
Der weltweit größte Auftragsfertiger von Halbleitern, TSMC, hat seinen Umsatz im dritten Quartal 2026 deutlich gesteigert. Aus den am Donnerstag, 8. Oktober, veröffentlichten Monatszahlen ergibt sich ein Umsatz von rund 1,49 Billionen Taiwan-Dollar. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von rund 51 Prozent. Damit erreicht das Unternehmen einen neuen Quartalsrekord und übertrifft die Erwartungen von Analysten. Die wachsende Nachfrage nach Hochleistungschips für künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Umsatz von TSMC gilt zugleich als wichtiger Indikator für die Entwicklung der weltweiten Halbleiterindustrie.
Die aktuellen Geschäftszahlen zeigen, wie stark das taiwanische Unternehmen innerhalb eines Jahres gewachsen ist. Im dritten Quartal 2025 hatte TSMC noch rund 989,92 Milliarden Taiwan-Dollar umgesetzt. Zwischen Juli und September 2026 summierten sich die Einnahmen dagegen auf etwa 1,49 Billionen Taiwan-Dollar. Das entspricht umgerechnet rund 46,7 Milliarden US-Dollar.
Auch gegenüber dem zweiten Quartal 2026 konnte TSMC deutlich zulegen. Damals hatte der Umsatz bei 1,27 Billionen Taiwan-Dollar gelegen. Damit setzte der Chipfertiger seine Wachstumsserie fort und erreichte innerhalb weniger Monate eine weitere Bestmarke.
Die Entwicklung fiel zudem stärker aus als erwartet. Analysten hatten laut Reuters im Durchschnitt mit rund 1,46 Billionen Taiwan-Dollar gerechnet.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in den aktuellen Monatszahlen. Nach Angaben von TSMC erreichte der Umsatz im September 2026 rund 511,86 Milliarden Taiwan-Dollar. Im Vergleich zum September des Vorjahres entspricht das einem Anstieg um 54,6 Prozent.
Gegenüber August 2026 gingen die Einnahmen allerdings geringfügig um 0,6 Prozent zurück. Im August hatte das Unternehmen mit rund 514,81 Milliarden Taiwan-Dollar einen monatlichen Höchstwert erreicht.
Auch die Bilanz für die ersten neun Monate fällt positiv aus. Von Januar bis September 2026 erzielte TSMC insgesamt rund 3,90 Billionen Taiwan-Dollar Umsatz. Das entspricht einem Wachstum von 41,1 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Die zunehmende Verbreitung künstlicher Intelligenz sorgt weltweit für einen hohen Bedarf an leistungsfähigen Halbleitern. Große Technologieunternehmen investieren in Rechenzentren, um KI-Modelle zu trainieren und Anwendungen für Millionen Nutzer bereitzustellen. Dafür benötigen sie spezialisierte Prozessoren, deren Fertigung besonders anspruchsvoll ist.
TSMC gehört zu den wichtigsten Produzenten solcher Hochleistungschips. Zu den Kunden zählen unter anderem Nvidia und Apple. Während Nvidia insbesondere Prozessoren für KI-Berechnungen entwickelt, setzt Apple bei seinen Geräten auf leistungsfähige und energieeffiziente Halbleiter.
Wie bedeutend das Geschäft mit hoher Rechenleistung inzwischen ist, zeigen die Zahlen des zweiten Quartals. Damals entfielen 66 Prozent des Umsatzes auf das Segment High Performance Computing. Ein Jahr zuvor lag dieser Anteil noch bei 60 Prozent. Das Segment umfasst allerdings auch Anwendungen außerhalb der künstlichen Intelligenz.
Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil von TSMC liegt in der Produktion besonders moderner Halbleiter. Diese werden mit Fertigungsverfahren hergestellt, deren Strukturgrößen im Bereich weniger Nanometer liegen. Solche Technologien ermöglichen leistungsfähige Prozessoren und tragen dazu bei, den Energiebedarf komplexer Berechnungen zu begrenzen.
Im zweiten Quartal 2026 entfielen bereits 77 Prozent des gesamten Waferumsatzes auf Technologien mit sieben Nanometern oder kleineren Strukturgrößen. Besonders bedeutend waren die Verfahren mit drei und fünf Nanometern. Daneben gewann die neuere Zwei-Nanometer-Technologie an Bedeutung.
TSMC erwartet von dieser Fertigungsgeneration zusätzliche Wachstumsimpulse. Wie groß ihr Umsatzanteil im dritten Quartal tatsächlich war, wurde mit den aktuellen Monatszahlen noch nicht veröffentlicht.
Das anhaltende Wachstum hat Folgen für die internationale Halbleiterproduktion. Moderne Chipfabriken erfordern milliardenschwere Investitionen in Gebäude, Spezialmaschinen und technische Infrastruktur. Gleichzeitig müssen Unternehmen neue Fertigungsverfahren entwickeln, um bei der Herstellung leistungsfähiger Prozessoren konkurrenzfähig zu bleiben.
TSMC hatte im Juli seine geplanten Investitionsausgaben für das Gesamtjahr 2026 auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar angehoben. Zuvor war ein geringerer Betrag vorgesehen gewesen. Hintergrund ist unter anderem die starke Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechner.
Auch der Ausbau von Produktionsstandorten außerhalb Taiwans gehört zur langfristigen Unternehmensstrategie. Insbesondere in den USA investiert TSMC in zusätzliche Fertigungskapazitäten. Die internationale Expansion soll den Konzern näher an wichtige Kunden und Absatzmärkte bringen.
Die Geschäftsentwicklung von TSMC besitzt eine Bedeutung, die weit über Taiwan hinausreicht. Zahlreiche internationale Technologieunternehmen entwickeln ihre Prozessoren selbst, verfügen aber nicht über eigene Produktionsanlagen für die modernsten Fertigungsverfahren. Sie lassen ihre Chips deshalb von spezialisierten Unternehmen herstellen.
Damit nimmt TSMC eine zentrale Stellung innerhalb der globalen Technologieindustrie ein. Die Produktion des Unternehmens ist für Smartphones, Rechenzentren, Hochleistungscomputer und zahlreiche andere elektronische Anwendungen wichtig.
Gleichzeitig verdeutlicht das Wachstum, wie stark sich die Nachfrage innerhalb des Halbleitermarktes verändert. Während klassische Elektronikprodukte weiterhin eine wichtige Rolle spielen, gewinnt die Infrastruktur für künstliche Intelligenz zunehmend an wirtschaftlichem Gewicht. Investitionen in Rechenleistung beeinflussen dadurch auch die langfristige Planung der Chiphersteller.
Mit den bisher veröffentlichten Umsätzen steht bereits fest, dass TSMC im dritten Quartal 2026 einen neuen Höchstwert erreicht hat. Welche Auswirkungen das Umsatzwachstum auf Gewinn und Profitabilität hatte, ist dagegen noch nicht vollständig bekannt.
Im zweiten Quartal hatte der Konzern einen Nettogewinn von rund 706,56 Milliarden Taiwan-Dollar erzielt. Die Bruttomarge lag damals bei 67,7 Prozent. Für das dritte Quartal hatte das Management zuletzt eine Bruttomarge zwischen 65 und 67 Prozent sowie eine operative Marge zwischen 56 und 58 Prozent prognostiziert.
Die vollständigen Ergebnisse will TSMC am Donnerstag, 15. Oktober 2026, vorlegen. Dann sollen auch aktualisierte Angaben zum weiteren Geschäftsverlauf veröffentlicht werden. Die Zahlen dürften zusätzliche Hinweise darauf liefern, wie sich die starke KI-Nachfrage auf Erträge und Investitionen des weltweit größten Chip-Auftragsfertigers auswirkt.
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