
Am Bahnhof Görlitz beginnt am Donnerstag, 8. Oktober 2026, eine einwöchige Totalsperrung. Bis einschließlich Mittwoch, 14. Oktober, bündelt die Deutsche Bahn dort Bauarbeiten sowie Arbeiten auf angrenzenden Strecken. Betroffen sind die Linien RE1, RB60, RB64 und RB65. Statt der ausfallenden Regionalzüge fahren auf mehreren Abschnitten Busse. Auch Reisende von und nach Polen müssen ihre Verbindung anpassen. Die Bahnhof Görlitz Sperrung läuft am Mittwochabend, 7. Oktober, noch nicht in vollem Umfang. Bei ODEG beginnen einzelne baubedingte Fahrplanänderungen allerdings bereits ab 21.15 beziehungsweise 22.45 Uhr.
Die Deutsche Bahn hatte die Sperrpause am 29. September angekündigt. Im Bahnhof und auf angrenzenden Abschnitten werden mehrere Arbeiten gleichzeitig ausgeführt. Dazu gehören Instandhaltungsmaßnahmen, Stopf- und Kabeltiefbauarbeiten, Abbrucharbeiten sowie das Einbringen von Spundwänden. Außerdem werden Teile des Posttunnels und des Gepäcktunnels zurückgebaut. Die Maßnahmen gehören zur Modernisierung der Infrastruktur und zur Elektrifizierung der Bahnverbindung in Richtung polnische Grenze. Teile der Arbeiten erfolgen gemeinsam mit dem polnischen Infrastrukturbetreiber PKP PLK. Der Personentunnel ist während der Sperrpause für den Durchgangsverkehr geschlossen. Geschäfte und Dienstleistungen im Bahnhofsgebäude sollen geöffnet bleiben.
Auf der Verbindung Dresden, Görlitz und Zgorzelec sind RE1 und RB60 betroffen. Zwischen Reichenbach in der Oberlausitz und Görlitz beziehungsweise Zgorzelec fahren Ersatzbusse. In der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober wird der Ersatzverkehr nach Angaben der Deutschen Bahn bis Bischofswerda ausgedehnt. Die Länderbahn führt die Einschränkungen für den Görlitzer Abschnitt vom 8. Oktober an und weist darauf hin, dass ihre betrieblichen Ersatzfahrpläne bis in den 15. Oktober reichen. Reisende sollen ihre konkrete Verbindung deshalb kurz vor Fahrtantritt im DB Navigator oder in der trilex-Auskunft prüfen.
Der Ersatzverkehr bedient auf dem westlichen Abschnitt unter anderem Reichenbach Bahnhof, Gersdorf Bahnhof und in Görlitz-Rauschwalde die Haltestelle Zwei Linden. Für den 8. und 9. Oktober ist in Görlitz die Ersatzhaltestelle am Bahnhof Südausgang an der Sattigstraße vorgesehen. Vom 10. bis 14. Oktober zeigt der veröffentlichte Lageplan den Ersatzhalt auf der Seite der Bahnhofstraße. Damit ändert sich innerhalb der Sperrwoche auch der Einstiegspunkt für die Busse. Fahrgäste sollten deshalb besonders auf die jeweilige Tagesregelung achten.
Die Bauarbeiten wirken sich unmittelbar auf den grenzüberschreitenden Verkehr nach Polen aus. Zwischen Görlitz und Zgorzelec besteht bereits vor Beginn der einwöchigen Totalsperrung ein Ersatzverkehr. Für die Sperrwoche weist trilex darauf hin, dass Reisende von und nach Wrocław in Görlitz zusätzlich zwischen Ersatzbussen umsteigen müssen. Die polnische Koleje Dolnośląskie führt die Strecke D10 zwischen Wrocław, Legnica, Zgorzelec und Görlitz am 7. Oktober ebenfalls mit dem Hinweis auf Busverkehr zwischen Zgorzelec und Görlitz. Die Fahrzeit und insbesondere die Umsteigezeiten können sich dadurch deutlich verlängern.
Die Länderbahn empfiehlt, für Anschlüsse mehr Zeit einzuplanen und gegebenenfalls eine frühere Verbindung zu nutzen. In den Ersatzbussen gelten vorhandene Fahrscheine weiter. Ein Ticketverkauf im Bus ist nach Angaben von trilex jedoch nicht vorgesehen. Fahrkarten müssen deshalb vorher gekauft werden. Die Mitnahme von Fahrrädern kann wegen der begrenzten Kapazitäten der Busse nicht garantiert werden.
Bei der ODEG-Linie RB64 zwischen Hoyerswerda und Görlitz beginnen die Änderungen bereits am Mittwoch, 7. Oktober, um 21.15 Uhr. Sie sind bis Donnerstag, 15. Oktober, 8 Uhr angekündigt. Zwischen Niesky und Görlitz entfallen die regulären Züge. Zusätzlich sind an einzelnen Tagen Verbindungen zwischen Hoyerswerda und Niesky betroffen. Für die ausfallenden Fahrten fahren Ersatzbusse. Auf dem Abschnitt Niesky nach Görlitz bedienen sie unter anderem Niesky Bahnhof, Mückenhain Alte Schule als Ersatzhalt für Kodersdorf sowie Görlitz Bahnhof.
Die veröffentlichte Fahrgastinformation zeigt tagsüber zahlreiche Busverbindungen zwischen Niesky und Görlitz. Eine Fahrt startet beispielsweise um 7.31 Uhr in Niesky und erreicht Görlitz um 8.13 Uhr. In der Gegenrichtung ist unter anderem eine Abfahrt um 7.41 Uhr in Görlitz mit Ankunft um 8.23 Uhr in Niesky vorgesehen. Je nach Tag gelten unterschiedliche Fahrten. Für einzelne Verbindungen von und nach Hoyerswerda ist in Niesky ein Umstieg erforderlich.
Auch die RB65 ist während der Sperrung großflächig betroffen. Nach der ODEG-Fahrgastinformation beginnt der betreffende Zeitraum am Mittwoch, 7. Oktober, um 22.45 Uhr und endet am Donnerstag, 15. Oktober, um 5 Uhr. Die Züge fallen zwischen Zittau, Görlitz und Horka aus. Der weiterführende Zugverkehr in Richtung Cottbus setzt je nach Verbindung in Horka beziehungsweise Weißwasser wieder ein. Die Deutsche Bahn fasst die Einschränkung für die Sperrwoche als Ersatzverkehr zwischen Horka und Görlitz sowie zwischen Görlitz und Zittau zusammen.
Die Busse halten unter anderem in Zittau am Bahnhof, in Hirschfelde am Markt, in Ostritz an der Haltestelle Stadt Dresden für den Halt Krzewina Zgorzelecka, in Hagenwerder am Bahnhof, in Görlitz-Weinhübel an der Johannes-R.-Becher-Straße, am Görlitzer Bahnhof, in Mückenhain und in Horka. Eine veröffentlichte Tagesverbindung fährt beispielsweise um 11.04 Uhr in Zittau ab, erreicht Görlitz um 11.54 Uhr und Horka um 12.46 Uhr. In der Gegenrichtung fährt ein Bus um 14.12 Uhr in Horka ab, erreicht Görlitz um 14.52 Uhr und Zittau um 15.54 Uhr. Die konkreten Fahrten unterscheiden sich je nach Tag.
Für IC- oder ICE-Züge in Görlitz nennt die Sperrmitteilung der Deutschen Bahn keine gesonderten Zugausfälle. Die veröffentlichten Einschränkungen betreffen die Regionalverkehrslinien RE1, RB60, RB64 und RB65. Wer über Dresden oder andere Umsteigebahnhöfe in den Fernverkehr wechseln will, muss wegen der längeren Busfahrzeiten allerdings zusätzliche Zeit für Anschlüsse einplanen. Die Länderbahn empfiehlt ausdrücklich, gegebenenfalls eine frühere Verbindung zu nehmen.
Für mobilitätseingeschränkte Reisende ist zusätzlich ein kostenloser Bahnhofstransfer vorgesehen. Rollstuhlgerechte Taxis sollen zwischen Löbau, Gersdorf, Cottbus, Zgorzelec und Görlitz eingesetzt werden. Zwischen Görlitz und Zittau kann montags bis freitags tagsüber außerdem der barrierefreie Linienbus 12 genutzt werden. Die Deutsche Bahn empfiehlt eine Anmeldung mindestens 24 Stunden vor Reisebeginn bei der Mobilitätsservice-Zentrale. Die Bauarbeiten gehören zu einem größeren Projekt rund um den Görlitzer Bahnhof. Die Inbetriebnahme der modernisierten und elektrifizierten Infrastruktur ist weiterhin für Dezember 2027 vorgesehen.
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