese Schwelle gefallen. Im weiteren Tagesverlauf verstärkte sich die Erholung.

Unterstützung kam auch von den übrigen europäischen Aktienmärkten. Der breit gefasste Stoxx Europe 600 lag am Nachmittag im Plus. Technologieaktien gehörten zu den stärkeren Branchen. Gleichzeitig gingen die Renditen deutscher Bundesanleihen zurück.

Belastend für die Zinsaussichten in Europa blieb allerdings die Inflation. Eurostat schätzte die Teuerungsrate im Euroraum für September auf 3,8 Prozent nach 3,2 Prozent im August. Besonders stark stiegen die Energiepreise. Sie lagen nach der vorläufigen Schätzung 18,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Ölpreise fallen um mehrere Prozent

Zusätzliche Entlastung für die Aktienmärkte brachte am Freitag der deutliche Rückgang der Ölpreise. Reuters meldete am Nachmittag für die US-Sorte West Texas Intermediate einen Rückgang um 3,7 Prozent auf 89,43 Dollar je Barrel. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 2,7 Prozent auf 99,45 Dollar. Europäische Gasöl-Futures, die als wichtiger Preismaßstab für Diesel gelten, verloren rund fünf Prozent.

Ein wichtiger Auslöser waren Berichte über Beratungen in Europa zu einer möglichen zusätzlichen Freigabe von Energiereserven. Nach Angaben von drei mit den Gesprächen vertrauten Personen diskutierten EU-Staaten einen französischen Vorschlag, insgesamt 50 Millionen Barrel Diesel aus europäischen Notfallbeständen freizugeben. Zusätzlich sollen IEA-Mitgliedstaaten nach diesem Vorschlag 50 Millionen Barrel Rohöl bereitstellen.

Eine Entscheidung über diese Freigaben war am Freitagnachmittag jedoch nicht bestätigt. Damit handelt es sich zunächst um einen Vorschlag, über den die beteiligten Staaten beraten. Nach Bekanntwerden der Gespräche gaben Öl und Diesel-Futures deutlich nach.

Hohe Energiepreise bleiben ein Risiko

Die Diskussion über die Reserven findet vor dem Hintergrund angespannter internationaler Energiemärkte statt. Nach Angaben von Reuters haben der Krieg mit Iran, Einschränkungen russischer Exporte sowie Produktionsausfälle in Raffinerien das Angebot an Diesel und anderen Ölprodukten belastet. Hinzu kamen zuletzt Einschränkungen chinesischer Produktexporte.

Für Aktienanleger sind fallende Ölpreise grundsätzlich relevant, weil hohe Energiekosten die Inflation verstärken und sowohl Unternehmen als auch Verbraucher belasten können. Der Rückgang am Freitag nahm kurzfristig einen Teil dieses Drucks aus dem Markt. Gleichzeitig zeigte die erhöhte Eurozonen-Inflation, dass der geldpolitische Spielraum in Europa weiter begrenzt bleibt.

Am Freitagnachmittag standen damit zwei gegenläufige wirtschaftliche Signale im Mittelpunkt: Der schwache US-Arbeitsmarkt senkte die Erwartungen an weitere schnelle Zinserhöhungen der Federal Reserve, während die weiterhin hohe Inflation in Europa für Unsicherheit sorgte. Der fallende Ölpreis verschaffte den Aktienmärkten zugleich zusätzliche Entlastung. Ein offizieller Xetra-Schlusskurs für den DAX lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.

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